Interview

... mit Rainer Wenrich

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Die Modewissenschaft ist allgemein ein Feld, das sich in einem Entwicklungsprozess... >>>
... mit Rainer Wenrich

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Die Modewissenschaft ist allgemein ein Feld, das sich in einem Entwicklungsprozess befindet.
Dies betrifft ein interdisziplinäres Zusammenwirken, die Erarbeitung von Forschungsansätzen ebenso wie eine wachsende internationale Zusammenarbeit. Mit der vorliegenden Publikation habe ich mich auf diesen Weg begeben, um diese Bestrebungen gemeinsam mit wunderbaren Beiträger/-innen aus Deutschland, England und Amerika zu unterstützen.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
Die »Medialität der Mode« zeigt, dass es ein schnelles Thema ist, das man nur für einen Augenblick fassen kann. Ein Blick auf die Repräsentation von Mode im Internet und in den sozialen Netzwerken, aber auch in den beeindruckenden Ausstellungen der jüngeren Zeit macht dies sichtbar. Es geht um Simultanität und was immer mehr zählt, ist das unmittelbare Mitteilen von Innovationen in der Mode. Immer wichtiger wird es auch, die Rahmenbedingungen der Produktion von Kleidung zu durchleuchten.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?
In der Modewissenschaft sind wir bestrebt, den Forschungsdiskurs weiterzuentwickeln und ihn lebendig zu halten. Im deutschsprachigen Raum agieren wir u.a. aus der Perspektive der Kunst- und Kostümgeschichte und aus den Literaturwissenschaften. Ein Thema wie die ›Medialität‹ ist hierin fest verortet und erhält durch kontinuierliche technische Innovationen und stilistische ›shifts‹ enorme Bereicherung. Hier den Anschluss nicht zu verlieren, ist für unsere Forschung entscheidend.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?
Am liebsten würde ich eine Diskussionsrunde initiieren mit Harold Koda und Andrew Bolton aus dem Bereich der Ausstellung von Kleidermode, Issey Miyake und Iris van Herpen als Innovator/-innen im Feld der Produktion von Kleidung und Alexandre de Betak als Schöpfer faszinierender Präsentationsräume.

5. Ihr Buch in einem Satz:
Ein mehrperspektivischer Blick auf Kleidung und Mode und relevante Entwicklungsprozesse am Beginn des 21. Jahrhunderts. <<<


Rainer Wenrich (Hg.)

Die Medialität der Mode

Kleidung als kulturelle Praxis. Perspektiven für eine Modewissenschaft

Kleidung und Bildende Kunst, Kleidung und Architektur, Kleidung und Politik – in der Kleidermode finden sich vielfache mediale Wechselwirkungen. Kleidung, wenn sie zu Mode, also zu einer kulturellen Praxis wird, besitzt eine eigene Medialität und integriert als Mittlung zwischen Subjekt und Umwelt Themen wie Globalisierung, Nachhaltigkeit und Transkulturalität.
Die Beiträge des Bandes mit einem Vorwort von Harold Koda (Costume Institute/Metropolitan Museum of Art, New York) zeigen: Internet, Blogs und die Verbreitung über soziale Netzwerke lassen die Kleidermode eine neue Ebene des kommunikativen Austauschs formen. Diese Entwicklungen haben Konsequenzen für die Weiterentwicklung modetheoretischer Ansätze und der Konstitution einer Wissenschaft der Mode.


 
Autorenbild Wenrich, Rainer;(Hg.)

Rainer Wenrich (Dr. phil.), Kunstwissenschaftler und Kunstpädagoge, ist Professor für Kunstpädagogik und Kunstdidaktik an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt. Er forscht in den Bereichen der Kunst-, Design- und Kostümgeschichte sowie der Modetheorie.

Homepage:
Rainer Wenrich: www.bayerische-museumsakademie.de
Rainer Wenrich: Katholische Uni Eichstätt

»Es gibt verschiedenste Hervorbringungsarten von Mode, die zusammengenommen ihre Medialität ausmachen. Der hier besprochene Sammelband bildet einen guten Ausgangspunkt, um darüber weiter nachzudenken.«
Leonie Häsler, Zeitschrift für Volkskunde, 112/2 (2017)
»Dieses Buch beinhaltet eine reichliche Sammlung von Aufsätzen zum Thema Mode aus Vergangenheit und Gegenwart, die bis in die Zukunft hineinreichen. Die Beiträge können die wissenschaftliche Auseinandersetzung [...] bereichern.«
textil, 4 (2015)
Besprochen in:
taz, 28./29.11.2015, Brigitte Werneburg
SWR2, Die Buchkritik, 07.01.2016
Kunst + Unterricht, 401-402 (2016), Anna Maria Loffredo
Regardes croisés, 6 (2016), Emilie Hammen

Kunst- und Kostümgeschichte, Modetheorie/Fashion Studies, Designgeschichte, Soziologie, Kulturanthropologie

Print 32,99 €

07/2015, 414 Seiten, kart., zahlr. Abb.
ISBN 978-3-8376-2559-2

Artikel-Nr.: 2559

-2559-2: Wenrich (Hg.), Die Medialität der Mode

Kleidung als kulturelle Praxis. Perspektiven für eine Modewissenschaft

 

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07/2015, 414 Seiten
ISBN 978-3-8394-2559-6

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