Autoreninterview

... mit Elize Bisanz und Marlene Heidel

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Unsere kulturwissenschaftliche Perspektive konstatiert: Verstehen wir die... >>>
... mit Elize Bisanz und Marlene Heidel

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Unsere kulturwissenschaftliche Perspektive konstatiert: Verstehen wir die kulturellen Stimmungen und Formen einer Gesellschaft, können wir auch Erkenntnisse über ihre Empfindungen, Erfahrungen und Mentalitäten gewinnen. 25 Jahre der deutschen Erfahrung zeigen, wie wenig wir uns Gedanken über die Verschmelzung zweier historischer Zustände gemacht haben. Wir sind in der Verantwortung, die in verstummten ostdeutschen Archiven kodierten Ideen und Wahrnehmungen als Teil des kollektiven Gedächtnisses des heutigen vereinten Deutschlands zu begreifen. Das Buch leistet einen wichtigen Beitrag dazu.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
Das Buch eröffnet multiple Horizonte des Umgangs mit kulturellen Lagerungen, Ablagerungen und Erosionen unter Einfluss politischer, zivilisatorischer und ästhetischer Prägungen. »Bildgespenster« setzt ganz konkret am Ort der Bilder – dem Archiv – an und entwickelt von hier aus neue Zugänge zur Kunst aus der DDR. Im Mittelpunkt steht die heutige Bedeutung der Bilder und natürlich auch des Archivs als Erfahrungs-, Informations- und Wissensquelle.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?
Der Umgang mit gesellschaftlich-kulturellen bis hin zu technisch-zivilisatorischen Informationsproduktionen gehört zu den essentiellen Fragestellungen unserer Zeit; wir leben und agieren in dem Bewusstsein, dass jegliche Entscheidung über deren Bedeutung und Bedeutungslosigkeit eine unmittelbare Auswirkung sowohl auf die geistig-kulturelle Welt wie auch Umwelt der kommenden Generationen haben wird.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?
Am liebsten durch eine breite mediale Öffentlichkeit vor allem im 25. Jubiläumsjahr der Deutschen Einheit, aber natürlich auch mit Entscheidungsträgern/-innen aus der Museums- und Ausstellungswelt sowie der Kulturförderung.

5. Ihr Buch in einem Satz:
»Bildgespenster« beseelt die verstümmelte Welt der eigenen Identität, wendet sich Kunst aus der DDR zu, nicht um sich zurückzuwenden, sondern um Fragen nach dem heutigen Archiv zu stellen und zu diskutieren. <<<


Elize Bisanz / Marlene Heidel (Hg.)

Bildgespenster

Künstlerische Archive aus der DDR und ihre Rolle heute

Kunst aus der DDR ist aus den Bildräumen der Gegenwart nahezu verschwunden. »Bildgespenster« erkundet den Ort, an dem sich ein großer Teil dieser verdrängten Kunstgeschichte befindet: das Kunstarchiv Beeskow. Von diesem Ausgangspunkt aus werden künstlerische Archive aus der DDR und der Umgang mit ihnen untersucht sowie ihre heutige Rolle diskutiert. Im Mittelpunkt steht dabei das Archiv als Ort der Bilder, der die unterschiedlichsten strukturellen Veränderungen in der Kultur dokumentiert und kommentiert.


 

Elize Bisanz (Prof. Dr.) lehrt an der Leuphana Universität Lüneburg und am Institute for Studies in Pragmaticism, Texas Tech University. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Bildwissenschaft, Kulturwissenschaft, Ästhetik und Semiotik.
Marlene Heidel (M.A.) schrieb ihre Dissertation zur Kunst aus der DDR (2013).

Besprochen in:

Zitty, 26 (2014)
Kulturpolitische Mitteilungen, 147/4 (2014), Manuela Lück
Regards croiss, 4 (2015), Jérôme Bazin

Bildwissenschaft, Kulturwissenschaft, Kunstwissenschaft, Geschichtswissenschaft, Museologie

Print 38,99 €

05/2014, 416 Seiten, kart., zahlr. z.T. farb. Abb.
ISBN 978-3-8376-2461-8

Artikel-Nr.: 2461

-2461-8: Bisanz/Heidel (Hg.), Bildgespenster

Künstlerische Archive aus der DDR und ihre Rolle heute

 

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05/2014, 416 Seiten
ISBN 978-3-8394-2461-2

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