Autoreninterview

... mit den Herausgebern

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Längst ist die Soziale Netzwerkanalyse den Kinderschuhen entwachsen. Sie scheint jedoch eher... >>>
... mit den Herausgebern

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Längst ist die Soziale Netzwerkanalyse den Kinderschuhen entwachsen. Sie scheint jedoch eher im anglo-amerikanischen Wissenschaftsraum fest verankert, wie ein Blick auf die Empfängerliste des Simmel-Awards zeigt. »Knoten und Kanten«, »die Dritte« ist dagegen eine Werkschau der europäischen Netzwerkanalytiker und der Versuch, die Neugierde an strukturellem und relationalen Denken zu beleben. Durch die Verknüpfung von Theorie und Praxis und dem interdisziplinären Ansatz ist der Band zudem mit den Vorgängern eng verzahnt, gemäß dem Motto: Aller guten Dinge sind drei.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
Wie in den anderen beiden Bänden versucht auch der dritte Teil soziale Phänomene aus relationaler Sicht zu verstehen oder zu erklären. Der Fokus liegt diesmal auf den spezifischen Fragestellungen der Politik- und Geschichtsforschung. Neben den theoretischen und methodischen Aufsätzen geben aktuelle Studien spannende Einblicke in das Netzwerkdenken. Die Beiträge zeigen die Bedeutung von Einbettung von Akteuren in Strukturen und denen darauf folgenden Dependenzen, die unser Handeln und Denken direkt oder auch indirekt beeinflussen.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?
Besonders Historiker scheuen sich vor sozialen Netzwerkanalysen und verweisen auf ›unvollständige Quellen‹, während Politikwissenschaftler mit modernen Methoden oft einer wahren Datenflut gegenüberstehen. Doch ›Verstecken‹ gilt nicht: Auch klein angelegte Netzwerkstudien profitieren vom relationalen Ansatz. Die vorgestellten Studien behandeln ihre Akteure als Individuen, die in komplexe Strukturen eingebunden sind, und zeigen beispielhaft die Operationalisierung des relationalen Ansatzes.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?
Wir suchen das Gespräch mit Geschichts- und Politikwissenschaftler/-innen (und natürlich auch anderen), welchen der relationale Ansatz helfen könnte, ihren Forschungsgegenstand besser zu verstehen. Aber auch bekannte relationale Denker wie z.B. Georg Simmel, Norbert Elias, Harrison White oder John F. Padgett.

5. Ihr Buch in einem Satz:
Spannende empirische und theoretische Forschungsarbeiten aus den Geschichts- und Politikwissenschaften, die sich mit dem Mehrwert von Theorien und Methoden der Sozialen Netzwerkanalyse auseinandersetzen. <<<


Markus Gamper / Linda Reschke / Marten Düring (Hg.)

Knoten und Kanten III

Soziale Netzwerkanalyse in Geschichts- und Politikforschung

Soziale Beziehungen und die daraus entstehenden Netzwerke sind eine Konstante der Menschheitsgeschichte, die sozialen wie auch politischen Wandel ermöglicht. So ist der »Arabische Frühling« ohne die Berücksichtigung von Zusammenschlüssen sozialer Einheiten nicht vorstellbar.
Die relationale Wissenschaft legt ihren Fokus auf solche Beziehungsstrukturen. »Knoten und Kanten III« zeigt theoretische und methodische Zugänge der Netzwerkanalyse in politischen sowie in historischen Forschungsfeldern. Die Beiträge beleuchten beispielsweise Anwendungen in der Altertumsforschung, neuzeitliche Gläubiger- und Schuldner-Beziehungen, Unterstützungsnetzwerke von Juden im Dritten Reich sowie interne Vernetzungen von Parteien und Koalitionen.


 
Autorenbild Gamper, Markus;Reschke, Linda;Düring, Marten;(Hg.)

Markus Gamper (Dr. phil.) ist am Institut für vergleichende Bildungsforschung und Sozialwissenschaften im Bereich Erziehungs- und Kultursoziologie an der Universität zu Köln beschäftigt.
Linda Reschke hat als wissenschaftliche Mitarbeiterin und Wissenschaftsmanagerin am Forschungscluster der Universitäten Trier und Mainz »Gesellschaftliche Abhängigkeiten und soziale Netzwerke« gearbeitet. Seit 2013 arbeitet sie als Assistenz der Geschäftsführung in einem bayerischen mittelständischen Unternehmen.
Marten Düring (Dr. phil.) arbeitet nach Stationen an der Radboud Universität Nijmegen und der University of North Carolina at Chapel Hill im Digital Humanities Lab des »Centre virtuel de la connaissance sur l'Europe« in Luxemburg.

Homepage:
Markus Gamper: www.forschungscluster.uni-trier.de
Markus Gamper: www.netzwerk-exzellenz.uni-trier.de
Linda Reschke: www.netzwerk-exzellenz.uni-trier.de

»Nicht nur für Netzwerkforscher und -forscherinnen Pflichtlektüre, sondern auch für alle, die es werden wollen.«
Daniel Watermann, Neue Politische Literatur, 60 (2015)
»Aus der Analyse ergibt sich eine Vielzahl weiterer Ansätze für die Netzwerkforschung, womit die Autoren ihrem ›Plädoyer für eine stärkere methodische Verankerung der Netzwerkanalyse in der Parteienforschung‹ Nachdruck verleihen können.«
Simone Winkens, Portal für Politikwissenschaft, 19.11.2015

Geschichtswissenschaft, Politikwissenschaft, Sozialwissenschaft

Print 39,99 €

04/2015, 430 Seiten, kart., zahlr. z.T. farb. Abb.
ISBN 978-3-8376-2742-8

Artikel-Nr.: 2742

-2742-8: Gamper et al. (Hg.), Knoten und Kanten III

Soziale Netzwerkanalyse in Geschichts- und Politikforschung

 

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04/2015, 430 Seiten
ISBN 978-3-8394-2742-2

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