Interview

... mit Nadine Heymann

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Mit diesem Buch wird die Subkultur Visual Kei zum ersten Mal ethnografisch tiefgehend beschrieben.... >>>
... mit Nadine Heymann

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Mit diesem Buch wird die Subkultur Visual Kei zum ersten Mal ethnografisch tiefgehend beschrieben. Es ist klar und anschaulich geschrieben und damit auch einem großen Leser/-innenkreis zugänglich. Aber auch aus der Perspektive der Geschlechter- und Subkulturforschung finden sich in der Bezugnahme auf Butler und Bourdieu zahlreiche Denkanstöße. Naja, und ob es wirklich ein Buch ist, welches die Welt braucht, dass müssen die Leser/-innen selbst entscheiden.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
Das ist sicherlich individuell unterschiedlich, je nachdem mit welcher Frage man an das Buch herantritt, oder was man sich davon verspricht. Für mich war es immer wieder spannend miterleben zu können (und dann darüber zu schreiben), wie sich die jungen Protagonisten/-innen zu ihrer Umwelt in Beziehung setzen und in Aushandlungen treten. Die Fragen danach, wie sie es schaffen als anerkanntes Subjekt zu leben, wie sie dabei ihre Körper verändern, wie sie in Kreisläufe von Anerkennung und Ausschluss verwickelt sind, bringen immer wieder neue einzigartige Perspektiven hervor.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?
In diesem Buch werden die derzeit viel diskutierten Fragen der Forschung an der Schnittstelle von Europäischer Ethnologie und Queer Studies, ein praxeologischer Zugang und die Frage nach Subjektivierungsweisen aufgegriffen und in diese Debatten interveniert. Zudem werden die Forschungsergebnisse konsequent anhand der theoretischen Gebäude von Butler und Bourdieu interpretiert und beide Denker/-innen zueinander in Beziehung gesetzt.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?
Lehrer/-innen und Pädagogen/-innen

5. Ihr Buch in einem Satz:
Die Jugend als Seismograph gesellschaftlicher Verhältnisse. <<<


Nadine Heymann

Visual Kei

Körper und Geschlecht in einer translokalen Subkultur

Visual Kei ist mit der Jahrtausendwende von Japan nach Europa gekommen. Die Subkultur zeichnet sich durch ästhetische Inszenierungspraxen aus, in denen Konzeptionen von Körper und Geschlecht fluide erscheinen. Die vertraute Geschlechtsbinarität wird überschritten: Eine Zuordnung zu den Polen »männlich« oder »weiblich« wird erschwert und auch heterosexuelles Begehren wird in Frage gestellt.
Wie konstituieren sich Subjekte in und durch Praxis? Und wie werden sie darin anerkannt, möglich und lebbar? Nadine Heymanns ethnographische Studie geht diesen Fragen vor dem Hintergrund von Bourdieus Theorie der Praxis und Butlers Konzept der Performativität nach.


 
Autorenbild Heymann, Nadine

Nadine Heymann forscht zu Subkulturen, Social Media, Geschlecht, Körper und Selbsttechnologien. Sie lebt und arbeitet in Berlin.

Homepage:
Nadine Heymann: www.nadine-heymann.de

Besprochen in:

GMK-Newsletter, 1 (2015)

Europäische Ethnologie, Kulturanthropologie, Geschlechterforschung, empirische Kulturwissenschaft, Erziehungswissenschaften sowie Lehrer_innen und Jugend-Sozialarbeiter_innen

Print 29,99 €

09/2014, 322 Seiten, kart., z.T. farb. Abb.
ISBN 978-3-8376-2883-8

Artikel-Nr.: 2883

-2883-8: Heymann, Visual Kei

Körper und Geschlecht in einer translokalen Subkultur

 

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E-Book 26,99 €

PDF-Download, 2,70 MB
09/2014, 322 Seiten
ISBN 978-3-8394-2883-2

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