Autoreninterview

... mit Martha Brech und Ralph Paland

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Der hörbare Raum ist in der elektroakustischen Musik des 20. Jahrhunderts zu... >>>
... mit Martha Brech und Ralph Paland

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Der hörbare Raum ist in der elektroakustischen Musik des 20. Jahrhunderts zu einer zentralen Kategorie geworden; und in historischen Musikepochen finden sich ebenfalls räumliche Klang- und Kompositionsphänomene. Unser Band fokussiert elektroakustische Musik der analogen Ära bis ca. 1980 – der Pionierphase spatialer Technologien – und leistet einen grundlegenden Beitrag für eine umfassende musik- und technologiegeschichtliche Aufarbeitung sowie begriffliche Differenzierung dieses Themenfeldes.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
Die enge Wechselwirkung zwischen Raumkomposition und akustischer Technologie wird erstmals detailliert und auf der Basis exemplarischer Werkanalysen dargestellt. Darüber hinaus wird die elektroakustische Raumkomposition einerseits in der Geschichte spatialen Komponierens seit dem Mittelalter verortet sowie andererseits in einen breiteren zeitgenössischen Kontext gestellt, der neben der instrumental-vokalen Musik der Avantgarde auch die populäre Musik sowie das Hörspiel umfasst.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?
Die kompositorische und klangliche Gestaltung des hörbaren Raums mit neuester Technologie ist eine aktuelle und verbreitete Praxis in Musik und Klangkunst. Unser Band präsentiert die wichtigsten historischen Vorläuferkonzepte; von hier können Impulse für eine vertiefte Reflexion heutiger Ansätze sowie Anregungen für neue Raumkompositionen ausgehen. Zugleich ermöglicht der Blick auf populärkulturelle und technikgeschichtliche Zusammenhänge den fachübergreifenden Diskurs zum hörbaren Raum.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?
Die Ansätze und Ergebnisse der hier versammelten Studien würden wir gerne mit Komponisten, Musik- und Medienwissenschaftlern, Technikhistorikern sowie interessierten Liebhabern akustischer und elektroakustischer Musik und Medienkunst diskutieren.

5. Ihr Buch in einem Satz:
Der Band verortet die elektroakustische Musik in der Geschichte der Raumkomposition, stellt den Austausch zwischen technischer und kompositorischer Innovation dar und präsentiert Analysen spatialer Strategien. <<<


Martha Brech / Ralph Paland / (Hg./eds.)

Kompositionen für hörbaren Raum / Compositions for Audible Space

Die frühe elektroakustische Musik und ihre Kontexte / The Early Electroacoustic Music and its Contexts

The integration of audible space is a central aspect of electroacoustic music. Ever since the earliest analogue days of electroacoustic music, pioneers of the genre – including Pierre Schaeffer, Iannis Xenakis, Karlheinz Stockhausen, and Luigi Nono – used special devices and methods for their compositions and refined the possibilities of integrating the sound of space into music.
In this anthology, analytical portraits of compositions and groups of compositions show the wide spectrum of spatial practices in early electroacoustic music. Additionally, retrospective views on the use of spatial composition in earlier epochs and in instrumental music of the 20th century portray the practice of spatial composition in different eras and genres, as well as the universality of spatial music as a topic. In this way the book contributes to a more differentiated understanding of the term »spatial music«.

Die Integration des hörbaren Raums ist ein zentraler Aspekt der elektroakustischen Musik. Schon auf Basis der Analogtechnik entstanden spezielle Geräte und Verfahren, die Pioniere des Genres wie Pierre Schaeffer, Iannis Xenakis, Karlheinz Stockhausen oder Luigi Nono für ihre Vorstellungen von Raummusik heranzogen und weiter entwickelten.
In diesem Band, der englisch- und deutschsprachige Beiträge gleichermaßen versammelt, zeigen analytische Portraits einzelner Kompositionen oder Kompositionsgruppen das breite Spektrum spatialer Praktiken in der frühen elektroakustischen Musik. Geschichtliche Rückblicke auf spatiale Kompositionsweisen früherer Epochen bis hin zur instrumentalen Musik des 20. Jahrhunderts stellen den epochen- und genrespezifischen Umgang mit Raum dar und belegen nicht nur die Universalität des Themas Raummusik, sondern leisten auch einen Beitrag zu deren begrifflicher Differenzierung.


 

Martha Brech (PD Dr.), musicologist, researches and teaches at the TU Berlin, audio communication group.
Ralph Paland (Dr.), musicologist, music teacher and organist, researches and teaches in Cologne.

»Raumkomposition, so zeigen die informativen Texte dieses Readers, ist mehr als eine formalistische Spielerei.«
Max Nyffeler, neue musikzeitung, 2 (2017)
»Nicht nur Musikwissenschaftler aller drei Fachrichtungen dürften sich angesprochen fühlen, sondern auch Tontechnikerund selbst der musikalisch interessierte Laie. Nicht zu vergessen ist die enorme Bedeutung des Themas für das hochaktuelle Feld der ›virtual reality‹.«
Christopher Fust, DIE TONKUNST, 10/4 (2016)

Musikwissenschaft, Medienwissenschaft, Technikgeschichte, Komposition

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09/2015, 354 Seiten, kart., zahlr. Abb.
ISBN 978-3-8376-3076-3

Artikel-Nr.: 3076

-3076-3: Brech/Paland (Hg.), Compositions for Audible Space

Die frühe elektroakustische Musik und ihre Kontexte / The Early Electroacoustic Music and its Contexts

 

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09/2015, 354 Seiten
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