O-Ton:


Nominierung
Das Buch wurde für den Opus Primum Förderpreis der VolkswagenStiftung für die beste wissenschaftliche Nachwuchspublikation des Jahres 2015 nominiert.

Autoreninterview

... mit Lars Geiges

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Weil es das erste umfassende Buch über die Occupy-Bewegung in Deutschland ist. Bisher haben... >>>
... mit Lars Geiges

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Weil es das erste umfassende Buch über die Occupy-Bewegung in Deutschland ist. Bisher haben Kurzstudien, Aufsätze und vor allem Medienberichte unseren Blick auf Occupy geprägt – leider teils auch getrübt. Wie genau sich die Occupy-Camps organisierten und aus welchen Gründen die Aktivisten sich engagierten, war bisher unklar.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
Dem Leser vor allem die eine ganz besondere: Die Welt aus den Augen anderer zu sehen. Das Buch gibt einen tiefen Einblick in die Denkweisen der Occupy-Aktivisten und ihr Verständnis von Politik und Gesellschaft. Darüber hinaus wird das Innenleben der Protestgruppen, ihr Alltag in den Zeltdörfern ausgeleuchtet, häufig verborgene Räume bei der Untersuchung von Protesten. Man stellt fest, dass in den Arbeitsgruppen und Vollversammlungen der deutschen Occupy-Gruppen eine ›echte Demokratie‹ eher nicht vorgelebt wurde.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?
Protestbewegungen wird oft eine ›demokratische Produktivkraft‹ attestiert. Die Occupy-Initiativen konnten ihren eigenen Anspruch höchster Inklusivität nie einlösen. Statt Basisdemokratie zogen in die Camps rasch chaotische Gebilde aus Kleinstgruppen ein, in denen nur wenige das Sagen hatten. Das verschreckte vor allem erstmals Engagierte, die sich mit großen Hoffnungen auf die Bewegung einließen, weil sie in ihr – im Gegensatz zu Parteien – die Chance auf ›echte‹ Teilhabe wähnten.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?
Mit den Occupy-Aktivisten, die ich für dieses Buch befragt habe. Wie viele meiner Deutungen sie wohl teilen würden? Außerdem mit meiner Mutter, wozu ich leider Gottes nicht mehr die Möglichkeit gehabt habe.

5. Ihr Buch in einem Satz:
Ein Porträt der Bewegung, eine Analyse ihrer Organisation, ein politisches Psychogramm der Occupy-Aktivisten und eine Kritik ihres Denkens, die anschaulich informiert, kritisch interpretiert und – hoffentlich auch das – viel Freude beim Lesen bereitet. <<<


Lars Geiges

Occupy in Deutschland

Die Protestbewegung und ihre Akteure

Plötzlich war sie mit ihren Zelten da: Die Occupy-Bewegung formierte sich 2011 scheinbar über Nacht, besetzte weltweit öffentliche Plätze und protestierte gegen Bankenmacht. Auch in Deutschland entstanden Occupy-Gruppen, die teils mehrmonatige Camps in den Stadtzentren errichteten. Von hier aus sollte sich ihr Protest entfalten – offen, basisdemokratisch, vielstimmig.
Was bewegte die Aktivisten und wie blickten sie auf Politik, Staat und Gesellschaft? Wie organisierten sie sich? Und was könnte von Occupy bleiben? Anhand von Beobachtungen, Interviews und Diskussionsrunden mit Occupyern eröffnet Lars Geiges einen materialreichen Blick auf das junge und kaum erforschte Protestphänomen.


 
Autorenbild Geiges, Lars

Lars Geiges (Dr. disc. pol.), Journalist und Politologe, arbeitet als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Demokratieforschung der Universität Göttingen.

Homepage:
www.demokratie-goettingen.de

»Das Buch liefert eine umfassende, seriös recherchierte und spannende Analyse der deutschen Occupy-Bewegung. Es ist damit ein wichtiges Zeitdokument und ein guter Beitrag zur Bewegungsforschung.«
Ruth Simsa, www.socialnet.de, 14.09.2016
»Die Dissertation von Geiges [trägt] dazu bei, Occupy differenzierter zu sehen und weder auf bunte Bilder noch auf gewaltsame Ausschreitungen zu reduzieren. Und sie bietet Anschlusspunkte für die Protestforschung und die Erforschung sozialer Bewegungen.«
Karin Urich, Soziale Bewegungen, 2 (2015)
»Occupy ist nicht einfach ein linkes Projekt. Lars Geiges hat da für viel Aufklärung gesorgt.«
Tilman Mayer, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.09.2015
»Geiges' Untersuchungsergebnisse bieten einen gelungenen Einblick in die Denkweisen und Wertevorstellungen deutscher Occupy-Aktivisten.«
Björn Allmendinger, Portal für Politikwissenschaft, 12.02.2015
Besprochen in:
www.lehrerbibliothek.de, 17.02.2015, Oliver Neumann
Arbeit – Bewegung – Geschichte. Zeitschrift für historische Studien, 1 (2016), Nils Kumkar

Protest- und Bewegungsforschung, Politikwissenschaft, Soziologie, Partizipationsforschung, Journalistik sowie die interessierte Öffentlichkeit

Print 33,99 €

11/2014, 376 Seiten, kart., zahlr. Abb.
ISBN 978-3-8376-2946-0

Artikel-Nr.: 2946

-2946-0: Geiges, Occupy in Deutschland

Die Protestbewegung und ihre Akteure

 

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11/2014, 376 Seiten
ISBN 978-3-8394-2946-4

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