Autoreninterview

... mit Florian Kreutzer

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Die Un-Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist ein umkämpftes Thema in unserer Gesellschaft.... >>>
... mit Florian Kreutzer

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Die Un-Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist ein umkämpftes Thema in unserer Gesellschaft. In meinem Buch stelle ich erstmals dar, wie dieses Thema in der öffentlichen Debatte inszeniert wird: Als Kampf um Images, in dem Bilder wie Worte und Metaphern als Argumente verwendet werden. Ich mache die zentralen Erscheinungen und Aussagen dieses Bild-Text-Diskurses sichtbar, sodass dessen inhaltliche Dimensionen und strukturelle Regeln erkennbar werden.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
Mit diesem Buch möchte ich eine kritische Perspektive auf den Vereinbarkeitsdiskurs ermöglichen, ohne dem Leser/der Leserin dabei eine bestimmte Perspektive vorzuschreiben. Dies wird durch die Konzeption einer (negativen) Dialektik möglich, die mittels der Metapher der ›Frauen-Falle‹ die Un-Vereinbarkeit von Familie und Beruf in den Fokus der Aufmerksamkeit rückt – und damit den Widerspruch, die Kontingenz, die Offenheit und Problematik der Vereinbarkeit.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?
Anhand des Diskurses der Vereinbarkeit skizziere ich einen Ansatz der dialektischen Phänomenologie, dessen Leistungsfähigkeit sich am empirischen Ertrag der Studie zeigt. Die dialektische Phänomenologie entfaltet die verschiedenen Dimensionen des Sachverhaltes in Differenzschemata, die sich wie Möbiusbänder verhalten: Während die Wechselwirkung der Dimensionen das Phänomen wie die Schleifen eines Möbiusbandes dialektisch konstituieren, markiert das Loch des Möbiusbandes die Problematik und Kontingenz der Un-Vereinbarkeit ebenso wie die der ›Frauen-Falle‹.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?
Ich verstehe den in diesem Buch skizzierten Ansatz einer dialektischen Phänomenologie als einen innovativen Beitrag zur soziologischen Theorie, zur Diskursanalyse, den Cultural Studies, Gender Studies, Media Studies und den Visual Studies. Über den wissenschaftlichen Diskurs hinaus würde ich mein Buch sehr gerne mit den Journalistinnen und Journalisten diskutieren, welche die im Buch analysierten Bild-Text-Inszenierungen publiziert haben und die tag-täglich neue Images produzieren.

5. Ihr Buch in einem Satz:
Mittels der dialektischen Phänomenologie zeige ich, wie die Ausgänge aus der ›Frauen-Falle‹ medial konstruiert und diskursiv umkämpft werden. <<<


Florian Kreutzer

Ausgänge aus der »Frauen-Falle«?

Die Un-Vereinbarkeit von Familie und Beruf im Bild-Text-Diskurs
(unter Mitarbeit von Maren Albrecht)

Wohin führen uns die Ausgänge aus der »Frauen-Falle«? Wie gestaltet die Wechselwirkung von Bildern und Texten, Metaphern und Argumenten den Kampf um Images im Diskurs zur (Un-)Vereinbarkeit von Familie und Beruf?
Florian Kreutzer zeigt anhand von detaillierten Fallstudien und systematischen Analysen: Während die »Frauen-Falle« die Hintergrundmetapher der Un-Vereinbarkeit bildet, dient der liminale Doppelkörper der berufstätigen Frau und Mutter als imagebildende Ikone der Vereinbarkeit.
Im theoretischen Bezugsrahmen dieser Diskursanalyse entwirft er eine dialektische Phänomenologie der medialen Imagebildung, die sich an Theodor W. Adornos negativer Dialektik, an der Metaphorologie von Hans Blumenberg und der Medientheorie von Niklas Luhmann orientiert.


 
Autorenbild Kreutzer, Florian

Florian Kreutzer (Prof. Dr. rer. soc.) ist Professor für Soziologie an der Hochschule der Bundesagentur für Arbeit in Mannheim.

»Die Arbeit ist insbesondere für die Gender Media Studies als auch für die an Text und Bild interessierte Diskursforschung von Belang und sei allen am Thema Interessierten empfohlen.«
Elke Grittmann, M&K, 4 (2014)
»Die Ergebnisse dieser Diskursanalyse können dabei helfen, Texte und Bilder zum Vereinbarkeitsproblem einzuordnen. Die Lektüre schärft die Sinne beim Medienkonsum und klärt über einen wichtigen geschlechterpolitischen Diskurs auf.«
Barbara Stiegler, www.socialnet.de, 14.01.2014
Besprochen in:

beziehungsweise, 1/2 (2014)

Soziologie, Gender Studies, Kommunikationswissenschaft, Kultur- und Medienwissenschaft, Bildwissenschaft sowie die interessierte Öffentlichkeit

Print 29,99 €

10/2013, 272 Seiten, kart., zahlr. Abb.
ISBN 978-3-8376-2471-7

Artikel-Nr.: 2471

-2471-7: Kreutzer, Ausgänge aus der »Frauen-Falle«?

Die Un-Vereinbarkeit von Familie und Beruf im Bild-Text-Diskurs
(unter Mitarbeit von Maren Albrecht)

 

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E-Book 26,99 €

PDF-Download, 6,02 MB
03/2014, 272 Seiten
ISBN 978-3-8394-2471-1

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