Interview

... mit Ramón Reichert

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Das Buch adressiert nicht ›die‹ Welt, sondern in erster Linie das... >>>
... mit Ramón Reichert

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Das Buch adressiert nicht ›die‹ Welt, sondern in erster Linie das deutschsprachige Publikum. Wir haben erstmals in einer 500-seitigen Anthologie die international führenden Theoretiker der ›Big Data‹ versammelt, um einen fachübergreifenden Reflexionsraum zur Verfügung zu stellen, der ›Big Data‹ in einer möglichst großen Bandbreite zeitdiagnostisch verortet und dabei epistemische Umbrüche kenntlich macht.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
Der transdisziplinär ausgerichtete Sammelband kommt der steigenden Nachfrage nach Kompetenzen an der Schnittstelle zwischen Kulturwissenschaften und Informatik nach und versammelt unterschiedliche Methodenansätze. In einer großen Bandbreite bietet mein Buch einen Überblick über die folgenden Wissensfelder: Big Digital Humanities, Data Literacy, Digitale Methoden, Computerphilologie, Visuelle Kultur, Datenkritik, Historische Fachinformatik, Computerlinguistik, Kultur- und Mediengeschichte, Popularisierung komplexer Datenstrukturen, Datenschutzrecht und Informationsmanagement.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?
Im Zusammenhang mit den öffentlichen Debatten, die über ›Big Data‹ geführt werden, hat sich die wissenschaftliche Aufmerksamkeit für die datenbasierten Medienumbrüche verstärkt. Heute haben sich bereits avancierte Initiativen herausgebildet, welche die historisch, kulturell und sozial einflussreichen Aspekte der digitalen Datenpraktiken systematisch aufarbeiten möchten – verknüpft mit dem forschungsstrategischen Ziel, diese in den künftigen Wissenschaftskulturen und Epistemologien der Datenerzeugung und -analyse verankern zu wollen. Diesen fachübergreifenden Ansprüchen sieht sich der vorliegende Band verpflichtet und versammelt interdisziplinäre Analysen zum digitalen Wandel von Wissen, Macht und Ökonomie, die den aktuellen Debatten zum Stellenwert der Big Data eine theoretische, kritische und historische Tiefe verleihen wollen.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?
Mit Michael S. Rogers ;)

5. Ihr Buch in einem Satz:
Eine kritische Bestandsaufnahme der medientektonischen Verschiebungen der Gegenwartsgesellschaft. <<<


Ramón Reichert (Hg.)

Big Data

Analysen zum digitalen Wandel von Wissen, Macht und Ökonomie

Ob die Überwachungspraktiken der NSA oder die Geschäftsmodelle von Google, Facebook & Co.: Sie alle basieren auf »Big Data«, der ungeahnten Möglichkeit, riesige Datenmengen wie nie zuvor in der Geschichte zu erheben, zu sammeln und zu analysieren. »Big Data« beschreibt damit nicht nur neuartige wissenschaftliche Datenpraktiken, sondern steht für eine tektonische Verschiebung von Wissen, Medien, Macht und Ökonomie.
Im Unterschied zum Medienhype um »Big Data« schafft der Band einen Reflexionsraum zur differenzierten Auseinandersetzung mit dem datenbasierten Medienumbruch der Gegenwart. International führende Theoretiker der Digital Humanities stellen einen fachübergreifenden Theorierahmen zur Verfügung, der es erlaubt, »Big Data« in seiner gesamten sozialen, kulturellen, ökonomischen und politischen Bandbreite zeitdiagnostisch zu thematisieren.

Mit Beiträgen von David M. Berry, Jean Burgess, Alexander R. Galloway, Lev Manovich, Richard Rogers, Daniel Rosenberg, Bernard Stiegler, Theo Röhle, Eugene Thacker u.a.m.


 
Autorenbild Reichert, Ramón;(Hg.)

Ramón Reichert (Dr. phil. habil.) lehrt Medienwissenschaft mit dem Schwerpunkt Digitale Medienkultur u.a. am Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft der Universität Wien. Er ist Leiter des postgradualen Masterstudienganges »Data Studies« an der Donau-Universität Krems. Seit 2014 ist er als Herausgeber der internationalen Fachzeitschrift »Digital Culture & Society« tätig. Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen Internetkultur, Digitale Ästhetik und Datenkritik.

