Autoreninterview

... mit den Herausgebern

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Weil Viertelgestalter/-innen für unsere Gesellschaft ebenso wichtig wie individuell... >>>
... mit den Herausgebern

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Weil Viertelgestalter/-innen für unsere Gesellschaft ebenso wichtig wie individuell faszinierend sind. Und weil man außerhalb ihrer Quartiere nichtsdestotrotz über sie und ihre Arbeit so gut wie gar nichts weiß. Wenn bestimmte Typen eine öffentliche Bühne bei der Diskussion zum Thema Bürgergesellschaft verdient haben, dann diese außergewöhnlichen Fallbeispiele. Um sie wiederum in ihrer Tätigkeit bestmöglich zu unterstützen, müssen wir ihre Motivlagen und Geschichten zunächst einmal besser verstehen.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
Sozial Benachteiligte erscheinen in der öffentlichen Diskussion zumeist als Empfänger/-innen von Hilfsleistungen. Die vorgestellten Einzelfallbeispiele hingegen beleuchten die aktive und gestalterische Seite von Bewohnern/-innen sogenannter ›Problemviertel‹. Schließlich wird nicht nur das oft ignorierte Spannungsverhältnis von Zivilgesellschaft und sozialer Ungleichheit beleuchtet, sondern die Engagierten kommen auch selbst zu Wort.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?
Unsere Analyse bleibt nicht bei der Feststellung stehen, Ressourcenarmut führe zu Nicht-Engagement, sondern betrachtet anhand von Biographien den Zusammenhang von Ressourcenausstattung und Engagement genauer. Dabei kommt heraus, dass gerade sozial Benachteiligte über häufig übersehene Ressourcen verfügen, die unter den richtigen Umständen ein hohes Niveau von Engagement ermöglichen. Ressourcen entstehen auch dort, wo es die aktuelle Zivilgesellschaftsforschung nicht vermutet.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?
Spannend wäre ein Austausch über unsere Ergebnisse mit den aktiven Schlüsselpersonen der Zivilgesellschaft in sozial schwachen Stadtteilen, also insbesondere mit den Praktikern/-innen der Sozialen Arbeit, als auch mit verschiedenen Viertelgestaltern/-innen selbst. Darüber hinaus würden wir uns wünschen, die Kernelemente unserer Handlungsempfehlungen mit den verantwortlichen Politikern/-innen und Sozialverbänden zu diskutieren.

5. Ihr Buch in einem Satz:
Auch wenn Viertelgestalter/-innen in ihrem Umfeld eine seltene Ausnahme bleiben, sind sie für das gesellschaftliche Miteinander in ihren Stadtteilen wichtige und unersetzbare Helfer/-innen, die es unbedingt zu fördern gilt. <<<


Christoph Hoeft / Johanna Klatt / Annike Klimmeck / Julia Kopp / Sören Messinger / Jonas Rugenstein / Franz Walter

Wer organisiert die »Entbehrlichen«?

Viertelgestalterinnen und Viertelgestalter in benachteiligten Stadtquartieren

Auch wenn die Zivilgesellschaft in sozial benachteiligten Stadtvierteln häufig kaum sichtbar ist, gibt es wichtige Ausnahmen: Viertelgestalter_innen sind mit unermüdlicher Tatkraft bürgerschaftlich aktiv.
Im Buch werden acht dieser außergewöhnlichen Menschen in ausführlichen Portraits vorgestellt. Wie kamen sie zu ihrer Rolle, welche Motive treiben sie in ihrem Engagement an, welche Wertvorstellungen vertreten sie? Die Studie ermöglicht detaillierte Einblicke in die Funktionsweise von Zivilgesellschaft in sozial schwachen Stadtteilen. Sie benennt Hindernisse und Schwierigkeiten für die Aktiven – zeigt aber auch Perspektiven, wie das partizipative Versprechen der modernen Bürgergesellschaft für sozial Benachteiligte eingelöst werden könnte.


 

Christoph Hoeft, Johanna Klatt, Annike Klimmeck, Julia Kopp, Sören Messinger und Jonas Rugenstein sind Sozialwissenschaftler/-innen und arbeiten am Göttinger Institut für Demokratieforschung.
Franz Walter (Prof. Dr.) lehrt an der Georg-August-Universität Göttingen Politikwissenschaft und ist Direktor des Instituts für Demokratieforschung.

Homepage:
www.demokratie-goettingen.de

»Ein gelungenes Buch, das mit seiner Analyse der Akteure in benachteiligten Quartieren auch den- oder diejenige/n mit einem solchen Quartier vertraut machen kann, der/die sonst keinen mentalen Zugang zu solchen Quartieren haben.«
Detlef Baum, www.socialnet.de, 03.07.2014
Besprochen in:

Planerin, 3 (2014)
Die Stiftung, 4 (2014)
Fraunhofer IRB, 10 (2014)
BBE-Newsletter, 4 (2014)
DEMO, 2 (2015), Carl-Friedrich Höck

Politikwissenschaft, Soziologie, Soziale Arbeit sowie Praktiker_innen aus Politik, Verwaltung und Sozialarbeit

Print 24,99 €

04/2014, 290 Seiten, kart.
ISBN 978-3-8376-2731-2

Artikel-Nr.: 2731

-2731-2: Hoeft et al., Wer organisiert die »Entbehrlichen«?

Viertelgestalterinnen und Viertelgestalter in benachteiligten Stadtquartieren

 

Lieferzeit in der Regel 3-5 Werktage

 
 
 

E-Book 21,99 €

PDF-Download, 1,15 MB
06/2014, 290 Seiten
ISBN 978-3-8394-2731-6

Preise inkl. gesetzlicher MwSt.*

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