Autoreninterview

... mit Martina Wernli

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Zur hier untersuchten Klinik Waldau gibt es noch wenig Forschungsliteratur. In der Waldau waren zu... >>>
... mit Martina Wernli

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Zur hier untersuchten Klinik Waldau gibt es noch wenig Forschungsliteratur. In der Waldau waren zu Beginn des 20. Jahrhunderts Hunderte, in den 1930er Jahren um die tausend Menschen interniert. Das ist eine Auseinandersetzung mit der Anstalt wert.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
Das Buch bietet einerseits Grundlagenforschung, etwa mit Überblicken darüber, welche Ärzte in dem Zeitraum in der Waldau gearbeitet haben oder mit Transkriptionen von damaligen Pflichtenheften der Angestellten – andererseits werden aber auch Patiententexte und literarische Texte einer Analyse unterworfen.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?
Die Waldau zu Beginn des 20. Jahrhunderts wird erstmals als Schreibort in den Fokus gerückt.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?
Mit Friedrich Glauser und Frau Be.

5. Ihr Buch in einem Satz:
Schreiben ist unter anderem geprägt von Orten und Institutionen, von Zensur, geregelten Tagesabläufen und fehlendem Schreibmaterial – in einer psychiatrischen Klinik ist Schreiben ein besonders prekäres Unterfangen. <<<


Martina Wernli

Schreiben am Rand

Die »Bernische kantonale Irrenanstalt Waldau« und ihre Narrative (1895–1936)

Was wird wann, wie und warum in einer geschlossenen Anstalt zu einer bestimmten Zeit geschrieben? Das bunte Gewirk ausgewählter Texte aus der »Bernischen kantonalen Irrenanstalt Waldau« aus dem Zeitraum 1895–1936 ist die Grundlage dieser Studie, die den ›Schreib-Ort Waldau‹ ersichtlich werden lässt.
Die plurilaterale Betrachtung umfasst so berühmte Patienten der Anstalt wie Adolf Wölfli, Friedrich Glauser und Robert Walser, aber auch Texte unbekannter Schreibender. Sie zeigt auf, wie durch den performativen Akt des Schreibens die Klinik erst sicht- und lesbar wird und dadurch die Bedingungen geschaffen – aber auch thematisiert – werden, die ein weiteres Schreiben im Setting einer geschlossenen Anstalt prägen.


 
Autorenbild Wernli, Martina

Martina Wernli (Dr. sc.) ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg am Lehrstuhl für Neuere deutsche Literaturgeschichte. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Literatur und Psychiatrie, Schreiben und Schreibobjekte sowie Literatur und Wissen.

Homepage:
Uni Würzburg

Besprochen in:

Berichte zur Wissenschaftsgeschichte, 39 (2016), Sabine Ohlenbusch

Literaturwissenschaft, Psychiatriegeschichte, Wissensgeschichte, Kunstgeschichte, Medizingeschichte, Museologie

Print 44,99 €

12/2014, 450 Seiten, kart., zahlr. z.T. farb. Abb.
ISBN 978-3-8376-2878-4

Artikel-Nr.: 2878

-2878-4: Wernli, Schreiben am Rand

Die »Bernische kantonale Irrenanstalt Waldau« und ihre Narrative (1895–1936)

 

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E-Book 44,99 €

PDF-Download, 11,90 MB
12/2014, 450 Seiten
ISBN 978-3-8394-2878-8

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