Autoreninterview

... mit Ulrike Bergermann und Nanna Heidenreich

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Wenn man überhaupt lesen, schreiben, reden möchte, tut man das... >>>
... mit Ulrike Bergermann und Nanna Heidenreich

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Wenn man überhaupt lesen, schreiben, reden möchte, tut man das heute und in deutscher Sprache auf jeden Fall ›unter post_kolonialen Bedingungen‹. Nicht nur mediale Inhalte, sondern auch die Wissensformen dieser Inhalte sind geprägt von Wissenschaften und Weltanschauungen, die sich in Verflechtung mit dem Kolonialismus herausgebildet haben. Neue Bilder von der ganzen Welt stehen in neuen Bezügen zum Einzelnen, Lokalen, die Universalien zu Partikularitäten.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
Post_koloniale Theoriebildung hat schon immer Medien mitgedacht, ebenso war die Frage nach Universalem und Partikularem zentral für ein kritisches Schreiben gegen den Kolonialismus. Das Buch verknüpft diese beiden Stränge und setzt damit die auch in anderen Bereichen – der Rechts- und der Demokratietheorie, der Wissensgeschichte und der Philosophie – geführten Debatten um die Relation von Universalismus und Partikularismus fort – und diese wiederum einer medientheoretischen Auseinandersetzung zu.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?
In vielen Einzeldisziplinen oder Arbeitsfeldern wie der Kritischen Museologie, der Soziologie oder Geschichtswissenschaft hat eine Revision der eigenen Geschichte und unserer Begriffe von Natur und Kultur, Fortschritt, Objektivität sowie den zugrundeliegenden Gewaltverhältnissen bereits begonnen. Gegenwärtige medienwissenschaftliche Debatten beschäftigen sich mit einer Selbstbestimmung des Fachs – nun auch mit dieser Perspektive.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?
Mit einer kritischen Öffentlichkeit, die sich in verschiedenen Disziplinen, Formaten, Denk- und Arbeitsweisen ähnlichen Fragen widmet.

5. Ihr Buch in einem Satz:
Welche Rolle spielen Medien für post_koloniale Projekte, Politik und Denken? <<<


Ulrike Bergermann / Nanna Heidenreich (Hg.)

total. – Universalismus und Partikularismus in post_kolonialer Medientheorie

Westliches Denken und westliche Medien: Haben sie die Welt mit ihren Einheitsrastern überzogen? Welche Universalismen transportieren sie?
Dieser Band zeigt: Auch Eigenheiten und Partikulares artikulieren sich in globalisierten Formaten, deren Selbstverständlichkeiten nun zur Debatte gestellt werden. Denn der europäische Kolonialismus hat sich nicht nur an einer vermeintlichen Peripherie abgespielt, sondern wurde in wissenschaftlichen und kulturellen Debatten in Europa entworfen und gerahmt: Die Aufklärung dachte nicht alle Menschen gleich – sie ist ein zu dezentrierendes Erbe im post_kolonialen Zeitalter auch für die Medienwissenschaft. Die Beiträge untersuchen Denkmuster von Universalismen und Partikularität in globalen Bildern und Tönen.


 

Ulrike Bergermann (Prof. Dr.) und Nanna Heidenreich lehren Medienwissenschaft an der HBK Braunschweig.

Homepage:
www.ulrikebergermann.de
Nanna Heidenreich

»Wer sich für den deutschen Postkolonialismus interessiert, wird nicht enttäuscht sein. Es ist zu hoffen, dass der Sammelband schnell zu einem Standardwerk in der deutschen Medienwissenschaft wird.«
René Demanou, KULT_online, 46 (2016)
»Der Band [eröffnet] eine Vielzahl an Perspektiven, die von der Fundierung antikolonialer Kritik bis hin zum Plädoyer für einen antiessentialistischen Transkulturalismus sehr heterogene, auch sich gegenseitig ausschließende Positionen zu Wort kommen lassen.«
Ivo Ritzer, MEDIENwissenschaft, 3 (2015)

Medienwissenschaft, Kulturwissenschaft, Geschichte, Philosophie, Soziologie, Postcolonial Studies, Gender Studies sowie die interessierte Öffentlichkeit

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01/2015, 356 Seiten, kart., zahlr. z.T. farb. Abb.
ISBN 978-3-8376-2766-4

Artikel-Nr.: 2766

-2766-4: Bergermann/Heidenreich (Hg.), total.

 

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01/2015, 356 Seiten
ISBN 978-3-8394-2766-8

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