Homepage:
Ramón Reichert: http://digicults.org
Ramón Reichert: Donau-Uni Krems

»Ohne Zweifel bildet dieser Sammelband eine wichtige Grundlage für die weiterführende (geistes-)wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Phänomen Big Data, seinen Entstehungsgeschichten, Wirkungsweisen, Bedeutungen, Problematiken und damit einhergehenden Herausforderungen für Wissenschaft und Gesellschaft in der Gegenwart als auch in der Zukunft.«
Julia Fleischhack, kulturen, 2 (2015)
»Dennoch oder gerade wegen des konzentrierten Theoriefächers kann der Band gegenwärtig als eines der auserlesenen Grundlagenwerke zur Big Data-Forschung im deutschsprachigen Raum gelten.«
Jana Hofmann, MEDIENwissenschaft, 2 (2015)
»Empfehlenswert. Die Texte bieten eine Vielfalt, mit der sowohl Einsteiger in das Thema als auch Fortgeschrittene befriedigt werden können. Die Autoren verdeutlichen die Herausforderungen an die Wissenschaft, die sich durch die Beschäftigung mit Big Data ergeben [...]. Hervorzuheben sind auch die meist umfangreichen Bibliografien zu den einzelnen Texten, die zum Weiterlesen anregen.«
Evelyn Runge, H-Soz-u-Kult, 24.02.2015
O-Ton: »Eher datenbasierte als datengesteuerte Wissenschaften« – Ramón Reichert im Interview bei L.I.S.A, dem Wissenschaftsportal der Gerda Henkel Stiftung am 03.02.2015.
(http://bit.ly/2jMASzV)
»Der Aufsatzband [brilliert] insgesamt mit einer guten theoretischen, diskursgebundenen Basis und glänzt mit soliden Analysen und Reflexionen.«
Philip J. Dingeldey, Potemkin – Zeitschrift für eine kritische Linke, 19.12.2014
»In der wissenschaftlichen Weiterbildung empfiehlt sich das Buch für Forscherinnen und Forscher – in der Praxis der Erwachsenenbildung für Fachleute, die die Thematik ›Big Data‹ und ihre Konsequenzen bearbeiten, reflektieren, vermitteln und popularisieren wollen.«
Werner Lenz, Die österreichische Volkshochschule, 254/4 (2014)
O-Ton: »Wie die Wissenschaft ›verfacebookt‹« – Ramón Reichert im Gespräch mit science.ORF.at am 29.10.2014.
(http://bit.ly/2w8Garb)
O-Ton: »Wir sind noch nicht am Ende des Zufalls« –
Ramón Reichert im Gespräch mit derStandard.at am 28.10.2014.
(http://bit.ly/2fkG2BE)
»Big Data Research in ihren unterschiedlichen Ausprägungen und Anwendungsformen ist zwar mittlerweile bereits in Ansätzen in der deutschen Forschungslandschaft angekommen; der Diskurs – und gar die interdisziplinäre Anwendung – jedoch bedarf einer stärkeren Aufmerksamkeit. Die Autorinnen und Autoren des Bandes ›BIG DATA‹ zeigen mit ihren Analysen zum digitalen Wandel von Wissen, Macht und Ökonomie Wege dafür auf.«
Jos Schnurer, www.socialnet.de, 28.10.2014
»Exzellente Analysen und geerdete Reflexionen.«
Roman Halfmann, www.literaturkritik.de, 11 (2014)
Besprochen in:
WDR 3, Mosaik, 11.10.2014
GMK-Newsletter, 10 (2014)
DEMO, 9 (2014)
derStandard, 28.10.2014, Karin Krichmayr
http://science.orf.at, 29.10.2014, Aaron Salzer
duz, 1 (2015)
iX, 4 (2015), Ariane Rüdiger
tv diskurs, 1 (2016), Lothar Mikos
POLITIKUM, 1 (2016), Sven Vollnhals

Medienwissenschaft, Kulturwissenschaft, Soziologie, Informatik sowie die interessierte Öffentlichkeit

Print 29,99 €

09/2014, 496 Seiten, kart.
ISBN 978-3-8376-2592-9

Artikel-Nr.: 2592

-2592-9: Reichert (Hg.), Big Data

Analysen zum digitalen Wandel von Wissen, Macht und Ökonomie

 

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E-Book 26,99 €

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09/2014, 496 Seiten
ISBN 978-3-8394-2592-3

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09/2014
ISBN 978-3-7328-2592-9

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