Auszeichnung:
Kristina Brümmer wurde für ihre Arbeit mit dem Dissertationspreis "Soziologie des Körpers und des Sports" 2016 der Deutschen Gesellschaft für Soziologie ausgezeichnet.

Interview

... mit Kristina Brümmer

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Weil das Buch die in den Sozial- und Kulturwissenschaften viel beachteten Fragen danach, wie... >>>
... mit Kristina Brümmer

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Weil das Buch die in den Sozial- und Kulturwissenschaften viel beachteten Fragen danach, wie soziale Ordnungen (re-)produziert oder verändert werden und was dabei mit ›ihren‹ Subjekten geschieht, an einem ungewöhnlichen Gegenstand diskutiert: der Sportakrobatik. Das Buch gibt einen Überblick über aktuelle wissenschaftliche Diskussionen sowie einen detaillierten Einblick in Trainingsprozesse, an denen die theoretisch verhandelten Fragen und Probleme Anschaulichkeit erlangen.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
Über die Verbindung von Sportwissenschaft, Praxis- und Interaktionstheorien und Konzepten der Subjektivierung zeichnet es in mikrologischen Analysen verschiedener Trainingsepisoden nach, wie Mitspielfähigkeiten erworben werden, die quer zu üblichen Entgegensetzungen von implizit und explizit, körperlich und reflexiv oder mental und affektiv liegen. Diese Mitspielfähigkeiten ermöglichen es den Akrobatinnen nicht nur, Praktiken wie vorgesehen auszuführen, sondern sie auch kreativ zu verändern.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?
In der aktuellen praxistheoretischen Diskussion werden Praktiken gern als gelingende Vollzüge oder Routinen perspektiviert. Meine Studie rückt demgegenüber stärker die Störanfälligkeit, Unsicherheit und Ausgangsoffenheit gemeinsamer Praxis in den Blick. Sie macht deutlich, dass zum Mitspielen in riskanten Konstellationen mehr gefordert ist als ein routiniertes Vorgehen, nämlich bspw. Fähigkeiten zur (multimodalen) Reflexion und Selbstkorrektur sowie ein gegenseitiges Vertrauen.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?
Mit den Akrobatinnen und ihren Trainern, die mich zwei Jahre lang als neugierige Beobachterin an ihrem Training haben teilnehmen lassen.

5. Ihr Buch in einem Satz:
Kurz und knapp: ›Praxistheorie meets Sportakrobatik‹. <<<


Kristina Brümmer

Mitspielfähigkeit

Sportliches Training als formative Praxis

Soziale Ordnungen und »ihre« Subjekte bewirken sich gegenseitig. Am Beispiel des sportakrobatischen Trainings geht Kristina Brümmer der Frage nach dem »Wie« dieses wechselseitigen Konstitutionsprozesses nach. Praxeografische Feinanalysen von Trainingsepisoden zeigen, wie es den Akteuren gelingt, gemeinsam mit der Unsicherheit riskanter sozialer Praktiken umzugehen, die notwendigen Mitspielkompetenzen zu erwerben und sich als »Mitspieler« zu subjektivieren. Die Studie, die sich im Schnittfeld von Praxissoziologie, Subjektivierungsforschung und Sportwissenschaft bewegt, bezieht Theorie, Methodologie und Empirie dialogisch aufeinander – und ist damit für die »Theorie« ebenso interessant wie für die »Praxis«.


 
Autorenbild Brümmer, Kristina

Kristina Brümmer (Dr. phil.) ist wissenschaftliche Mitarbeiterin im Arbeitsbereich »Soziologie und Sportsoziologie« des Instituts für Sportwissenschaft an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg. Ihre Forschungsschwerpunkte sind die Soziologie der Praktiken, des Körpers und des Sports, Konzepte praktischen Wissens, Ethno- und Praxeografie sowie Abstimmungs- und Subjektivierungsprozesse im Sport.

Homepage:
Kristina Brümmer: Uni Oldenburg

Soziologie, Kulturwissenschaft, Sportwissenschaft sowie Sportler_innen und Trainer_innen

Print 34,99 €

12/2014, 290 Seiten, kart., zahlr. Abb.
ISBN 978-3-8376-2932-3

Artikel-Nr.: 2932

-2932-3: Brümmer, Mitspielfähigkeit

Sportliches Training als formative Praxis

 

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E-Book 34,99 €

PDF-Download, 7,40 MB
12/2014, 290 Seiten
ISBN 978-3-8394-2932-7

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