Interview

... mit den Herausgeberinnen

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Weil der in unserem Buch kultivierte Blick auf Architektur und Stadt neu ist. Die... >>>
... mit den Herausgeberinnen

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Weil der in unserem Buch kultivierte Blick auf Architektur und Stadt neu ist. Die Humboldt-Box als umstrittenes Bauwerk inmitten Berlins ist dabei nur der Ausgangspunkt der forschenden Fragen, die unsere Autorinnen und Autoren an diesen zentralen Ort der Hauptstadt stellen. Die überraschenden Antworten verdeutlichen den Mehrwert einer interdisziplinär betriebenen Architekturwissenschaft. Die Essayform favorisiert dabei das Nachdenken und das Lesevergnügen gegenüber dem strengen Duktus rein wissenschaftlicher Abhandlungen.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
Architekturforschung und -publizistik sind unserer Ansicht nach noch immer zu sehr gefangen in den Sichtweisen einzelner Disziplinen. Dagegen setzen wir eine perspektivische und methodische Vielfalt, um ein komplexes und spannungsreiches Bild von Architektur und Stadt zu zeichnen. In seiner Vielstimmigkeit führt das Buch die gesellschaftliche Relevanz baukultureller Themen und deren Anschlussfähigkeit an andere Fachgebiete vor Augen.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?
Wir verstehen unser Buch weniger als Beitrag zu einem wissenschaftlichen Einzeldiskurs denn als Anstoß zur Diskussion auf einer übergeordneten Ebene. Zeigen möchten wir, wie Architekturwissenschaft zeitgemäß betrieben wird und die Expertise unterschiedlicher Disziplinen zu einer differenzierteren Wahrnehmung des lebensweltlich so allgegenwärtigen Gegenstands Architektur führen kann.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?
Mit allen, die inter- und transdisziplinäre Ansätze vertreten und beim Nachdenken über Stadt und Architektur gerne ausgetretene Pfade verlassen. Außerdem mit all jenen, die eine produktive Diskussion über diesen besonderen Ort in der Mitte Berlins als notwendig und gewinnbringend erachten.

5. Ihr Buch in einem Satz:
Das Buch veranschaulicht den Gewinn von Perspektivwechseln in der wissenschaftlichen Reflexion zeitgenössischer Architektur. <<<


Sabine Ammon / Eva Maria Froschauer / Julia Gill / Constanze A. Petrow / Netzwerk Architekturwissenschaft (Hg.)

z.B. Humboldt-Box

Zwanzig architekturwissenschaftliche Essays über ein Berliner Provisorium
(mit einem Geleitwort von Kurt W. Forster)

Nicht Sujet, sondern Vehikel: Anhand der Humboldt-Box in Berlin erproben die Autorinnen und Autoren dieses Bandes, was eine interdisziplinär betriebene Architekturwissenschaft leisten kann. Neugierig nähern sie sich dem umstrittenen temporären Bauwerk auf dem Schlossplatz und reagieren mit überraschenden Antworten auf Fragen, die sich an diesem zentralen Ort der Hauptstadt als einem Exempel für die Theorie des städtischen Palimpsests entzünden. Mit essayistischer Leichtigkeit und wohltuender Distanz zur ideologisch aufgeladenen »Schlossdebatte« entfaltet sich ein Kaleidoskop der Lesarten zeitgenössischer Architektur in ihrem städtisch-diskursiven Umfeld.


 

Sabine Ammon arbeitet als Postdoktorandin am Forschungszentrum eikones, Universität Basel, zu Fragen im Grenzbereich zwischen Architektur und Philosophie.
Eva Maria Froschauer lehrt als promovierte Architekturhistorikerin an der BTU Cottbus-Senftenberg und forscht zu Materialität und Operationalität von Sammlungen in Entwurfsprozessen.
Julia Gill forscht als freiberufliche Architektin und promovierte Wissenschaftlerin zu Fragen des Wohnungs- und Siedlungsbaus in (sub-)urbanen Lebenswelten.
Constanze A. Petrow ist promovierte Landschaftsarchitektin und Fachjournalistin; sie forscht und lehrt am Fachgebiet Entwerfen und Freiraumplanung der TU Darmstadt.
Das Netzwerk Architekturwissenschaft, gegründet 2011, führt unterschiedliche Disziplinen sowie deren Forschungspraktiken und -methoden in einen gemeinsamen Austausch.

Homepage:
Sabine Ammon: www.architekturwissenschaft.net
Eva Maria Froschauer: www.architekturwissenschaft.net
Julia Gill: www.architekturwissenschaft.net
Constanze A. Petrow: www.architekturwissenschaft.net
Netzwerk Architekturwissenschaft: www.architekturwissenschaft.net

»Es lohnt sich aufgrund des breiten Spektrums an (methodologischen) Zugängen und unterschiedlichen Lesarten und der damit einhergehenden Vielfalt der Beiträge [...], sich auf ›diese etwas andere Berliner Schloss-Debatte‹ [...] einzulassen.«
Elisabeth Haid, dérive, 59 (2015)
Besprochen in:

Fraunhofer IRB, 7 (2014) Der Architekt, 5 (2014), Tom Steinert

Architektur, Architekturkritik, Architekturtheorie, Architekturgeschichte, Urban Studies, Kulturwissenschaften, Kunstgeschichte, Philosophie, Soziologie, Fotografie

Print 29,99 €

04/2014, 214 Seiten, kart., zahlr. Abb.
ISBN 978-3-8376-2671-1

Artikel-Nr.: 2671

-2671-1: Ammon et al. (Hg.), z.B. Humboldt-Box

Zwanzig architekturwissenschaftliche Essays über ein Berliner Provisorium
(mit einem Geleitwort von Kurt W. Forster)

 

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E-Book 26,99 €

PDF-Download, 19,17 MB
06/2014, 214 Seiten
ISBN 978-3-8394-2671-5

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