Autoreninterview

... mit Ursula Kramer

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Weil es erstmals die Chance bietet, zu einem neuen Verständnis der europäischen... >>>
... mit Ursula Kramer

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Weil es erstmals die Chance bietet, zu einem neuen Verständnis der europäischen (Sprech-)Theaterkultur zu gelangen – anhand exemplarischer Stücke, Theater, Komponisten oder Regisseure: Zu keiner Zeit war Schauspiel das, was die auf den reinen Sprechtext fokussierte Literaturwissenschaft uns glauben macht.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
Es widmet sich erstmals in einer eigenständigen Publikation dem auch von der Musiktheaterforschung allzu lange vernachlässigten Bereich der musikalischen Dimensionen von Theateraufführungen, fragt nach ihren jeweils historisch und geographisch bedingten kulturellen Verortungen und ermöglicht durch Fallstudien erste Einblicke in eine mitunter fragile und komplexe Gesamtkonstellation des plurimedialen Bühnenereignisses Schauspiel.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?
Theater mit Musik kann nur durch die Rückbindung an kulturelle und soziale Bedingungen und Bedingtheiten von Theater zu einer bestimmten Zeit und an einem bestimmten Ort adäquat entschlüsselt werden. Jenseits der produktionsästhetischen Seite spielt die rezeptionshistorische Dimension eine gleichermaßen entscheidende Rolle als Indikator für die Wirkweise des vom Produktionsteam Intendierten, zumal in Zeiten einer ›Weltliteratur‹ (auch im Drama) und dem im Theater allgegenwärtigen Kulturtransfer.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?
Mit Literaturwissenschaftlern der verschiedenen Nationalphilologien mit Schwerpunkt dramatischer Literatur, mit Theaterwissenschaftlern als Diskurspartner für eine um das Medium der Musik zu erweiternde Methode zur Aufführungsanalyse – und nicht zuletzt mit den Fachkollegen aus dem Bereich der Musiktheaterforschung: Hier bietet sich spannendes Potential hinsichtlich der Frage gegenseitiger Beeinflussung.

5. Ihr Buch in einem Satz:
Eine Einladung zur Revision gängiger Vorstellungen von Schauspielaufführungen mittels der Musik – durch vier Jahrhunderte und neun Nationen. <<<


Ursula Kramer (Hg.)

Theater mit Musik

400 Jahre Schauspielmusik im europäischen Theater. Bedingungen – Strategien – Wahrnehmungen

Wiewohl konstitutiv für das europäische Theater seit der Antike, findet die Musik im Schauspiel erst in jüngerer Zeit überhaupt Beachtung. Dieser Band widmet sich erstmals ausschließlich dem raum- wie zeitumspannenden Phänomen von Theater mit Musik. Die historisch wie methodisch äußerst unterschiedlich verorteten Aufsätze bieten einen Einblick in die vielfältigen Realisierungen im Kontext spezifischer Theaterrealitäten einer über 400-jährigen Geschichte, der kulturellen Praxis in den verschiedenen europäischen Theaterzentren sowie des Kulturtransfers und fragen nach ihrem jeweiligen Bezug im intermedialen Gesamtereignis einer Aufführung.


 
Autorenbild Kramer, Ursula;(Hg.)

Ursula Kramer (Prof. Dr.) lehrt Musikwissenschaft an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz.

Homepage:
Uni Mainz

»Warum die Schauspielmusik so lange ein musikwissenschaftliches Schattendasein führte, ist unklar, denn dieses Buch belegt, dass sie durchaus ein fruchtbares Betätigungsfeld ist für Forscher. Deren veröffentlichte Erkenntnisse dürften gleichermaßen für Theaterleute und andere Kulturinteressierte von Belang sein, denen die Lektüre daher zu empfehlen ist.«
Kerstin Peetz, WDR 3 TonArt, 15.08.2014
Besprochen in:

Deutschlandfunk – Musikjournal, 9 (2014), Frank Kämpfer

Musikwissenschaft, Theaterwissenschaft, Medienwissenschaft, Literaturwissenschaften, Kulturanthropologie

Print 44,99 €

05/2014, 466 Seiten, kart., zahlr. z.T. farb. Abb.
ISBN 978-3-8376-2432-8

Artikel-Nr.: 2432

-2432-8: Kramer (Hg.), Theater mit Musik

400 Jahre Schauspielmusik im europäischen Theater. Bedingungen – Strategien – Wahrnehmungen

 

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E-Book 44,99 €

PDF-Download, 10,70 MB
06/2014, 466 Seiten
ISBN 978-3-8394-2432-2

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