Autoreninterview

... mit Alina Bothe und Dominik Schuh

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Für Lesende, die ein Interesse an Gender-Fragen in der Geschichtswissenschaft... >>>
... mit Alina Bothe und Dominik Schuh

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Für Lesende, die ein Interesse an Gender-Fragen in der Geschichtswissenschaft und benachbarten Disziplinen haben, kann das Buch neue Perspektiven auf ein nicht so neues Thema beinhalten. Welchen Stellenwert hat Gender als Forschungskategorie? Wird Gender in Forschungsfragen einfach mitgedacht oder aber ist Gender die Kategorie, aus der ein Forschungsvorhaben gedacht wird? Was sind die Risiken und Nebenwirkungen beider Ansätze? Wo treffen sie sich? Wo trennen sie sich wieder?

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
Indem ein unterschwelliger Konflikt zwischen Forschungsperspektiven im Bereich der Geschlechtergeschichte offengelegt wird, werden bestehende Perspektiven nuanciert und differenziert. In einzelnen transdisziplinären Fallstudien wird die Frage integriert oder separiert konkret entlang des historischen Quellenmaterials diskutiert. Zugleich erlauben die Fallstudien Einblicke in spannende Forschungsvorhaben.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?
Gender ist auch in den historischen Disziplinen ein sehr ausdifferenziertes Feld. Unser Buch setzt an einem grundlegenden Punkt an: Welchen Stellenwert sollte Geschlecht in Forschungsprojekten haben? Als offener Diskussionsband ermöglicht er es, diese Frage aus unterschiedlichen Positionen zu beleuchten.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?
Unsere bevorzugte Diskussionspartnerin wäre wohl ohne Zweifel Natalie Zemon Davis. Zum einen ist sie eine herausragende Forscherin u.a. auf dem Gebiet der Geschlechtergeschichte, zum anderen waren ihre Arbeiten bereits im Rahmen der Veranstaltung, auf der der Band beruht, unser bevorzugtes Beispiel für die Spannbreite geschlechtergeschichtlicher Fragestellungen und Arbeitsansätze.

5. Ihr Buch in einem Satz:
Königskinder – warum bestimmte Forschungsperspektiven nicht zusammen kommen. <<<


Alina Bothe / Dominik Schuh (Hg.)

Geschlecht in der Geschichte

Integriert oder separiert? Gender als historische Forschungskategorie

Ist Geschlecht eine der Metakategorien geschichtswissenschaftlicher Forschung, die integriert in jeder Analyse zu berücksichtigen ist? Oder sind separierte, das Geschlecht isolierende und fokussierende Zugangsweisen nach wie vor legitim – ja sogar notwendig, um Geschlecht (wieder) in die Geschichte einzuschreiben?
Der Band geht anhand aktueller Forschungsprojekte aus historisch arbeitenden Disziplinen der Frage nach, wie die Kategorie »Geschlecht« zurzeit untersucht wird und welche spezifischen Probleme und Vorzüge mit den unterschiedlichen Zugriffsweisen verbunden sind. Methodische und (meta-)theoretische Fragestellungen stehen dabei im Mittelpunkt.


 
Autorenbild Bothe, Alina;Schuh, Dominik;(Hg.)

Alina Bothe (M.A.) ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Zentrum Jüdische Studien Berlin-Brandenburg und promoviert mit einer Arbeit zur Geschichte der Shoah in den digitalen Medien.
Dominik Schuh arbeitet an der Universität Mainz in einem Projekt zur Prävention wissenschaftlichen Fehlverhaltens. Er promoviert zu spätmittelalterlichen Männlichkeiten.

Homepage:
www.historische.kulturwissenschaft.uni-mainz.de

»Die Beiträge veranschaulichen die methodische und theoretische Breite historischer Frauen- und Geschlechterforschung.«
Nicola Hille, GENDER, 2 (2015)
»Der vorliegende Band verdeutlicht die Notwendigkeit und das kritische Potential geschlechterperspektivischer Untersuchungen in der Geschichtswissenschaft.«
Veronika Helfert, Ariadne, 67-68 (2015)
»Der Band [bietet] aufgrund seiner originellen Form und seiner weitgefächerten Beiträge einen gewinnbringenden Einblick in gegenwärtige deutschsprachige historische Frauen- und Geschlechterforschung, ein, wie die Herausgeber/innen treffend beobachten, ›methodisch und theoretisch plural angelegte[s] Feld‹, das sich immer wieder neu die Frage nach seinem Verhältnis zur Geschichtswissenschaft als fachlicher Disziplin stellt.«
Karina Korecky, H-Soz-u-Kult, 23.07.2015
Besprochen in:

GMK-Newsletter, 1 (2015)

Geschichtswissenschaft, Kulturwissenschaften, Geschlechterforschung

Print 29,99 €

10/2014, 268 Seiten, kart.
ISBN 978-3-8376-2567-7

Artikel-Nr.: 2567

-2567-7: Bothe/Schuh (Hg.), Geschlecht in der Geschichte

Integriert oder separiert? Gender als historische Forschungskategorie

 

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E-Book 26,99 €

PDF-Download, 9,70 MB
11/2014, 268 Seiten
ISBN 978-3-8394-2567-1

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