Formelkino

Medienwissenschaftliche Perspektiven auf die Genre-Theorie und den Giallo

Genre-Labels determinieren Genre-Korpora und -Geschichten, sie lenken die Text-Lektüre. Ausgehend von dieser Prämisse fragt Peter Scheinpflug nach den Diskursen und Praktiken der kulturellen Aneignung von Genres. Hierzu erweitert er die filmwissenschaftliche Genre-Theorie um eine medienkulturwissenschaftliche Perspektive: Anhand von Filmen, die im Kino als Krimis, auf VHS als Horror/Slasher und auf DVD als Giallo klassifiziert sind, werden die Interdependenzen von Texten, Medien, ihrer Rezeption und ihrer Diskursivierung fokussiert. Die so erzielte Genre-Theorie lässt sich auf Genres in allen Medien und auf alle Disziplinen übertragen.

35,99 € *

2014-02-19, 308 Seiten
ISBN: 978-3-8376-2674-2

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Peter Scheinpflug

Peter Scheinpflug, Universität zu Köln, Deutschland

... mit Peter Scheinpflug

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?

Weil man daraus lernt, dass es nicht um Werturteile gehen kann, nicht um die Frage, ob man einen Text braucht; interessant ist die Frage danach, wie Mediennutzer Texte gebrauchen, wie sie Medien und Texte für sich sinnvoll und produktiv machen. Dabei kommt der Pluralität von Genres eine zentrale Rolle zu, da Mediennutzer sich die gleichen Texte mit verschiedenen Genres ganz unterschiedlich zu Eigen machen können. In diesem Sinne mag dieses Buch gebraucht werden – von jedem Leser auf seine Weise.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Statt Genres zu konstruieren und zu fixieren, wird untersucht, welche Genre-Begriffe und Genre-Geschichten in verschiedenen Diskursen zirkulieren und wie sie von Mediennutzern genutzt werden können. Genres geraten so in ihrer Pluralität als Symptome verschiedener Praktiken und Diskurse der Mediennutzung und der Text-Aneignung in den Blick. Die Genre-Theorie wird dadurch anschlussfähig an Theorien und Fragestellungen der Medien- und Kulturwissenschaft.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

In der Genre-Theorie, gerade in Deutschland, herrscht noch immer eine starke Fokussierung von Text-Korpora und der Agenda vor, ›richtige‹ Genre-Begriffe aufzustellen und die ›richtige‹ Genre-Geschichte zu erzählen. Davon rückt das Buch ab und untersucht Genres als soziokulturelle Phänomene. Durch die beispielhafte Analyse des Genres Giallo wird die Genre-Theorie um Fragen zu Medien wie Film und DVD, zu Wissensregimen, zu Experten- und Fan-Kulturen, zur Interkulturalität und vielem mehr bereichert.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit Studierenden, denen an deutschen Universitäten noch viel zu oft essentialistische Genre-Theorien vermittelt werden. Zudem ist das Denken der Studierenden noch nicht so sehr in den Bahnungen der Theorie geprägt und ihr Blick auf Detaildebatten fokussiert, so dass sie jedes Modell und jede Theorie zunächst an Beispielen prüfen, die aus ihrem Alltag und ihrer tatsächlichen Mediennutzung stammen. Wer also könnte die Logik und den Nutzen einer neuen Theorie kritischer hinterfragen?

5. Ihr Buch in einem Satz:

Le genre n'existe pas!

»Die Dissertation [...] besticht durch einen genretheoretisch breit angelegten Fokus, der die Theoriediskurse gewissermaßen erschöpfend in Bezug zu Filmen des Giallo setzt und diskutiert.«
Karina Kirsten, MEDIENwissenschaft, 1 (2015)
Besprochen in:

www.hhprinzler.de, 16.04.2014, Hans Helmut Prinzler
tv diskurs, 71/1 (2015), Michael Wedel
GERMANISTIK, 55/3-4 (2014)
Autor_in(nen)
Peter Scheinpflug
Buchtitel
Formelkino Medienwissenschaftliche Perspektiven auf die Genre-Theorie und den Giallo
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
308
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-8376-2674-2
DOI
10.14361/transcript.9783839426746
Warengruppe
1744
BIC-Code
JFD APFA
BISAC-Code
PER004030
THEMA-Code
JBCT ATF
Erscheinungsdatum
2014-02-19
Auflage
1
Themen
Film
Adressaten
Filmwissenschaft, Medienwissenschaft, Kulturwissenschaft, Romanistik, Literaturwissenschaft
Schlagworte
Film, Genre, Italien, Diskurs, Medien, Giallo, Medienwissenschaft

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