Interview

... mit Kathrin Ackermann und Christopher Laferl

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?
In Zeiten der Postmoderne scheint der Begriff ›Kitsch‹ seine Schlagkraft verloren zu haben, kann doch heutzutage auch... >>>
... mit Kathrin Ackermann und Christopher Laferl

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?
In Zeiten der Postmoderne scheint der Begriff ›Kitsch‹ seine Schlagkraft verloren zu haben, kann doch heutzutage auch Kitsch den Status von Kunst haben. Aber ist das tatsächlich so? Was tun wir, wenn wir einen Gegenstand oder ein Kunstwerk als ›kitschig‹ bezeichnen? Bedeutet das Wort ›Kitsch‹ dasselbe, wenn es im deutschsprachigen Raum verwendet wird, wo es zum allgemeinen Wortschatz gehört, oder wenn es von Sprechern gebraucht wird, in deren Sprache es ein Fremdwort ist?

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
Die mit ›Kitsch‹ verbundenen diskursiven Strategien wurden bisher vor allem in historischer Perspektive sowie unter dem Aspekt der Zuordnung zu bestimmten sozialen Schichten oder Geschlechtern untersucht. Der Blick wurde aber kaum auf die kulturellen Unterschiede bei der Bewertung von Kitsch gerichtet. Dabei neigen wir dazu, gerade Produkte anderer Kulturen als ›kitschig‹ zu bezeichnen.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?
Es handelt sich um den ersten Sammelband, der den Begriff Kitsch in einer komparatistischen Perspektive thematisiert. Die Beiträge diskutieren einerseits die unterschiedlichen Verwendungsweisen der internationalisierten Vokabel ›Kitsch‹ in verschiedenen Kulturen (mit Schwerpunkt auf Deutschland, Österreich, Frankreich, Großbritannien, Sowjetunion, USA und China), andererseits stellen sie die Frage, wie sehr Kitsch als die Kunst der anderen zur Negativfolie für die Bestimmung der eigenen Nation wird.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?
Mit allen, die sich für die unterschiedliche Wahrnehmung der eigenen und fremder Kulturen interessieren.

5. Ihr Buch in einem Satz:
Der Begriff ›Kitsch‹ in komparatistischer Perspektive. <<<


Kathrin Ackermann / Christopher F. Laferl (Hg.)

Kitsch und Nation

Zur kulturellen Modellierung eines polemischen Begriffs

Das deutsche Wort »Kitsch« ist in den 1940er Jahren zu einem internationalen Begriff geworden, dessen Bedeutung zwischen ideologiekritischer Ablehnung und postmoderner Affirmation oszilliert. Doch meint das Schlagwort in unterschiedlichen nationalen Diskurstraditionen stets dasselbe? Warum werden bestimmte künstlerische oder alltagsästhetische Produkte aus anderen Kulturen als Kitsch bezeichnet, und wie verhält es sich mit dieser »Nationalisierung« von Kitsch?
An Beispielen aus Musik-, Literatur-, Kunst- und Filmwissenschaft untersuchen die Beiträge des Bandes die Polaritäten und Paradoxien, denen der Begriff »Kitsch« in verschiedenen Kulturen und Nationen ausgesetzt ist.


 

Kathrin Ackermann (Prof. Dr.) lehrt französische und italienische Literaturwissenschaft an der Universität Salzburg.
Christopher F. Laferl (Prof. Dr.) lehrt iberoromanische Literatur- und Kulturwissenschaft an der Universität Salzburg.

Homepage:
Kathrin Ackermann: Uni Salzburg

Besprochen in:

IDA NRW, 1 (2016)

Literaturwissenschaft, Kunstwissenschaft, Musikwissenschaft Filmwissenschaft, Kommunikationswissenschaft, Kulturwissenschaft

Print 34,99 €

01/2016, 338 Seiten, kart.
ISBN 978-3-8376-2947-7

Artikel-Nr.: 2947

-2947-7: Ackermann/Laferl (Hg.), Kitsch und Nation

Zur kulturellen Modellierung eines polemischen Begriffs

 

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E-Book 34,99 €

PDF-Download, 5,50 MB
01/2016, 338 Seiten
ISBN 978-3-8394-2947-1

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