Autoreninterview

... mit Katrin Ströbel

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Weil es eine Lücke schließt: Literaturwissenschaft und Semiotik haben sich bisher... >>>
... mit Katrin Ströbel

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Weil es eine Lücke schließt: Literaturwissenschaft und Semiotik haben sich bisher mit Text-Bild-Kombinationen vorrangig unter sprachwissenschaftlichen Gesichtspunkten auseinandergesetzt. Die Kunstgeschichte bzw. Kunstwissenschaft beschränkt ihre Untersuchungen meist auf die Analyse grafischer und formaler Qualitäten der eingesetzten Schrift. Ich habe in meinem Buch die Eigenschaften von visuellen und verbalen Elementen innerhalb einzelner Werke und deren Verhältnis zueinander gleichermaßen im Blick.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
Das Buch nähert sich dem Thema nicht aus nur einer Perspektive, sondern verbindet unterschiedliche Blickwinkel. So ergeben sich neue, ungewohnte Sichtweisen auf Text-Bild-Kombinationen in der Kunst der Gegenwart. Diese zeigen, dass Künstler-/innen Schrift nicht deswegen verwenden, weil angesichts der medialen Veränderungen der letzten Jahrzehnte ihr Vertrauen in bildkünstlerischen Mittel erschöpft ist, sondern weil sie so einen Weg finden, produktiv auf die Grenzen jeglicher Form von Repräsentation zu reagieren.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?
Durch meine Herangehensweise als Künstlerin und Wissenschaftlerin habe ich mich zwischen alle Stühle und Forschungsdebatten gesetzt. Genau darin liegt aber die Stärke meines Ansatzes, nämlich die Debatten im Grenzgebiet zwischen Kunstwissenschaft, Literaturwissenschaft, Semiotik, Medientheorie und künstlerischer Praxis auf ungewohnte Weise zu verbinden und fruchtbar zu machen.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?
Mit zwei viel zu früh verstorbenen Menschen, deren Werke über Text und Bild in der bildenden Kunst wichtige Anregung und Grundlage meiner Arbeit waren: Wolfgang Max Faust und Eleonora Louis.

5. Ihr Buch in einem Satz:
Durch die Integration von Text in der bildenden Kunst eröffnen sich Bedeutungsräume, Wort- und Bildreiche, die sich gerade nicht auf einen Satz verknappen lassen! <<<


Katrin Ströbel

Wortreiche Bilder

Zum Verhältnis von Text und Bild in der zeitgenössischen Kunst

Zu Beginn des 21. Jahrhunderts ist Text zu einem selbstverständlichen Gestaltungsmittel der bildenden Kunst geworden. Doch warum verwenden Künstler_innen Text? Und wie setzen sie Schrift ein? Diese Studie markiert die relevanten Themenfelder von Text-Bild-Kombinationen in der zeitgenössischen Kunst. Das Verhältnis von Text und Bild wird u.a. in Werken von Raymond Pettibon, Christopher Wool, Sophie Calle oder Jenny Holzer untersucht. Katrin Ströbel erklärt nicht nur, wie die heutige Künstlergeneration mit Text und Sprache umgeht, sie zeigt auch, wie sich die veränderten Bedingungen von künstlerischer Repräsentation, von visueller und verbaler Zeichenhaftigkeit in den behandelten Werken niederschlägt.


 

Katrin Ströbel (Dr. phil.) lebt als bildende Künstlerin in Stuttgart und auf Reisen. Lehrtätigkeiten u.a. an der Kunstakademie
Stuttgart, der Goethe-Universität Frankfurt/Main und an der Villa Arson,
école nationale supérieure d'art, Nizza.

Homepage:
www.katrin-stroebel.de

Besprochen in:
Deutschlandradio Kultur, 02.01.2014, Carmela Thiele

Kunstwissenschaft, Kunstgeschichte, Literaturwissenschaft, Kulturwissenschaft

Print 36,80 €

09/2013, 378 Seiten, kart., zahlr. Abb.
ISBN 978-3-8376-2438-0

Artikel-Nr.: 2438

-2438-0: Ströbel, Wortreiche Bilder

Zum Verhältnis von Text und Bild in der zeitgenössischen Kunst

 

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E-Book 35,99 €

PDF-Download, 6,42 MB
03/2014, 378 Seiten
ISBN 978-3-8394-2438-4

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