Interview

... mit Toni Tholen

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Weil es die seit langem schon in der Öffentlichkeit geführte Debatte über die... >>>
... mit Toni Tholen

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Weil es die seit langem schon in der Öffentlichkeit geführte Debatte über die ›Krise‹ und den möglichen Wandel von Männlichkeit durch den Einbezug wichtiger literarischer und theoretischer Texte der letzten Jahre und Jahrzehnte intensiviert.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
Es wird deutlich, dass die nötige Transformation von traditionellen Männlichkeitsvorstellungen und -praktiken in professionellen (künstlerisch-intellektuellen) wie in privaten Zusammenhängen ein steiniger Weg ist, der sich allerdings zu gehen lohnt, gerade in Auseinandersetzung mit den verdichteten Reflexionen und Imaginationen, die die Literatur der letzten Jahrzehnte zum Thema bereit hält.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?
Eine hohe, weil es viele Disziplinen und Lebenskontexte durchquert. Vielleicht kann das Buch dazu beitragen, dass die Reflexion von Männlichkeiten in den Forschungs-, aber auch in den Lehrkontexten der einzelnen Bildungsinstitutionen noch mehr als bisher praktiziert wird, vor allem im inter- und transdisziplinären Zusammenhang.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?
Mit möglichst vielen Menschen, insbesondere auch außerhalb der Wissenschaft.

5. Ihr Buch in einem Satz:
Eine andere Männlichkeit ist möglich, aber wirklich ist sie noch nicht. <<<


Toni Tholen

Männlichkeiten in der Literatur

Konzepte und Praktiken zwischen Wandel und Beharrung

Die Veränderung des Verhältnisses zwischen den Geschlechtern hängt nicht zuletzt davon ab, ob sich gesellschaftlich und kulturell neue Vorstellungen von Männlichkeit herausbilden und alternative, nicht-hegemoniale Lebensformen möglich werden. Auch in der Literatur der letzten Jahrzehnte macht sich ein allmählicher Wandel im männlichen Selbstbild bemerkbar, den es literaturwissenschaftlich angemessen darzustellen gilt. Unter der doppelten Perspektive von Wandel und Beharrung untersucht Toni Tholen Konzepte von Männlichkeit zwischen solitärer Existenz, Ehe, Familie und Autorschaft in Texten von R.D. Brinkmann, R. Barthes, P. Handke, W.G. Sebald, A. Gorz bis zu M. Streeruwitz und K.O. Knausgård.


 

Toni Tholen (Prof. Dr. phil.) lehrt Literaturwissenschaft und -didaktik an der Universität Hildesheim. Er forscht insbesondere zu Männlichkeiten, zur Literatur sowie zur Literatur- und Kulturheorie vom 18. Jahrhundert bis zur Gegenwart.

Homepage:
Toni Tholen: Uni Hildesheim

Tholen's book successfully demonstrates how critical work of literary scholars can also help identify and highlight literature's potential and contribution to a future ›Neugestaltung der Geschlechterverhältnisse‹.«
Arnhilt Johanna Hoefle, Austrian Studies, 49 (2017)
»Insgesamt stellt Tholens Band [...] einen brauchbaren Begriffsapparat für den Umgang mit literarischen Männlichkeiten zur Verfügung und er erhellt damit einige der diesbezüglich wichtigsten Texte der letzten 50 Jahre.«
Bernd Blaschke, www.literaturkritik.de, 13.08.2016
»Der Band ist [...] eine Bereicherung für die literaturwissenschaftliche Männerforschung und allen zu empfehlen, die sich mit dem Thema beschäftigen.«
Barbara Hindinger, Germanisch-Romanische Monatsschrift, 65/4 (2015)
»Sehr interessante Untersuchung.«
Walter Hollstein, Neue Zürcher Zeitung, 28.11.2015
»Tholens Buch leistet in seinen hervorragenden konzeptuellen Teilen, in der Erschließung von Texten der Gegenwartsliteratur und in der eindrücklichen Thematisierung so relevanter Aspekte wie des Konnex von ›neuer‹ Vaterschaft und Autorschaft, marginalisierter Männlichkeit oder der Perspektiven weiblicher Autorinnen auf Männlichkeiten einen wichtigen Beitrag für die literaturwissenschaftliche Männlichkeitsforschung.«
Benedikt Wolf, Bulletin Info, 51 (2015)
»Toni Tholens geradezu chirugische Sezession heutiger Männlichkeitsbilder schlägt eine große Brücke von der Vergangenheit, dem Hier und Heute bis in die Zukunft, bleibt sachlich und [...] dem Gegenstand zugewandt, ohne auf die nötige visionäre Kraft zu verzichten.«
Björn Hayer, Die Tagespost, 02.07.2015
Besprochen in:
Études Germaniques, 4 (2015), Klaus Wieland

Literaturwissenschaft, Gender Studies, Kulturwissenschaft, Soziologie, Erziehungswissenschaft

Print 29,99 €

05/2015, 224 Seiten, kart.
ISBN 978-3-8376-3072-5

Artikel-Nr.: 3072

-3072-5: Tholen, Männlichkeiten in der Literatur

Konzepte und Praktiken zwischen Wandel und Beharrung

 

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E-Book 26,99 €

PDF-Download, 1,89 MB
06/2015, 224 Seiten
ISBN 978-3-8394-3072-9

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