Interview

... mit Denis Leifeld

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Weil es kaum theaterwissenschaftliche Publikationen gibt, die sich mit methodischen Problemen der... >>>
... mit Denis Leifeld

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Weil es kaum theaterwissenschaftliche Publikationen gibt, die sich mit methodischen Problemen der Aufführungsanalyse auseinandersetzen – und dies auf theoretische und praktische Art und Weise. Ich rücke die zumeist vernachlässigte Frage nach Praktiken des Versprachlichens von Aufführungen in den Mittelpunkt und erarbeite neue Ansätze, um eine der intensivsten Wirkungen im Theater, in der Kunst und Kultur zu erschließen: das Unbegreifbare.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
Anhand zeitgenössischer Performances erarbeite und praktiziere ich neue Schreibweisen, wie das nahe Beschreiben und das gleichschwebende Schreiben. Aufführungsanalytische Methoden und Begriffe werden in meinem Buch problematisiert und weiterentwickelt, insbesondere um die Dimensionen des Erinnerns und Versprachlichens, des Nach- und Weiterwirkens. Hierbei spreche ich dem erinnernden Beschreiben und dem Erinnerungsprotokoll eine neue Relevanz zu.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?
Mein Thema knüpft an gegenwärtige Debatten der Aufführungsanalyse, Schauspieltheorie, Performance Studies und Kunsttheorie an und entwickelt sie weiter. Es schließt eine theater- und kunstwissenschaftliche Lücke, wie sich unbegreifbare Performer beschreiben und analysieren lassen. Ich diskutiere grundlegende Fragen des Erfahrens und Erinnerns, des Verstehens und Nichtverstehens, des Flüchtigen und Unbegreifbaren, der Rolle des Künstlerischen und Wissenschaftlichen in der Praxis des Schreibens.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?
Mit Theoretikern und Praktikern, die schon einmal sprachlos waren.

5. Ihr Buch in einem Satz:
Mein Buch erarbeitet Ansätze des Beschreibens und Analysierens unbegreifbarer Performer und liefert neue Methoden des Versprachlichens von Aufführungen und Performances. <<<


Denis Leifeld

Performances zur Sprache bringen

Zur Aufführungsanalyse von Performern in Theater und Kunst

Performer faszinieren, irritieren und machen sprachlos. Sie konfrontieren ihr Publikum mit Erfahrungen des Unbegreifbaren – einer der intensivsten Wirkungen im zeitgenössischen Theater und der Gegenwartskunst.
Wie aber kann Sprachlosigkeit versprachlicht werden?
Mit dieser Frage erschließt Denis Leifeld ein zentrales Problem der Kunst- und Theaterwissenschaft und liefert einen entscheidenden Beitrag zur Fortentwicklung der Aufführungsanalyse. Anhand von Performances von Romeo Castellucci, Steven Cohen und japanischen Cosplayern erarbeitet er eine wissenschaftliche Schreibweise, die bisherige Normen überschreitet, um die Erfahrungen des Unbegreifbaren zu analysieren und sie im Schreiben zu vergegenwärtigen.


 
Autorenbild Leifeld, Denis

Denis Leifeld (Dr. phil.), Theaterwissenschaftler, ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Theater- und Medienwissenschaft der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg.

»Mit kritischem Wahrnehmungsvermögen und einer soliden Betrachtung der theoretischen Literatur gelingt es Leifeld, die eigene Erfahrung beim Erleben von Performances im wissenschaftsästhetischen Kontext neu zu denken.
Die Fülle des Materials, die auf hohem Reflexionsniveau diskutiert wird, stellt ein Kompendium für die theaterwissenschaftliche Performance-Forschung dar.«
Magdalena Fürnkranz, [rezens.tfm], 18.10.2016

Theaterwissenschaft, Performance Studies, Tanzwissenschaft, Kunst- und Kulturwissenschaft, Philosophie sowie Theaterschaffende

Print 34,99 €

11/2014, 310 Seiten, kart.
ISBN 978-3-8376-2805-0

Artikel-Nr.: 2805

-2805-0: Leifeld, Performances zur Sprache bringen

Zur Aufführungsanalyse von Performern in Theater und Kunst

 

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11/2014, 310 Seiten
ISBN 978-3-8394-2805-4

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