Interview

... mit Beate Ochsner und Robert Stock

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?
Es ist wichtig aufzuzeigen, dass Hören und Sehen keine natürlich gegebenen Fähigkeiten darstellen. Vielmehr handelt es sich um... >>>
... mit Beate Ochsner und Robert Stock

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?
Es ist wichtig aufzuzeigen, dass Hören und Sehen keine natürlich gegebenen Fähigkeiten darstellen. Vielmehr handelt es sich um Praktiken, die als Effekte technologisch bedingter Handlungszusammenhänge zu begreifen sind. Dabei sind mediale Praktiken des Hörens und Sehens bzw. ihr Zusammenspiel nicht allein im Bereich der Digitalkultur zu verorten. So umfasst der Band auch Beiträge, die die historisch bedingte Veränderlichkeit der visuellen und auditiven Wahrnehmungstechniken erörtern.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
Der Band versucht einen Brückenschlag zwischen medienwissenschaftlichen, -historischen, soziologischen, literatur- und kunstwissenschaftlichen Perspektiven auf Hören und Sehen. Innovativ ist dabei die Einbeziehung der Disability Studies. Denn wir schlagen vor, senseAbilities dezidiert aus einem Blickwinkel zu betrachten, der die Konstruktion und Medialität von abilities und disabilities sowie die vielfältigen Beziehungen zwischen beiden Feldern verstärkt fokussiert.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?
Dem Thema Hören widmen sich zwar die Sound Studies, im Bereich der Medienwissenschaft gibt es aber noch wenige Studien dazu. Die Disability Studies fokussieren hingegen vornehmlich die Problematik der Gehörlosigkeit. Zudem stellt die Verschränkung von Hören und Sehen sowie die Formatierung der Assemblagen durch unterschiedliche soziale, technologische und mediale Akteure bislang ein wenig beachtetes Forschungsfeld dar.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?
Die Beiträge des Buches möchten wir gerne mit Studierenden, Nachwuchswissenschaftler_innen, aber auch mit Kolleg_innen verschiedener Disziplinen sowie Menschen mit bzw. ohne Behinderungen diskutieren.

5. Ihr Buch in einem Satz:
Der Sammelband untersucht mediale Praktiken des Sehens und Hörens und geht davon aus, dass diese in sozialen, technologischen und medialen Assemblagen produziert werden. <<<


Beate Ochsner / Robert Stock (Hg.)

senseAbility – Mediale Praktiken des Sehens und Hörens

Lassen sich Sehen und Hören als mediale Praktiken verstehen? Dieser Band geht davon aus, dass sinnliche Wahrnehmungen stets als Effekte soziotechnischer Assemblagen zu begreifen sind. Anhand von Fallbeispielen untersuchen die Beitragenden exemplarische Konfigurationen des »doing seeing« oder »doing hearing«, um die dichte Verschränkung sinnlicher Wahrnehmungen und technologischer Umwelten aufzuzeigen und zu analysieren. Sie machen das Zusammenspiel von Körpern und technischen Dingen in spezifischen Handlungszusammenhängen beobachtbar, in dem nicht nur Technologien des Selbst relevant werden, sondern sich auch Formen von Gouvernemedialität abzeichnen.


 

Beate Ochsner (Prof. Dr.) ist Professorin für Medienwissenschaft an der Universität Konstanz. Ihre Forschungsschwerpunkte sind: Repräsentation von Dis/Ability, Monster und Monstrositäten, Intermedialität, Hybridisierung, junges deutsches Kino sowie die Bildwissenschaft des bewegten Bildes.
Robert Stock (M.A.) ist Koordinator der Forschergruppe »Mediale Teilhabe. Partizipation zwischen Anspruch und Inanspruchnahme« an der Universität Konstanz.

Homepage:
Beate Ochsner: Uni Konstanz
Beate Ochsner: Projekt Mediale Teilhabe
Robert Stock: www.mediaandparticipation.com/
Robert Stock: Uni Konstanz

»Technologie kann [...] beides sein: Eine Technologie der Ermöglichung oder eine Technologie der Ausgrenzung und Behinderung. Die Lektüre von ›senseAbility‹ ermöglicht, darüber genauer, vielleicht anders als bisher, nachzudenken.«
Tom Bieling, Designabilities, 12 (2016)
Besprochen in:
GMK-Newsletter, 4(2017)

Medienwissenschaft, Literatur- und Kulturwissenschaft, Kultursoziologie

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09/2016, 448 Seiten, kart., zahlr. Abb.
ISBN 978-3-8376-3064-0

Artikel-Nr.: 3064

-3064-0: Ochsner/Stock (Hg.), senseAbility – Mediale Praktiken

 

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10/2016, 448 Seiten
ISBN 978-3-8394-3064-4

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