Autoreninterview

... mit Gudrun Rath

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Erstens: Die Welt braucht Bücher. Zweitens: Zombies und monströse Figuren haben in Zeiten... >>>
... mit Gudrun Rath

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Erstens: Die Welt braucht Bücher. Zweitens: Zombies und monströse Figuren haben in Zeiten gesellschaftlicher Krisen Konjunktur. Dieses Heft zeigt, dass Zombie-Figuren nicht nur hirnlose Monster sind, sondern eine Geschichte haben, die letztlich nicht von westlichen Kolonialismen loszudenken ist. Der Zombie wird hier also als politische Figur kontextualisiert – und es wird gezeigt, wie solche Figuren des Imaginären sehr konkrete und diskriminierende gesellschaftliche Auswirkungen haben können.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
Das Heft eröffnet historische, kulturwissenschaftliche Perspektiven aus unterschiedlichen Disziplinen: Analysen aus Ethnologie, Politikwissenschaften, Medien- und Literaturwissenschaften zeigen den Zombie hier in neuer Form. So wird er im Zusammenhang mit der Haitianischen Revolution und mit europäischen Hexerei-Diskursen in der kolonialen Karibik, aber auch etwa als Denkfigur sowohl der Agenten/-innen als auch der Kritiker/-innen des Kapitalismus in Szene gesetzt.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?
Der Zombie wurde bisher vor allem als massenmediales und popkulturelles Phänomen rezipiert. Der thematische Horizont dieses Hefts dagegen versucht neue Impulse zu geben. Im zweiten Teil des Hefts werden jüngste Diskussionen rund um Decoloniality aufgegriffen. Die Frage dahinter ist: Wer produziert Wissen unter welchen Bedingungen? An welchen Orten? Und wie lässt sich ein Ungehorsam gegen diese starren Normen der Wissensproduktion denken?

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?
Mit allen, die Interesse daran haben.

5. Ihr Buch in einem Satz:
Politiken der Zombifizierung und Debatten um dekoloniale Optionen in einem Heft. <<<


Gudrun Rath (Hg.)

Zombies

Zeitschrift für Kulturwissenschaften, Heft 1/2014

Zombies finden sich neuerdings überall. Doch woher kommen diese spezifischen Figuren des Untoten? Welche Symbolisierungen sind ihnen im historischen Prozess widerfahren? Und wo liegt das widerständige und politische Potenzial von Zombies?
Diese Ausgabe der ZfK untersucht die Figuren des Untoten aus historischer, transkultureller und interdisziplinärer Perspektive – vom ersten karibischen »Zombi«-Text aus dem 17. Jahrhundert bis zu den Zombie-Walks von Occupy Wall Street.
Im Debattenteil wird eine mögliche Praxis des »epistemischen Ungehorsams« kritisch diskutiert.


 

Gudrun Rath (Dr. phil.) lehrt Kulturwissenschaften an der Universität Konstanz.

»Nicht nur sind die einzelnen Beiträge interessant und lesenswert, auch gibt die Zusammenstellung einen gelungenen Gesamtüberblick über die Thematik.«
Denis Sasse, www.filmtogo.net, 07.06.2014
Besprochen in:

Der Freitag, 27 (2014), Jan Drees
Süddeutsche Zeitung, 18.08.2014, Thomas Steinfeld
Neue Westfälische, 22.08.2014
Verrönscht und Zugenetzt, 4 (2014)
www.lesenmitlinks.de, 26.09.2014, Jan Drees

Kulturwissenschaften, Literatur-, Kunst- und Medienwissenschaften, Geschichte, Anthropologie, Soziologie, Postcolonial Studies, Gender Studies, Critical Race Studies, Disability Studies

Print 14,99 €

05/2014, 120 Seiten, kart.
ISBN 978-3-8376-2689-6

Artikel-Nr.: 2689

-2689-6: Rath (Hg.), Zombies, ZfK 1/2014

Zeitschrift für Kulturwissenschaften, Heft 1/2014

 

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E-Book 14,99 €

PDF-Download, 0,90 MB
06/2014, 120 Seiten
ISBN 978-3-8394-2689-0

Preise inkl. gesetzlicher MwSt.*

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