Autoreninterview

... mit den Herausgebern

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Weil die über vierzig Autoren/-innen dieses Buches nicht nur über inter- und... >>>
... mit den Herausgebern

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Weil die über vierzig Autoren/-innen dieses Buches nicht nur über inter- und transdisziplinäres Forschen schreiben, sondern weil das Buch selbst Ergebnis eines interdisziplinären Prozesses ist. Die jeweils sehr heterogen zusammengesetzten Autorenteams reflektieren nicht nur über irgendein anderes Forschungsobjekt, sondern immer auch über sich selbst. Denn man ist in das, was man objektiviert, verstrickt. Insofern betreibt dieses Buch Selbstaufklärung – in der Hoffnung, dass andere auch etwas davon haben.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
Wir schauen auf das, was passiert, wenn man inter- und transdisziplinär forscht. Wir fokussieren auf das konkrete Tun. Was passiert, wenn Wissenschaftler/-innen aus verschiedenen Disziplinen interdisziplinär, wenn Wissenschaftler/-innen mit Nicht-Wissenschaftlern/-innen transdisziplinär miteinander arbeiten? Inter- und transdisziplinäre Forschungsprozesse sind vor allem soziale, kulturelle Prozesse. Wie werden bspw. Gemeinsamkeiten in all den Differenzen, die es in jedem inter- und transdisziplinären Projekt gibt, hergestellt?

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?
›Man sollte, müsste ...‹: In Forschungsdebatten wird oft um den richtigen Weg zur Erkenntnis gestritten. Wir hätten auch – appellativ, normativ – beschreiben können, wie man ›richtig‹ inter- und transdisziplinär forscht. Das wollten wir vermeiden. Denn den ›einen‹ Königsweg für inter- und transdisziplinäres Forschen gibt es nicht. Aber indem wir solche Prozesse reflektieren, entstehen womöglich Gewissheiten darüber, wie solche Prozesse gelingen können, aber warum sie manchmal auch scheitern.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?
Natürlich mit Kollegen/-innen, die ebenfalls inter- und transdisziplinär arbeiten. Aber auch mit Kollegen/-innen aus verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen, mit Studierenden, mit wissenschaftspolitischen Entscheidungsträgern/-innen – überhaupt mit Menschen, die über den eigenen Tellerrand hinausschauen wollen und die Forschung womöglich als etwas verstehen, das auch an gesellschaftlichen Problemen orientiert sein könnte.

5. Ihr Buch in einem Satz:
Wenn man interdisziplinär oder transdisziplinär arbeitet, da kann man was erleben. <<<


Gert Dressel / Wilhelm Berger / Katharina Heimerl / Verena Winiwarter (Hg.)

Interdisziplinär und transdisziplinär forschen

Praktiken und Methoden

Wissenschaft, die sich an gesellschaftlichen Problemen orientiert, ist heute inter- und transdisziplinär. Dieses Buch gibt Einblicke in die damit verbundenen Herausforderungen: Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verlassen das sichere Terrain akademischer Disziplinen. Ihre Expertise wird relativiert, methodisches Neuland wird betreten.
Auf Basis von dreißig Jahren Erfahrung fokussieren die Beiträge auf die Forschungspraxis und reflektieren, wie Projekte beginnen, verlaufen und enden. Hiermit schließt der Band eine Lücke in der deutschsprachigen Forschungsliteratur und gibt Orientierungen dafür, wie inter- und transdisziplinäre Projektteams erfolgreich(er) arbeiten können.


 
Autorenbild Dressel, Gert;Berger, Wilhelm;Heimerl, Katharina;Winiwarter, Verena;(Hg.)

Gert Dressel, Historiker und Fortbildner, arbeitet am Institut für Wissenschaftskommunikation und Hochschulforschung an der Fakultät für Interdisziplinäre Forschung und Fortbildung (IFF) der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt (Standort Wien).
Wilhelm Berger, Philosoph und Sozialwissenschaftler, arbeitet am Institut für Technik- und Wissenschaftsforschung sowie als Prodekan der IFF-Fakultät der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt.
Katharina Heimerl, Medizinerin und Gesundheitswissenschaftlerin, leitet das Institut für Palliative Care und OrganisationsEthik an der IFF-Fakultät der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt (Standort Wien).
Verena Winiwarter, Chemikerin und Historikerin, ist Professorin für Umweltgeschichte am Institut für Soziale Ökologie sowie Dekanin der IFF-Fakultät der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt.

Homepage:
IFF

»Eindrucksvolle Positionsbestimmung aus Klagenfurt.«
http://nachhaltigewissenschaft.blog.de, 10.06.2014
Besprochen in:

Forschung & Lehre, 10 (2014)
Soziale Technik, 3 (2014)

Wissenschaftsforschung, Wissenschaftstheorie, Inter- und transdisziplinäre Wissenschaften und Forschungspraxis

Print 34,99 €

05/2014, 366 Seiten, kart.
ISBN 978-3-8376-2484-7

Artikel-Nr.: 2484

-2484-7: Dressel et al. (Hg.), Interdisziplinär und

Praktiken und Methoden

 

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E-Book 34,99 €

PDF-Download, 1,95 MB
06/2014, 366 Seiten
ISBN 978-3-8394-2484-1

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