Interview

... mit den Herausgebern
1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Wer solche Behauptungen aufstellt, sollte unseren Band unbedingt in die Hand nehmen, denn genau... >>>
... mit den Herausgebern
1. »Bücher, die die Welt nicht braucht.« Warum trifft das auf Ihr Buch nicht zu?
Wer solche Behauptungen aufstellt, sollte unseren Band unbedingt in die Hand nehmen, denn genau solchen Aussagen wollen wir uns mit den versammelten Analysen entgegenstellen. Jedes Medien- oder Kulturprodukt verdient eine wissenschaftliche Auseinandersetzung, egal ob Kunst oder Kitsch, U- oder E-Kultur. Wir brauchen nicht nur alle Bücher sondern Medien generell, denn ihre Gesamtheit gibt uns Auskunft über vergangene oder gegenwärtige gesellschaftliche und kulturelle Zustände.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
Der Band als Gesamtes zeigt, dass in vielen populären Werken deutlich mehr Arbeit und Wissen steckt, als man es beim einfachen Lesen oder Sehen vermuten würde. Daher werden nicht nur vordergründige Themen sondern auch komplexere Ebenen untersucht. Dadurch, dass unterschiedliche Disziplinen bei der Analyse beteiligt sind, können hoffentlich auch beim Lesen Gräben überwunden werden. Vielleicht entdeckt ein Star Trek-Fan so seine Leidenschaft für die Linguistik.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?
Jeder einzelne Aufsatz trägt zur Bestätigung der These bei, dass sich die Wissenschaft heutzutage verstärkt auch vermeintlich unakademischen Bereichen widmen muss. Die Alltags- und Unterhaltungskultur, das Triviale und auch Abwegige geraten so immer mehr in den Fokus der Forschung, weil man deren Tragweite für die Gesellschaft erkannt hat und ihren Wert unabhängig von einer Niveau-Wertung nun auch sieht.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?
Interessant wäre als Vergleich zur hier gezeigten wissenschaftlichen Perspektive auf die Populärkultur ein umgekehrter Blickwinkel. Wie würden zum Beispiel die jeweiligen Autoren, Filmemacher und andere Beteiligte der Popkultur auf die Deutung ihrer kulturellen Erzeugnisse reagieren.

5. Ihr Buch in einem Satz:
›Nichts ist so, wie es scheint.‹ (Morpheus, The Matrix nach Platon Politeia) <<<


Wiebke Ohlendorf / André Reichart / Gunnar Schmidtchen (Hg.)

Wissenschaft meets Pop

Eine interdisziplinäre Annäherung an die Populärkultur

Die Erforschung der Populärkultur mit wissenschaftlichen Methoden führt dazu, dass die althergebrachte Trennung von ernster und unterhaltender Kultur nicht mehr aufrechtzuerhalten ist.
Auch die Beiträge dieses Bandes nehmen die Erscheinungsformen der Populärkultur wissenschaftlich ernst und gehen u.a. dem Ursprung des Vampirs als medialem Phänomen mit ethnologischen und soziologischen Methoden nach oder überprüfen die in Film und Fernsehen allgegenwärtigen Weltuntergangsszenarien mit physikalischen und philosophischen Analysen. Es wird deutlich: Qualität und Popularität müssen durchaus nicht konträr zueinander laufen.


 

Wiebke Ohlendorf (Dr. phil.), geb. 1981, ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Technischen Universität Braunschweig.
André Reichart (M.A.), geb. 1979, lebt und forscht in Japan.
Gunnar Schmidtchen (M.Ed.), geb. 1987, lebt und forscht in Braunschweig.

Homepage:
Wiebke Ohlendorf: TU Braunschweig
André Reichart: TU Braunschweig
Gunnar Schmidtchen: TU Braunschweig

Besprochen in:

GMK-Newsletter, 11 (2015)
MEDIENwissenschaft, 2 (2016), Sebastian Stoppe

Kulturwissenschaft, Medienwissenschaft, Literaturwissenschaft, Sprachwissenschaft, Naturwissenschaften sowie die interessierte Öffentlichkeit

Print 29,99 €

08/2015, 214 Seiten, kart.
ISBN 978-3-8376-3100-5

Artikel-Nr.: 3100

-3100-5: Ohlendorf et al. (Hg.), Wissenschaft meets Pop

Eine interdisziplinäre Annäherung an die Populärkultur

 

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08/2015, 214 Seiten
ISBN 978-3-8394-3100-9

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