Interview

... mit Martha Brech

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Mit dem Band werden erstmals der hörbare Raum und seine Entstehung anhand von historischer... >>>
... mit Martha Brech

1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Mit dem Band werden erstmals der hörbare Raum und seine Entstehung anhand von historischer Forschungsliteratur dargestellt. Eng damit verknüpft ist die Entwicklung verschiedener technologischer
Raumdarstellungsarten, die seit Beginn des elektroakustischen Medienzeitalters speziell für die künstlerische Nutzung entstanden. Sie trugen zur Entstehung neuer Kunstgattungen bei wie der raumbezogenen Klangkunst, des Kunstkopfhörspiels und der elektroakustischen Raumkomposition.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
Der hörbare Raum erweist sich als facettenreich; mehrere Klangphänomene können ihn darstellen und sie können mit verschiedenen technischen Geräten erzeugt werden. Diese ermöglichen die Realisierungen unterschiedlicher künstlerischer Konzepte zur Gestaltung des auditiven Raums. Daher hat die Spezifik der Technologie einen Anteil an der künstlerischen Gestaltung. Das Buch ist daher auch ein Plädoyer, die Wechselwirkungen technischer und künstlerischer Arbeit genauer zu untersuchen.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?
Adressiert sind in erster Linie die auditive Raumkunst und die Raummusik und damit besonders die Musikwissenschaft. Der im Buch dargestellte Zugang auf die auditive Raumkunst und -musik über die Technologie der Raumklangproduktion bietet neue und vertiefte Einblicke. Gleichzeitig ist der hörbare Raum auch in anderen Fachgebieten wie in der Medienwissenschaft und der Technikgeschichte ein aktuelles Thema, zu dem dieses Buch beiträgt.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?
Mit Vertretern der genannten Fachgebiete sowie Komponisten, Klangkünstlern und dem allgemeinen interessierten Publikum.

5. Ihr Buch in einem Satz:
Es ist die Geschichte der Vermessung des hörbaren Raums bis hin zur Entwicklung elektroakustischer Geräte zu seiner künstlerischen Gestaltung. <<<


Martha Brech

Der hörbare Raum

Entdeckung, Erforschung und musikalische Gestaltung mit analoger Technologie

Raum ist ein zentraler Aspekt der elektroakustischen Musik und findet in diesem medialen Genre im Vergleich zu historischen Musikgattungen anders und neuartig Verwendung. Seit Beginn der um 1950 begründeten Gattung entstanden zahlreiche spezielle Raumklanggeräte für diese Musik, teilweise mit aktiver Beteiligung der Komponisten. Die Geräte und ihre Technologie prägen damit auch die Musik.
Martha Brech zeichnet diese Entwicklung in mehreren Schritten nach. Einsatzpunkt ist die erste Erforschung und Operationalisierung des räumlichen Hörens ab ca. 1790, auf der die frühesten spatialen Audiotechnologien ab ca. 1880 aufbauen. Die ersten künstlerisch relevanten Raumgestaltungen und die dazu entwickelten technischen Geräte und Produktionsverfahren seit Beginn der Rundfunk- und Tonfilmzeit in den 1920er Jahren werden als wesentliche Vorgänger ebenso betrachtet wie die verschiedenen speziellen Raumklanggeräte der elektroakustischen Musik ab 1950 bis etwa Mitte der 1980er Jahre, in der die Zeit der Analogtechnik endete.


 

Martha Brech (PD Dr. phil.), Musikwissenschaftlerin und Tontechnikerin, lehrt und forscht zu elektroakustischer Musik an der TU Berlin, Fachgebiet Audiokommunikation.

»Ein faktenreicher Überblick über die Forschungen der letzten zweihundert Jahre in den Bereichen der Akustik, Physiologie und Wahrnehmungspsychologie.«
Max Nyffeler, neue musikzeitung, 2 (2017)

»Nicht nur Musikwissenschaftler aller drei Fachrichtungen dürften sich angesprochen fühlen, sondern auch Tontechnikerund selbst der musikalisch-interessierte Laie. Nicht zu vergessen ist die enorme Bedeutung des Themas für das hochaktuelle Feld der ›virtual reality‹.«
Christopher Fust, DIE TONKUNST, 10/4 (2016)

Musikwissenschaft, Medienwissenschaft, Technikgeschichte, Komposition sowie die interessierte Öffentlichkeit

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09/2015, 304 Seiten, kart., zahlr. Abb.
ISBN 978-3-8376-3096-1

Artikel-Nr.: 3096

-3096-1: Brech, Der hörbare Raum

Entdeckung, Erforschung und musikalische Gestaltung mit analoger Technologie

 

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09/2015, 304 Seiten
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