Autoreninterview

... mit Florian Freitag

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Die Debatte um Migration und Integration ist derzeit in Deutschland besonders aktuell. Wolfgang... >>>
... mit Florian Freitag

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Die Debatte um Migration und Integration ist derzeit in Deutschland besonders aktuell. Wolfgang Welschs Konzept der Transkulturalität zeigt, dass diese Debatte aber häufig viel zu simplifizierend geführt wird. ›Multikulti‹ einerseits und enges Schubladendenken andererseits werden der Realität nicht annähernd gerecht. Kulturelle Berührungs- und Konfliktpunkte sind oft anders gelagert, als man auf den ersten Blick vielleicht vermuten würde. Die Beispiele in unserem Band zeigen dies sehr nachdrücklich.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
Transkulturelle Dynamiken macht zunächst einmal deutlich, wie vielfältig transkulturelle Phänomene sind. Von Kanada bis Australien, von Wagner bis Fußball – Transkulturalität lässt sich beinahe überall ausmachen. Daneben öffnet unser Band insbesondere den Blick für die historische Dimensionen von Transkulturalität. Die Beiträge betrachten etwa einerseits kulturelle Phänomene aus früheren Epochen, denken aber andererseits Transkulturalität über Epochengrenzen hinweg, also diachron.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?
Dies ist stark von der Disziplin abhängig. In der Sportsoziologie scheint Transkulturalität etwa bislang kaum Beachtung gefunden zu haben; in der (Nord)Amerikanistik sind grenzüberschreitende kulturelle Dynamiken und Prozesse bislang eher unter dem Paradigma des Transnationalen gefasst worden. Die Lateinamerikanistik, aus der das Konzept ja ursprünglich stammt, ist da etwas ›weiter‹. Unser Band zeigt jedoch, dass Transkulturalität für alle diese Disziplinen fruchtbar gemacht werden kann.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?
Mit allen, die meinen, Disneyland sei amerikanisch und die Neue Deutsche Welle sei deutsch. Sie haben nicht unrecht. Aber ganz so einfach ist es dann auch wieder nicht.

5. Ihr Buch in einem Satz:
Menschen und Kulturen haben mehr gemeinsam und unterscheiden sich in vielfältigerer Weise als man es häufig vermuten würde – und das war schon immer so, überall. <<<


Jutta Ernst / Florian Freitag (Hg.)

Transkulturelle Dynamiken

Aktanten – Prozesse – Theorien

Das Konzept der »transkulturellen Dynamiken« dient in diesem Band dazu, die zunehmende Mobilität und gegenseitige Durchdringung von Kulturen zu fassen. Die Beiträge betrachten Artefakte, soziale Praktiken und Phänomene der Hoch- wie der Populärkultur aus dem Blickwinkel unterschiedlicher Disziplinen (u.a. American Studies, Sinologie, Sportsoziologie, Ethnologie, Geschichts-, Medien-, Theater- und Literaturwissenschaft). Sie untersuchen, welchen Gesetzmäßigkeiten »transkulturelle Dynamiken« unterliegen, welche Rollen verschiedene Aktanten einnehmen und inwieweit sich Theorien und Methoden einer transdisziplinären Transkulturalität entwickeln lassen.


 
Autorenbild Ernst, Jutta;Freitag, Florian;(Hg.)

Jutta Ernst (Univ.-Prof. Dr. phil.) lehrt Amerikanistik (American Studies) an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz.
Florian Freitag (Dr. phil.) lehrt Amerikanistik (American Studies) an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz.

Homepage:
www.northamericanstudies.uni-mainz.de

Besprochen in:

IDA-NRW, 21/2 (2015)

American Studies, Canadian Studies, Sinologie, Cultural Studies, Medienwissenschaft, Kulturwissenschaft, Postcolonial Studies

Print 34,99 €

12/2014, 376 Seiten, kart., zahlr. Abb.
ISBN 978-3-8376-2563-9

Artikel-Nr.: 2563

-2563-9: Ernst/Freitag (Hg.), Transkulturelle Dynamiken

Aktanten – Prozesse – Theorien

 

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E-Book 34,99 €

PDF-Download, 5,20 MB
12/2014, 376 Seiten
ISBN 978-3-8394-2563-3

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