Autoreninterview

... mit Frank Eckardt

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Städte brauchen Erzählungen, um sich über sich selbst verständigen zu... >>>
... mit Frank Eckardt

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Städte brauchen Erzählungen, um sich über sich selbst verständigen zu können. Die heutigen Stadtgesellschaften fragmentieren auch ihre Narrative über sich selbst. Für den Verlust der Erzählbarkeit des Urbanen zu sensibilisieren, dazu mag das Lesen dieses Buches helfen.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
»Die ortlose Stadt« zeigt auf, in welcher Weise sich die neuen Informations- und Kommunikationstechnologien auf unsere Wahrnehmung des städtischen Raums auswirken und wir so langsam eine neue Stadt konstruieren. Das Buch klärt über dieses Thema aus konzeptioneller Sichtweise auf. Es weist auf die Chancen und Gefahren einer neuen Urbanität hin, die sich aus der Krise der modernen Stadt ergibt.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?
Nachdem die Euphorie über die Chancen des Internet und anderer technologischen Innovationen aus den frühen 2000er Jahren verflogen ist, verbleibt nach wie vor die Frage: Wie werden wir eigentlich in Zukunft in der Stadt leben, wenn die Informations- und Bilderflüsse sich weiter so massiv in unsere Existenz einschreiben? Droht der totale Überwachungsstaat (NSA-Affäre) oder setzen sich die demokratischen Bewegungen der Youtube-Revolution von der Arabellion bis zu Occupy, Gezi Park-Proteste oder Brasilien durch?

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?
Mit allen Jugendlichen, für die es schon kein online oder offline gibt, kein Außen oder Innen in der Stadt existiert.

5. Ihr Buch in einem Satz:
Von der sich fixierenden Ortlosigkeit der Stadt lässt sich kaum noch berichten, aber sie lässt sich ändern. <<<


Alain Bourdin / Frank Eckardt / Andrew Wood

Die ortlose Stadt

Über die Virtualisierung des Urbanen

In atemberaubender Geschwindigkeit haben sich die neuen Informations- und Kommunikationstechnologien einen zentralen Platz im Leben der meisten Menschen erobert. Das virtuelle Überwinden großer räumlicher Entfernungen ist damit zur Selbstverständlichkeit geworden. Mehr und mehr überholt sich die Vorstellung der langfristigen Bindung an einen Ort.
Alain Bourdin, Frank Eckardt und Andrew Wood zeigen: Auch Urbanität hat sich von ihrem physischen Kontext und ihrem räumlichen Ursprung zu lösen begonnen und sich um Dimensionen der Virtualität erweitert. Die Virtualisierung des Urbanen relativiert nicht nur die traditionelle Räumlichkeit der Stadt. Auch das Bild der planbaren Stadt erweist sich als eine historisch gewordene Fiktion der Moderne.


 
Autorenbild Bourdin, Alain;Eckardt, Frank;Wood, Andrew

Alain Bourdin ist Professor für Stadtplanung an der Universität 8 in Paris und war langjähriger Direktor des Institut Français d'Urbanisme.
Frank Eckardt ist Professor für Stadtsoziologie an der Bauhaus-Universität Weimar und leitete das EU-Forschungsprojekt »Mediacity«.
Andrew Wood ist Professor für Medienwissenschaft an der San José State University in San Francisco und wurde für seine Arbeiten im Jahr 2009 mit dem Jane Jacobs Urban Communication Award ausgezeichnet.

Homepage:
Eckardt

»Beeindruckende Beispiele medienwissenschaftlicher Analysen [...] in der konsequenten Anwendung medienwissenschaftlicher Fragestellungen im Rahmen von Architekturtheorie und Stadtplanung.«
Angela Krewani, MEDIENwissenschaft, 1 (2015)
»Der Band will eine Vielfalt an Annäherungen an ein vages Themenspektrum schaffen. In der Anerkennung einer erheblichen Verunsicherung des bestehenden Wissens von und über Stadt liegt Potential.
Keine Vision oder Leitbild für die Stadt der Zukunft, sondern ein Buch über die prozesshaften Beschreibungen und vorhandenen Imaginationen der Stadt, das im Besonderen liegt. Stadtsoziologen, Geographen, Architekten und Medienwissenschaftler sollten dieses Werk ganz weit oben auf den Bücherstapel legen.«
Damian Paderta, Kritische Ausgabe, 19.12.2014
»Anspruchsvolle Lektüre.«
Nicole Bindreiter, Kunst und Kirche, 54 (2014)
»Ein buntes Kaleidoskop mit Hunderten bedenkenswerter Einfälle.
Allen stadtforschenden Disziplinen und Professionen zu empfehlen. Das Buch gehört unbedingt in die Hochschulbibliotheken von Sozial- und Medienwissenschaften, Architektur und Stadtplanung.«
Lilo Schmitz, www.socialnet.de, 19.08.2014
»Ein anregendes Buch.«
Simone Kraft, Magazine on Art and Architecture, 5 (2014)
Besprochen in:

Planerin, 3 (2014)
Fraunhofer IRB, 7 (2014)
AKP, 5 (2015), Dieter Emig

Architektur, Stadtforschung, Soziologie, Stadtplanung, Medienwissenschaften

Print 25,99 €

04/2014, 200 Seiten, kart., zahlr. Abb.
ISBN 978-3-8376-2746-6

Artikel-Nr.: 2746

-2746-6: Bourdin et al., Die ortlose Stadt

Über die Virtualisierung des Urbanen

 

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E-Book 22,99 €

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06/2014, 200 Seiten
ISBN 978-3-8394-2746-0

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