Autoreninterview

... mit Jörg Litwinschuh

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Gegenfrage: Was ist spannender als menschliche Vielfalt, was wichtiger als Forschung abseits... >>>
... mit Jörg Litwinschuh

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Gegenfrage: Was ist spannender als menschliche Vielfalt, was wichtiger als Forschung abseits traditioneller Pfade, was dringlicher als Aufklärung zu sexueller und geschlechtlicher Vielfalt sowie der Kampf gegen Diskrimierung?

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
›Queer und Quer‹ – das ist das Wortspiel im Titel des Buchs. Quer wie querstellen: Die Buchbeiträge fordern in großer Bandbreite die heteronormativen Sexualitäts- und Geschlechterkonstruktionen ebenso heraus, wie die universitäre Mainstream-Forschung. Bei aller Kritik und Dekonstruktion geht es hier auch um den produktiven Austausch in den Wissenschaften, neue Vernetzungen und die nachhaltige Wirkung in die Gesellschaft hinein.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?
Das Buch bringt historische, soziologische und kulturwissenschaftliche Perspektiven zusammen. Es zeigt Forschungsvielfalt, weist auf Forschungslücken hin und will queere Sichtweisen im akademischen Bereich und in der Bildungsarbeit voranbringen. Die Schnittstellen mit Zukunftsthemen sind vielfältig: Menschenrechte, Migration, Familienstrukturen, Arbeitswelten, Demographie.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?
Leider sind Zeitreisen nicht möglich. Doch am liebsten würde ich mit Magnus Hirschfeld (1868-1935) und Johanna Elberskirchen (1864-1943) gemeinsam darüber diskutieren. Es wäre doch interessant, was diese Pioniere der Sexualwissenschaft, der homosexuellen Emanzipation und der Rechte der Frauen von der Weiterentwicklung von Forschung und Gesellschaft in den vergangenen 80 Jahren halten. Und natürlich würde ich den beiden etwas von Conchita Wurst erzählen.

5. Ihr Buch in einem Satz:
Für alle, die sich für LSBTI*-Forschung im anderen, im queeren Format interessieren – jenseits des Mainstreams. <<<


Bundesstiftung Magnus Hirschfeld (Hg.)

Forschung im Queerformat

Aktuelle Beiträge der LSBTI*-, Queer- und Geschlechterforschung

Menschen, die nicht ins heteronormative Raster der Gesellschaft passen, werden auch heute noch in vielen Lebensbereichen benachteiligt. Forschung und Wissensvermittlung helfen, diesen Diskriminierungen und bestehenden Vorurteilen zu begegnen und Akzeptanz gegenüber Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Trans* und Inter* (LSBTI*) aufzubauen.
So beschäftigen sich zahlreiche Forschungsarbeiten mit den Lebenswelten von LSBTI* in Vergangenheit und Gegenwart. In bisher einzigartig vielfältiger Zusammenstellung geben Expert_innen in diesem Band einen Einblick in ihre LSBTI*-Forschungsarbeit und diskutieren aktuelle Forschungsperspektiven. Die Beiträge zeigen Forschungslücken auf und erörtern die gesellschaftliche Bedeutung von »Forschung im Queerformat«.


 

Die Bundesstiftung Magnus Hirschfeld versteht sich als Impulsgeberin für die Erforschung und Darstellung geschichtlicher Zusammenhänge und aktueller Entwicklungen hinsichtlich der Diskriminierung und des Alltags von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Trans* und Inter* (LSBTI*). Aktuelle Schwerpunkte sind die wissenschaftliche Aufarbeitung der Verfolgung und Repression von LSBTI* in der NS-Zeit sowie die Suche nach Zeitzeug_innen, die in den 1950er und 1960er Jahren unter den Folgen des § 175 in beiden deutschen Staaten gelitten haben. Die Bundesstiftung initiiert Bildungsmaßnahmen und -veranstaltungen zu unterschiedlichen Themen der sexuellen und geschlechtlichen Vielfalt, die zu mehr Akzeptanz von LSBTI*-Lebensweisen in unserer Gesellschaft beitragen helfen. Diese Veröffentlichung entstand als Dokumentationsband des 1. LSBTI*-Wissenschaftskongressess »Gleich-Geschlechtliche Erfahrungswelten« der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld, welcher vom 28. bis zum 30. November 2013 in Berlin stattfand.

Homepage:
www.mh-stiftung.de

»[Der Sammelband] eignet sich gut, um fundierte Relevanz queerer Forschung in vielen Bereichen aufzuzeigen und damit auch den zuletzt immer wieder angeklungenen Schmähungen gegen die Queer und Gender Studies etwas entgegenzusetzen.«
Mart Busche, Zeitschrift für Sexualforschung, 28 (2015)
»Geeignete Forschungsansätze und politische Strategien für Antidiskriminierung und Emanzipation sexueller und geschlechtlicher Vielfalt stellen auch im 21. Jhdt. ein wichtiges Desiderat dar, das legen die zumeist sowohl aktivistisch als auch wissenschaftlich tätigen Autor_innen des Bandes überzeugend dar.«
Waltraud Ernst, WeiberDiwan, 7 (2015)
Besprochen in:

www.queer.de, 10.09.2014
IDA NRW, 4 (2014)
http://www.centrum3.at, 2 (2015)
GENDER, 2 (2015), Andrea Stänicke
Studia Niemcoznawcze, 55 (2015), Tomasz G. Pszczólkowski
Portal für Politikwissenschaft, 09.07.2015, Simone Winkens

Queer Studies, Gender Studies, Soziologie, Kulturwissenschaft, Literaturwissenschaft, Sozialwissenschaften sowie die interessierte Öffentlichkeit

Print 24,99 €

09/2014, 312 Seiten, kart.
ISBN 978-3-8376-2702-2

Artikel-Nr.: 2702

-2702-2: Bundesst. Magnus Hirschfeld (Hg.), Forschung im Queerformat

Aktuelle Beiträge der LSBTI*-, Queer- und Geschlechterforschung

 

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E-Book 21,99 €

PDF-Download, 2,10 MB
09/2014, 312 Seiten
ISBN 978-3-8394-2702-6

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