Autoreninterview

... mit Joachim Fischer und Dierk Spreen

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Kosmonautik und Astronautik werden nationenübergreifend von der... >>>
... mit Joachim Fischer und Dierk Spreen

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Kosmonautik und Astronautik werden nationenübergreifend von der Weltöffentlichkeit beobachtet und kommentiert. Warum? Was ist der anthropologische Resonanzraum für das Geschehen im Orbit? Was sind gesellschaftstheoretisch die Bedingungen, was die Folgen und Funktionen der Weltraumfahrt für die Moderne? Das Buch ist eine der ersten soziologisch-anthropologischen Publikationen, die dem Phänomen jenseits der Technikfolgenabschätzung auf der Spur sind.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
Es geht um einen Doppelaspekt: Einerseits die faktische Weltraumvermitteltheit der bestehenden Weltgesellschaft zu beobachten – so gesehen sind wir nämlich alle längst ›Aliens‹. Andererseits den tatsächlichen Aufbruch der planetaren Weltgesellschaft in ihren Pionieren in den Kosmos und in eine transglobale Vergesellschaftung zu verstehen – das ist die weitestgehende praktische Perspektive, die die Gattung für sich entworfen zu haben scheint.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?
Das Buch greift in die neuen Debatten um den Begriff ›des Menschen‹ (Humanismus/Antihumanismus/Transhumanismus) ein, wenn es das Phänomen der Kosmonautik/Astronautik in der conditio humana verankert. Zugleich bringt es soziologisch durch die systematische Einbeziehung des befahrenen Weltraums verschiedene bekannte Felder – Technik, Architektur, Politik, Literatur, Globalisierung – neu zum Sprechen und erweitert die soziologische Analytik der Moderne.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?
Mit Barack Obama und Wladimir Putin sowie mit indischen und chinesischen Raumfahrtexperten – oder mit Sigmar Gabriel.

5. Ihr Buch in einem Satz:
Das Buch stellt den ersten Beitrag zur Soziologie und Anthropologie der Weltraumfahrt im deutschen Sprachraum dar. <<<


Joachim Fischer / Dierk Spreen

Soziologie der Weltraumfahrt

Seit dem 20. Jahrhundert hat sich die Gesellschaft in den Weltraum ausgedehnt. Einerseits hängen Kommunikation, Sicherheit und Wissen von weltraumgestützten Systemen ab, andererseits bricht durch die bemannte Raumfahrt die Gesellschaft faktisch in den Kosmos auf.
Dieser Band startet eine Sonde in einen soziologisch ziemlich unbekannten Gesellschaftsraum. Er erklärt die conditio humana der Weltraumfahrt und sichtet Weltraumkonzepte und Astronautik in der modernen Diskursordnung, für die globale Sicherheit, in der Architektur und in der Massenkultur.
Mit Gastbeiträgen von Heike Delitz und Helmuth Plessner (1892-1985), der schon früh die Bedeutung der Kosmonautik antizipierte.


 

Joachim Fischer (Prof. Dr.) ist Soziologe an der Technischen Universität Dresden. Seine Forschungsschwerpunkte sind Soziologische Theorie, Philosophische Anthropologie, Kultursoziologie, Stadt- und Architektursoziologie.
Dierk Spreen (PD Dr.), Soziologe und Politikwissenschaftler, arbeitet zu Allgemeiner Soziologie, Medienkultur, Gewalt und Krieg in der Weltgesellschaft sowie zur Technisierung des Menschen.

Homepage:
www.fischer-joachim.org
www.dierkspreen.de

»Ein höchst anregender Band, der das Phänomen der Weltraumfahrt zwar mit selektivem Schwerpunkt auf der philosophischen Anthropologie, aber doch in vielfältigen Facetten und gut aufeinander abgestimmt als Thema und Forschungsperspektive für die Soziologie erschließt.«
Anna Henkel, Sociologia Internationalis, 53/1 (2015)
»Dieser Band [bietet] viele anregende Impulse und Inspirationen für Technik- und Weltraumhistoriker und verweist auf viele zu erschließende Bücher und historische Aufsätze.«
Ingo Löppenberg, Das Historisch-Politische Buch, 63/6 (2015)
»Mit der Einbettung in den Theorierahmen der Philosophischen Anthropologie bieten die Autoren [...] ein vielversprechendes Angebot zur weiteren Forschung an, das hoffentlich von anderen Soziologen angenommen und aufgegriffen wird.«
Peter Fischer, Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie, 67/3 (2015)
»Ein Buch mit dem Potenzial, beim Leser das eine oder andere Licht aufgehen zu lassen – einfach mal den Blickwinkel ändern.«
Andreas Schütz, DLR Magazin, 147 (2015)
»Angetreten mit dem Anspruch, einen weißen Fleck auf der soziologischen Landkarte zu entfernen, leistet der Band [...] weit mehr als das. Die tiefgründige Erörterung der anthropologischen Grundlagen, um ein solches Mammutprojekt erst zu erdenken und dann auch umzusetzen, mündet in einem Gesellschaftskonzept, das weit mehr als ›nur‹ die Raumfahrt umfasst.«
Daniel Böldt, Kultursoziologie, 2 (2015)
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Besprochen in:

Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 15.02.2015, Ulf von Rauchhaupt
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.02.2015

Soziologie, Kulturwissenschaft, Politikwissenschaft, Philosophie sowie die interessierte Öffentlichkeit

Print 27,99 €

11/2014, 208 Seiten, kart., zahlr. Abb.
ISBN 978-3-8376-2775-6

Artikel-Nr.: 2775

-2775-6: Fischer/Spreen, Soziologie der Weltraumfahrt

 

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11/2014, 208 Seiten
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