Interview

... mit Ulrich Schmid

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
»Das öffentliche Ich« behandelt zwei Größen, die einander gegenseitig... >>>
... mit Ulrich Schmid

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
»Das öffentliche Ich« behandelt zwei Größen, die einander gegenseitig bedingen: Das erkennende Ich ist die Voraussetzung für die Erkenntnis der Welt, die Öffentlichkeit ist der Resonanzraum der Subjektivität und erlaubt dem Ich erst die Ausbildung einer eigenen Identität.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
Das Buch präsentiert innovative Fallstudien, in denen sich das Ich in einem medialen Kontext präsentiert. Dabei werden historische Entwicklungslinien erkennbar, die für die Subjektkonstitution entscheidend sind.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?
Das Thema der Ich-Konstitution ist ein gemeinsames Forschungsinteresse der Literaturwissenschaft, Psychologie, Soziologie und Philosophie. Konstruktion, Präsentation und Aushandlung von Subjektivität bilden eine wichtige Voraussetzung der kulturellen Selbstverständigung einer Gesellschaft.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?
Mit Guy Debord, weil er über ein Auge für die Selbstgefälligkeit sozialer Rolleninszenierungen verfügt.

5. Ihr Buch in einem Satz:
»Das öffentliche Ich« zeigt auf, dass Persönlichkeitsbildung ein gesellschaftliches Spektakel ist. <<<


Vincent Kaufmann / Ulrich Schmid / Dieter Thomä (Hg.)

Das öffentliche Ich

Selbstdarstellungen im literarischen und medialen Kontext

Das Ich stellt seit jeher eine zentrale Deutungskategorie der Geistes- und Sozialwissenschaften dar. Im Zuge der technologischen Revolution haben sich die Bedingungen der Ich-Konstitution und Ich-Präsentation grundlegend verändert. Die Beiträge des Bandes zeigen: Das Ich ist zur verfügbaren Größe geworden, die medialen Designverfahren unterzogen werden kann. Die Idee eines autonom handelnden Ichs wird zunehmend verworfen; in den Vordergrund treten Ich-Konzeptionen, die durch Labilität, Verwerfungen, Brüche und Impressivität gekennzeichnet sind. Das Ich ist keine Gegebenheit mehr, sondern Resultat einer Narration, Präsentation oder Simulation.


 
Autorenbild Kaufmann, Vincent;Schmid, Ulrich;Thomä, Dieter;(Hg.)

Vincent Kaufmann (Prof. Dr. phil.) ist Direktor des Instituts für Medien- und Kommunikationsmanagement an der Universität St. Gallen.
Ulrich Schmid (Prof. Dr. phil.) ist Professor für Kultur und Gesellschaft Russlands an der Universität St. Gallen.
Dieter Thomä (Prof. Dr. phil.) ist Professor für Philosophie an der Universität St. Gallen.

»Insgesamt bietet der [...] Band einen äußerst lesenswerten Gang durch die verschiedenen Räume des öffentlichen Ich, von der historischen Kontextualisierung zur Reflexion aktueller Phänomene in Zeiten des Internets.«
Lothar Mikos, tv diskurs, 74 (2015)
»Der Emergenz neuer Medien haftet stets das Versprechen an, neue Einsichten über das ›Ich‹ zu generieren. Diese Einsichten facettenreich darzustellen und kritisch zu reflektieren, ist ein Verdienst diese Buches.«
Frank Thomas Meyer, MEDIENwissenschaft, 2 (2015)

Sozialanthropologie, Medienwissenschaft, Kulturwissenschaft und Philosophie

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08/2014, 226 Seiten, kart., zahlr. z.T. farb. Abb.
ISBN 978-3-8376-2409-0

Artikel-Nr.: 2409

-2409-0: Kaufmann et al. (Hg.), Das öffentliche Ich

Selbstdarstellungen im literarischen und medialen Kontext

 

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08/2014, 226 Seiten
ISBN 978-3-8394-2409-4

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