Autoreninterview

... mit den Herausgebern

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Mit diesem Buch erheben wir einen dezidierten Anspruch: Rezeption von Theorien,... >>>
... mit den Herausgebern

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Mit diesem Buch erheben wir einen dezidierten Anspruch: Rezeption von Theorien, Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Denktraditionen und schließlich die Ausarbeitung einer eigenen theoretischen Position ist eine für die Qualität wissenschaftlicher Arbeiten wesentliche Aufgabe. Sie verliert hinter den Forderungen nach ›schneller‹ Empirie und Anwendungsbezug mehr und mehr an Bedeutung. Dem stellen sich dieser Band und seine Beiträge entgegen.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
In unserem Buch wird nicht nur der Bestand einer Denktradition rekapituliert, sondern unterschiedliche Denkweisen, Forschungstraditionen und Diskurse werden miteinander in Dialog gebracht. Theoriearbeit erfolgt hier im Modus dialogischer Theoriebildung. Damit werden Entwicklungspotenziale in der marxistischen und feministischen Theoriebildung, der Kritischen Theorie, der Diskurstheorie, Theorien des Politischen sowie philosophischen und pädagogischen Theorien sichtbar gemacht.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?
Neben historischen Entwicklungslinien von Theorien, Diskursen und Forschungsfeldern werden aktuelle Differenzen, Konflikte und Anknüpfungspunkte für Forschungsfragen ausgelotet. Ob im Feld der Gender Studies, der Kritischen Erziehungswissenschaft oder der Sozialisationsforschung – um nur einige der im Band vertretenen Forschungsgebiete zu nennen – werden theoriepolitisch innovative Positionen eingenommen, die künftige Forschung anregen wollen.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?
Mit Menschen aus unterschiedlichen Studien- und Fachgebieten der Sozial- und Geisteswissenschaften. Gerade weil die verhandelten Theoretiker/-innen – u.a. Karl Marx, Theodor. W. Adorno, Jürgen Habermas, Michel Foucault, Hannah Arendt, Carl Schmitt, Judith Butler – nie in disziplinären oder engen theoretischen Zugehörigkeiten gedacht haben und denken, laden wir dazu ein, den interdisziplinären Dialog mit dem Denken dieser Grenzgänger/-innen zu suchen.

5. Ihr Buch in einem Satz:
Unser Buch will neue Wege aufzeigen, wie Theorierezeption und Theoriepolitik betrieben werden kann. <<<


Ludwig Gasteiger / Marc Grimm / Barbara Umrath (Hg.)

Theorie und Kritik

Dialoge zwischen differenten Denkstilen und Disziplinen

Eine Pluralität theoretischer Angebote kann nur dann produktiv sein, wenn statt einer Beliebigkeit des unvermittelten Nebeneinanders ein intensiver Dialog über die Möglichkeiten und Grenzen von Theorie und Kritik zwischen den Theorietraditionen geführt wird. Ausgehend von diesem Verständnis wird in dem Band die Problematik der Theorienpluralität in den Geistes- und Sozialwissenschaften aus unterschiedlichen Perspektiven diskutiert. Die Beiträge zeichnen Rezeptionslinien nach, machen Konflikte um das Erbe von Theorieschulen sichtbar und behandeln Auseinandersetzungen über verschiedene Konzeptionen von Kritik.


 

Ludwig Gasteiger (M.A. Soz.) lehrt Soziologie an der Universität Augsburg.
Marc Grimm (Dipl.-Pol.) lehrt Politikwissenschaft an der Universität Augsburg.
Barbara Umrath (Dipl.-Päd.) arbeitet schwerpunktmäßig in der Geschlechterforschung.

Homepage:
Gasteiger
Grimm
Umrath

»Das Projekt des Sammelbandes [ist] in zweierlei Hinsicht [...] sehr erfrischend und zeitdiagnostisch zentral: Erstens richtet es sich gegen jene wissenschaftliche Praxis, die eine Selbstheorisierung der eigenen Ideen und eine gleichzeitige Abwertung oder Ausblendung anderer Theorien impliziert.
Zweitens ist eine solche dialogische Theoriebildung auch für eine gesellschaftsverändernde Praxis zentral, die anstrebt, auf produktiven Auseinandersetzungen und Allianzen aufzubauen.«
Anika Thyn, Widerspruch, 67 (2016)
»Das Buch [leistet] einen wertvollen Beitrag dazu, die Kritik-Theorie-Debatte unter Einbeziehung verschobener (neoliberaler) Vorzeichen wieder aufleben zu lassen.«
Eva Tolasch, http://www.theorieblog.de, 12.11.2015

Soziologie, Politikwissenschaft, Geschichtswissenschaft, Gender Studies, Erziehungswissenschaft, Pädagogik, Philosophie

Print 36,99 €

09/2015, 320 Seiten, kart.
ISBN 978-3-8376-2986-6

Artikel-Nr.: 2986

-2986-6: Gasteiger et al. (Hg.), Theorie und Kritik

Dialoge zwischen differenten Denkstilen und Disziplinen

 

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E-Book 36,99 €

PDF-Download, 2,10 MB
09/2015, 320 Seiten
ISBN 978-3-8394-2986-0

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