Interview

... mit Rainer Guldin

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Dieses Buch wird die Art und Weise, wie Sie Landschaften wahrnehmen, grundlegend... >>>
... mit Rainer Guldin

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Dieses Buch wird die Art und Weise, wie Sie Landschaften wahrnehmen, grundlegend verändern!

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
Landschaften werden trotz oder gerade wegen ihrer Schönheit immer wieder für politische Zwecke eingesetzt.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?
Im Gegensatz zu anderen Ländern erhält Landschaftstheorie in Deutschland immer noch nicht die Aufmerksamkeit, die sie eigentlich verdient. Dieses Buch ist ein Beitrag zur theoretischen Erweiterung und Vertiefung dieses Forschungsbereichs.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?
Mit Simon Schama, der eines der schönsten Bücher der letzten Jahre über Landschaften geschrieben hat.

5. Ihr Buch in einem Satz:
Unsere oft unbewusste Liebe und Bewunderung für die Landschaft, in der wir aufgewachsen sind, ist grundsätzlich zu hinterfragen. <<<


Rainer Guldin

Politische Landschaften

Zum Verhältnis von Raum und nationaler Identität

Benedict Anderson hat im Zusammenhang mit der Entstehung nationaler Gebilde das erfolgreiche Konzept der imagined communities geprägt. Die Schaffung einer nationalen Sprache, einer Ursprungslegende und einer Erinnerungskultur ermöglicht die Konstitution eines Feldes der nationalen Zeit. Diesem zeitlichen Feld entspricht auch ein räumliches. So wurden nationale Formationen im europäischen Raum immer wieder auf bestimmte Landschaftstypologien zurückgeführt. Aufgrund seines diskursiv-medialen Ansatzes geraten bei Anderson landschaftliche Phänomene jedoch erst gar nicht in den Blick. Rainer Guldin schließt diese theoretische Lücke hier exemplarisch für den deutschen Sprachraum. Im Mittelpunkt stehen dabei Prozesse der Metaphorisierung, denen auch Simon Schama in seinem Buch über Landschaft und Gedächtnis nachgegangen ist.


 
Autorenbild Guldin, Rainer

Rainer Guldin, geb. 1954, ist Professor für deutsche Sprache und Kultur an der Kommunikationswissenschaftlichen Fakultät der Università della Svizzera Italiana in Lugano (Schweiz). Er ist Editor-in-Chief des multilingualen Open-Access-Journals »Flusser Studies«.

»Guldins Untersuchung erweist sich [...] als ihre Forschungsthematik kritisch reflektierende Studie, deren Untersuchungsergebnisse sowohl inhaltlich wie auch methodisch-konzeptionell einen wichtigen Beitrag zur aktuellen Landschaftsforschung leisten.«
Manfred Seifert, H-Soz-u-Kult, 13.07.2016
»In Anbetracht der aktuell in unterschiedlichen Kontexten immer wieder aufgeworfenen Fragen nach Bedeutung und dem Schutz von nationalen (Kultur-)Landschaften haben Guldins solche Konstellationen kritisch hinterfragenden Gedanken eine Brisanz erhalten, die das Buch zu einer sehr empfehlenswerten Lektüre machen.«
Elisabeth Plessen, Umrisse, 4 (2015)
»Disziplinäre Einschränkungen sind immer auch Beschränkungen des Denkens. So ist es [...] durchaus erfrischend, dass der Autor mit Quellen arbeitet, die in der deutschsprachigen Geographie nur wenig beachtet werden.«
Julia Lossau, Geographische Zeitschrift, 103/3 (2015)
»Vielschichtige, facettenreiche Darstellung der Metaphorisierung der Landschaft.«
Tomasz Pszczólkowski, Studia Niemcoznawczw, 55 (2015)
»Inspirierendes Buch.«
Anke Rösener, Portal für Politikwissenschaft, 30.04.2015
»Das Buch überzeugt durch die erzählende Struktur und die Fülle an Beispielen entlang der Materialität von fest bzw. flüssig, bis hin zu den Luftmetaphern des Exils und der Migration.
Guldins Band bietet neben dem Vergleich und der Geschichte von deutschen, schweizerischen und österreichischen Landschaftsmetaphern auch einen guten Einstieg in die Landschaftsdiskurse der drei Staaten an sich.«
Silvia Boide, KULT_online, 41 (2015)
»In der fallweisen Auslotung der Interpretationsmöglichkeiten von Landschaften im nationalen Kontext und damit dem umrisshaften Entwurf eines breiten Panoramas der Möglichkeiten der politischen Inanspruchnahme – darin liegt [...] die Stärke von Guldins Buch.«
Andreas Dix, Raumforschung Raumordnung, 74 (2016)
Besprochen in:
IDA NRW, 4 (2014)
Stadt + Grün, 12 (2014), Bernhard Wiens
www.perspectivia.net, 2 (2017), Celia Burgdorff

Kulturwissenschaft, Literaturwissenschaft, Philosophie, Soziologie, Geschichte

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10/2014, 296 Seiten, kart., zahlr. Abb.
ISBN 978-3-8376-2818-0

Artikel-Nr.: 2818

-2818-0: Guldin, Politische Landschaften

Zum Verhältnis von Raum und nationaler Identität

 

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10/2014, 296 Seiten
ISBN 978-3-8394-2818-4

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