Autoreninterview

... mit Johanne Mohs

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Ich ziehe in meiner Untersuchung den fotografischen Akt – in theoretischer sowie... >>>
... mit Johanne Mohs

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Ich ziehe in meiner Untersuchung den fotografischen Akt – in theoretischer sowie medienhistorischer Perspektive – als Referenzrahmen für literarische Schreibweisen heran. Das ist für die Erforschung der Intermedialität von Literatur und Fotografie ungewöhnlich, aber meines Erachtens entscheidend.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
Mit meinem produktionsästhetischen Ansatz kann das Wechselverhältnis der beiden Medien auf die Materialität des Schreibens und des Fotografierens bezogen werden. Bislang wurde deren Verhältnis vornehmlich darstellungs- und wirkungsästhetisch als Medienkonkurrenz in Realismusdebatten verhandelt.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?
Die in dem Buch erfolgte Untersuchung von Präsenzeffekten ermöglicht es, die aktuell in den Geisteswissenschaften diskutierten Fragen zur Materialität und zur Performativität auf literarische Texte zu übertragen.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?
Mit Literatur-, Medien- und Fotografietheoretikern (z.B. gerne mit Peter Geimer) und mit allen Menschen, die sich von dem Thema angesprochen fühlen.

5. Ihr Buch in einem Satz:
Mit ›Aufnahmen‹ und ›Zuschreibungen‹ werden zwei Parameter für die Erforschung der Intermedialität von Literatur und Fotografie entwickelt. <<<


Johanne Mohs

Aufnahmen und Zuschreibungen

Literarische Schreibweisen des fotografischen Akts bei Flaubert, Proust, Perec und Roche

Intermediale Bezugnahmen zwischen Literatur und Fotografie begleitet seit jeher ein problematisches Transparenz-Apriori, das dem Text eine ähnliche Durchsicht auf die dargestellte Wirklichkeit abverlangt wie einer Fotografie. Gerät allerdings der fotografische Akt als Bezugsverfahren in den Blick, kann ein Realitätseffekt entstehen, bei dem Ähnlichkeitsansprüche zweitrangig werden. Dass dann sogar die Materialität von Sprache im Dienst der Wirklichkeitsillusion steht, zeigt Johanne Mohs in detaillierten Textanalysen zu Werken von Gustave Flaubert, Marcel Proust, Georges Perec und Denis Roche.


 

Johanne Mohs (M.A.) ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Hochschule der Künste Bern. Ihre Forschungsschwerpunkte sind intermediale Bezugnahmen zwischen Literatur und Fotografie, europäische Avantgarden sowie mediale Materialität in zeitgenössischer Kunst.

Homepage:
www.intermaterialitaet.ch
Hochschule der Künste Bern

»Mohs' Untersuchung [zeigt], wie fruchtbar der Ausgang von einem anderen Medium für die Analyse von literarischen Texten sein kann.«
Jan Gerstner, r:k:m, 06.06.2014

Literaturwissenschaft, Medienwissenschaft, Kunstwissenschaft

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11/2013, 260 Seiten, kart., zahlr. Abb.
ISBN 978-3-8376-2491-5

Artikel-Nr.: 2491

-2491-5: Mohs, Aufnahmen und Zuschreibungen

Literarische Schreibweisen des fotografischen Akts bei Flaubert, Proust, Perec und Roche

 

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03/2014, 260 Seiten
ISBN 978-3-8394-2491-9

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