Interview

... mit Christine Waldschmidt

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Der Band untersucht, wie Komik ein Urteil über die Welt kommuniziert. Das Komische wird... >>>
... mit Christine Waldschmidt

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Der Band untersucht, wie Komik ein Urteil über die Welt kommuniziert. Das Komische wird hier als Verfahren kenntlich gemacht, das offen ist für die unterschiedlichsten Zwecke und Mitteilungen und das einem sowohl in der Hoch- als auch in der Populärkultur permanent begegnet.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
Wurde der Komik bisher ein weltanschaulicher Inhalt zumeist allgemein unterstellt (wahlweise Kritik oder Affirmation), leisten die hier versammelten Beiträge eine Analyse der Komik hinsichtlich der durchaus verschiedenen, für jeden konkreten Fall überhaupt erst zu bestimmenden Bezüge zur Wirklichkeit. Die Komik zeigt sich hierin als Verfahren der Distanzierung, das aber zugleich eine Art der Wirklichkeitsaneigung ist, die sich als der Welt gegenüber adäquat inszeniert.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?
Der Band widmet sich seinem Thema jenseits einer traditionellen Hierarchisierung von Hoch- und Alltagskultur. Er trägt dazu bei, in verschiedenen medialen Formen die Welthaltigkeit komischer Darstellungsweisen sichtbar zu machen; die Untersuchung des Weltbezugs ermöglicht es, eine neue übergreifende Perspektive auf die altbekannten komischen Genres (Satire, Humor, Groteske, Nonsens) zu etablieren.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?
Mit Bachtin, Hegel und Robert Gernhardt.

5. Ihr Buch in einem Satz:
Was kann Komik? Alles. <<<


Carsten Jakobi / Christine Waldschmidt (Hg.)

Witz und Wirklichkeit

Komik als Form ästhetischer Weltaneignung

Welche (literar-)historische und kulturelle Produktivität wird entfaltet, wenn in literarischen, filmischen und populärkulturellen Dokumenten Komik und der Anspruch auf Darstellung der Wirklichkeit zusammentreffen? Die Beiträge des Bandes machen in epochen- und medienübergreifenden Analysen das Komische als spezifischen Modus der Wirklichkeitsaneignung und -deutung kenntlich. Exemplarische Untersuchungen beleuchten weltanschauliche und kulturelle Diagnosen bzw. wissenschaftsgeschichtliche Diskurse, die sich an der Komik kristallisieren, und diskutieren, wie sich Komik als realitätsadäquates Urteil inszeniert.


 

Carsten Jakobi (Dr. phil.) ist Akademischer Oberrat für Neuere Deutsche Literaturwissenschaft an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz.
Christine Waldschmidt (Dr. phil.) ist wissenschaftliche Mitarbeiterin im Bereich Neuere Deutsche Literaturwissenschaft an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz.

Homepage:
Christine Waldschmidt: Uni Mainz

»Der Rezensent hat das Werk [...] mit einiger Freude und mit viel Gewinn gelesen. Insgesamt kann man dieses Buch daher jedem Leser empfehlen, der an gründlichen und reflektierten Auseinandersetzungen mit den literarischen Inszenierungen komischer Wirklichkeiten interessiert ist.«
Philosophischer Literaturanzeiger, 69/2 (2016)
»Es macht eine Stärke des vorliegenden Bandes aus, die Literatur des Höhenkamms von Gebrauchstexten der postindustriellen Gesellschaften nicht sorgfältig zu trennen, sondern in ihr gemeinsames historisches Kontinuum einzurücken.«
Stephan Braese, Zeitschrift für Germanistik, 2 (2016)

Literaturwissenschaft, Germanistik, Komparatistik, Slavistik, Kulturwissenschaft, Film- und Theaterwissenschaft

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03/2015, 488 Seiten, kart.
ISBN 978-3-8376-2814-2

Artikel-Nr.: 2814

-2814-2: Jakobi/Waldschmidt (Hg.), Witz und Wirklichkeit

Komik als Form ästhetischer Weltaneignung

 

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03/2015, 488 Seiten
ISBN 978-3-8394-2814-6

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