Autoreninterview

... mit den Herausgebern

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?
Der zunehmende Trend zur Quantifizierung menschlichen Leidens und der einseitige Diskurs der Machbarkeit und Lösungsorientierung in der dominierenden... >>>
... mit den Herausgebern

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?
Der zunehmende Trend zur Quantifizierung menschlichen Leidens und der einseitige Diskurs der Machbarkeit und Lösungsorientierung in der dominierenden empirischen Bildungsforschung im schulischen Feld werden dem Phänomen des Aufwachsens unter widrigen Umständen und Ereignissen nicht gerecht. Pädagogisches Denken und Handeln erschöpft sich auch nicht in Diagnosen und Interventionsstrategien; es braucht vielmehr einen pädagogischen Raum den Einzelnen in seiner Situiertheit und Situativität vom Rand her zu denken.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
Trauma bewegt sich derzeit zwischen einer neurowissenschaftlich informierten Reparaturlogik und (s)einer Desavouierung durch die Erziehungs- und Geisteswissenschaften. Indem in diesem Buch Trauma hin zu einer Chiffre des Leidens an kontingenten sozialen Verhältnissen verschoben wird, kann seine Entzogenheit und Schlagkraft vermittelt werden. Nicht nur wird so den Unebenheiten, Brüchen und Rissen dominanter Diskurslogiken Rechnung getragen, sondern Trauma kommt in seiner Multidimensionalität und Materialität zum Vorschein.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?
Neben der Problematisierung eines traumatischen Essentialismus samt der Medikalisierung von Leid, setzt dieses Buch Trauma konsequent in den Kontext (praxisnaher) Macht- und Differenzkritik.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?
Mit Astrid Lindgren, Dschalal ad-Din ar-Rumi, Paul Goodman.

5. Ihr Buch in einem Satz:
Kinder mit existenziellen Widerfahrnissen im schulischen Feld brauchen Eigensinn, Bezug und Empörung und keine weitere Normierung und Re-Optimierung. <<<


Monika Jäckle / Bettina Wuttig / Christian Fuchs (Hg.)

Handbuch Trauma – Pädagogik – Schule

Traumatische Erfahrungen von Kindern und Jugendlichen werden in diesem Handbuch in den Kontext schulischer Bildung und Erziehung gestellt. Die inter- und transdisziplinären Beiträge arbeiten traumaspezifisches und differenzsensibles Wissen auf, zeigen wie Vulnerabilität fernab vorherrschender Diagnosen gedacht werden kann und welche Unterstützungsleistungen Kinder und Jugendliche mit traumatischen Erlebnissen im schulischen Alltag erfahren können.
Das Handbuch bietet Orientierung innerhalb der wissenschaftlichen Perspektiven zum Phänomen und zur Politik des Traumas und lädt ein, die Differenzen und Ambivalenzen von Leid in Bildungsprozessen anders zu denken.


 

Monika Jäckle (Dr. phil.), freie Erziehungswissenschaftlerin, ist Mitbegründerin des Lore Perls Instituts (Augsburg) und arbeitet als Gestalttherapeutin und Traumatherapeutin in eigener Praxis.
Bettina Wuttig (Prof. Dr. phil.) ist Professorin an der SRH Hochschule Heidelberg. Sie leitet dort den Masterstudiengang Soziale Arbeit – Psychosoziale Beratung und Gesundheitsförderung. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Soma Studies, Gender und Beratung, Trauma und Diskriminierungsverhältnisse. Sie ist Begründerin und Mitherausgeber_in der Edition »Soma Studies« des transcript Verlags.
Christian Fuchs (Dipl.-Ing. FH, Dipl.-Wirtsch-Ing. FH) arbeitet als Gestalt- und Traumatherapeut in eigener Praxis, ist Mitbegründer des Lore Perls Instituts und lehrt an verschiedenen Hochschulen.

Homepage:
Bettina Wuttig: Hochschule Heidelberg
Bettina Wuttig: Uni Marburg

Pädagogik, Schulpädagogik, Psychologie, Soziologie sowie insbesondere Praktiker_innen im Schulbetrieb, Entscheidungsträger_innen in der Schulpolitik und die interessierte Öffentlichkeit

Print 39,99 €

06/2017, 726 Seiten, kart.
ISBN 978-3-8376-2594-3

Artikel-Nr.: 2594

-2594-3: Jäckle et al. (Hg.), HB TraumaPädagogik

 

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E-Book 39,99 €

PDF-Download, 6,73 MB
06/2017, 726 Seiten
ISBN 978-3-8394-2594-7

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