Zukunft am Ende

Autobiographische Sinnstiftungen von DDR-Geisteswissenschaftlern nach 1989

Alles Ostalgie? 1989 stellte für viele eine Zäsur dar – eine große Zahl an sogenannten Nachwende-Erinnerungstexten sind daraufhin entstanden, anhand derer sich die Auswirkungen der Wende auf die kulturellen Sinnsysteme analysieren lassen.

Im Mittelpunkt dieses Buches stehen als Untergruppe solcher Texte die Autobiographien von DDR-Geisteswissenschaftlern. Christiane Lahusens Analyse zeigt, dass diese nicht als rückwirkende Verklärungen der DDR-Wirklichkeit abgetan werden können. Vielmehr ergibt sich ein wesentlich komplexeres Bild: Die Autobiographien sind weniger Vergangenheits- als Zukunftstexte, denn erst der Zusammenbruch des Staatssozialismus erlaubte den Autobiographen den Rückbezug auf eine politische Utopie, die ihnen zu DDR-Zeiten längst abhanden gekommen war.

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2013-12-03, 326 Seiten
ISBN: 978-3-8376-2585-1

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Christiane Lahusen

Christiane Lahusen, Humboldt-Universität zu Berlin, Deutschland

... mit Christiane Lahusen

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

Weil es Identitätsbildungsprozesse in Deutschland behandelt, die uns alle etwas angehen. Die Frage, wie sich Individuum und Gesellschaft zueinander verhalten, ist immer wieder neu zu beantworten. Das Funktionieren einer Gesellschaft ist notgedrungen auch davon abhängig, dass die Kluft zwischen großer Erzählung und persönlichem Erleben nicht zu groß wird. Deshalb lohnt es sich, dieses Spannungsverhältnis im Falle der DDR und ihres Nachwirkens zu untersuchen.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Die zahlreichen Lebenserinnerungen, die sich mit der DDR beschäftigen, werden zumeist als rückwirkende Verklärungen oder Verdammungen eines gescheiterten Staates abgetan. Mein Buch geht nicht nur den kognitiven Prozessen in Zusammenhang mit Zäsurerfahrung und Autobiographie näher auf den Grund, sondern es zeigt vor allen Dingen, dass die untersuchten Autobiographien immer auch Zukunftsentwürfe darstellen: Sie sind wesentlich stärker auf ein Morgen als auf das Gestern gerichtet.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Die Grenzen und Möglichkeiten des Sagbaren (Achim Landwehr) schreiben auch an Autobiographien mit. Mein Buch zeigt, wie sich diese Grenzen im Entstehungsprozess eines Textes in dem Maße verschieben, in dem sich auch der Adressatenkreis immer wieder verändert. So können Erinnerungstexte als dynamische Quellen analysiert werden.

4. Ihr Buch in einem Satz:

Der Untergang des Sozialismus und die Rückkehr der Utopie.

» Mit diesem Buch liegt nicht nur eine der wohl inhaltlich intelligentesten Analysen autobiografischer Texte zur DDR der letzten Jahre vor, zugleich wird das theoretische und methodologische Potenzial des Mediums Autobiografie und die immense wissenschaftliche Bedeutung literarischer Narrative für die moderne Zeitgeschichte in vorbildlicher Weise entwickelt und umgesetzt.«
Stefan Zahlmann, Archiv für Sozialgeschichte, 15.09.2016
»Im Sinne einer sich gesellschaftlich weiter öffnenden Geschichtswissenschaft ist zu hoffen, dass es nunmehr gelingt, die spezifische Perspektive der Autobiographie mit anderen Perspektiven und Zugängen des historischen Fachs in Beziehung zu setzen und damit einen neuen Blick auf die Geschichte zu werfen, der gerade für die Aufarbeitung der noch sehr fragmentierten und polarisierten DDR-Geschichtsschreibung notwendig erscheint. Hierzu hat Christiane Lahusen einen wichtigen Baustein geliefert.«
Arthur Schlegelmilch, H-Soz-u-Kult, 28.07.2015
»Für den dissonanten Diskurs über die Geschichte der DDR ist die qualifizierte Stimme der als Geistenswissenschaftler schreibenden Zeitzeugen zweifellos eine Bereicherung.«
Ulmann Weiß, Das Historisch-Politische Buch, 63/3 (2015)
»Lahusens Studie ist sehr lesenswert, teilweise erhellend und ausgesprochen spannend.«
Elke Kimmel, Zeitschrift für Geschichtswissenschaft, 12 (2014)
Besprochen in:

Neue Politische Literatur, 59 (2014), Ulrich van der Heyden
Autor_in(nen)
Christiane Lahusen
Buchtitel
Zukunft am Ende Autobiographische Sinnstiftungen von DDR-Geisteswissenschaftlern nach 1989
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
326
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-8376-2585-1
DOI
10.14361/transcript.9783839425855
Warengruppe
1558
BIC-Code
HBJD HBTB HBLW
BISAC-Code
HIS014000 HIS054000 HIS037070
THEMA-Code
NHD NHTB
Erscheinungsdatum
2013-12-03
Auflage
1
Themen
Kulturgeschichte
Adressaten
Geschichtswissenschaft, Literaturwissenschaft, Kulturwissenschaft sowie die interessierte Öffentlichkeit
Schlagworte
Autobiographie, DDR, Wissenschaftler, Narratologie, Ostalgie, Erinnerungskultur, Kulturgeschichte, Deutsche Geschichte, Geschichte des 20. Jahrhunderts, Zeitgeschichte, Geschichtswissenschaft

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