Autoreninterview

... mit Diego Compagna,

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Weil es ein Akteurmodell entwirft, auf das in der Zukunft kaum verzichtet werden... >>>
... mit Diego Compagna,

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Weil es ein Akteurmodell entwirft, auf das in der Zukunft kaum verzichtet werden kann.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
Es bereitet die Leserinnen und Leser auf eine Zukunft vor, in der Roboter, Cyborgs, Monster und andere uns noch fremde Entitäten den sozialen Raum bevölkern und mitgestalten werden. Es zeichnet zugleich ein Bild der Soziologie, das dem (ungleichheitsfördernden) westlichen Anthropozentrismus Vorschub leistet und schlägt insofern auch eine andere, teils gänzlich neue Lesart der disziplinspezifischen Vergangenheit vor.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?
In einer gewissen Hinsicht übertrage ich das von Philippe Descola skizzierte Programm einer Überwindung des Anthropozentrismus, das auf den Natur-Kultur Dualismus als erkenntnisstiftendes, typisch abendländisch-modernes Dispositiv beruht, auf die Soziologie und entwickle dieses in einem genuin soziologischen Argumentationsrahmen weiter.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?
Donna Haraway, Philippe Descola und Gesa Lindemann (gerne auch mit Max Weber, Claude Lévi-Strauss und Erving Goffman).

5. Ihr Buch in einem Satz:
Sobald in einer nahen Zukunft allerlei Monstrositäten zur Teilnahme am Sozialen zugelassen sein werden, wird es die Lebensversicherung der Soziologie sein. <<<


Diego Compagna

Postnukleare Handlungstheorie

Ein soziologisches Akteurmodell für Cyborgs

Vor dem Hintergrund einer kritischen Rekonstruktion soziologischer Theoriebildung entwickelt Diego Compagna ein Akteurmodell für Cyborgs, das insbesondere auf die Differenz von Subjekt und Akteur abhebt.
Die wissenssoziologisch inspirierte Rekonstruktion und das daraus abgeleitete Akteurmodell legen zugleich offen, dass die Soziologie immer auch Ungleichheit (re)produziert – indem es einer Reifizierung des sozialen Akteurs als »menschliches« bzw. »phänomenologisch bestimmbares« Subjekt Vorschub leistet, das nie als neutrale Entität vorkommen kann.


 
Autorenbild Compagna, Diego

Diego Compagna (Dr. phil.) ist Postdoktorand am Fachgebiet Regelungstechnik der Technischen Universität Berlin. Er beschäftigt sich in kritischer Absicht mit den anthropologischen Grundlagen soziologischer Theorie und der Formulierung alternativer Akteurmodelle (Cyborgs, Roboter und andere robuste Organismen, die eine atomare Katastrophe überdauern würden). Empirisch untersucht er vornehmlich Roboter, digitale Spiele und Ingenieure.

Homepage:
Diego Compagna: https://diegocompagna.wordpress.com/

Soziologie, Sozialwissenschaften, Philosophie

Print 39,99 €

01/2015, 410 Seiten, kart., zahlr. Abb.
ISBN 978-3-8376-2845-6

Artikel-Nr.: 2845

-2845-6: Compagna, Postnukleare Handlungstheorie

Ein soziologisches Akteurmodell für Cyborgs

 

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01/2015, 410 Seiten
ISBN 978-3-8394-2845-0

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