Interview

... mit den Herausgebern

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?
Als Soziologinnen und Soziologen untersuchen wir neu auftretende soziale Phänomene und ihre Bedeutung für das Sozialleben. Selbstvermessung,... >>>
... mit den Herausgebern

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?
Als Soziologinnen und Soziologen untersuchen wir neu auftretende soziale Phänomene und ihre Bedeutung für das Sozialleben. Selbstvermessung, Selbstoptimierung und Quantifizierung intimer Lebensbereiche sind solche neuen Phänomene, deren Funktionslogik und sozialer Stellenwert in diesem Band ausgeleuchtet werden. Es zeigen sich dabei Konturen veränderter Vergesellschaftungs- und Subjektivierungsweisen, deren Konsequenzen noch zu beachten sein werden.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
An den Beiträgen dieses Bandes lässt sich erahnen, welche sozialen Prozesse die ungezügelte Quantifizierung und Digitalisierung aller Lebensbereiche – auch der vormals als privat verstandenen – befördert. Dabei zeigt sich auch, wie unausweichlich ein analytischer Begriff des Mithandelns technischer und anderer Dinge ist. Denn diese bestimmen maßgeblich unsere sozialen, politischen und Selbstverhältnisse mit.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?
Selbstvermessung ist ein erst in den letzten drei Jahren aufgekommenes Thema an der Schnittstelle von Körpersoziologie und Wissenschafts- und Technikforschung, das etablierte und zentrale sozialwissenschaftliche Kategorien wie Handlung, Subjekt oder Wissen herausfordert. Zugleich ist das Phänomen selbst aber auch von nicht zu unterschätzender Bedeutung für die gegenwärtige Entwicklung postmoderner Sozialzusammenhänge.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?
Ulrich Bröckling, Hartmut Rosa, Deborah Lupton, Stefan Rieger.

5. Ihr Buch in einem Satz:
Was passiert, wenn unser Selbstverhältnis mehr und mehr auf selbst produzierten technischen Messwerten und deren Objektivitätsversprechen beruht? <<<


Stefanie Duttweiler / Robert Gugutzer / Jan-Hendrik Passoth / Jörg Strübing (Hg.)

Leben nach Zahlen

Self-Tracking als Optimierungsprojekt?

Was ändert sich, wenn Selbsterkenntnis zum digitalen Produkt wird?
Ob Kalorien, Schritte, Blut- oder Stimmungswerte: Am Körper getragene mobile Geräte messen, überwachen und coachen alltägliches Verhalten und körperliche Leistungen. Die technisch vermittelte Erforschung, Steuerung und Optimierung des Selbst – das sogenannte »Self-Tracking« – etabliert nicht nur neue Verhältnisse von Körper, Technik und Wissen, sondern verwischt gleichermaßen die Grenze zwischen Selbst- und Fremdführung.
Die Beiträge des Bandes fragen nach den gesellschaftlichen Bedingungen und den Auswirkungen dieser Transformationen und den damit einhergehenden Veränderungen zeitgenössischer Selbst- und Körperverhältnisse.


 

Stefanie Duttweiler (Dr. phil.), geb. 1967, lehrt Soziologie mit dem Schwerpunkt Technologien des Selbst an der Goethe-Universität Frankfurt am Main.
Robert Gugutzer (Prof. Dr. phil.), geb. 1967, lehrt Soziologie mit den Schwerpunkten Sport- und Körpersoziologie an der Goethe-Universität Frankfurt am Main.
Jan-Hendrik Passoth (Dr. phil.), geb. 1978, lehrt Wissenschafts- und Technikforschung mit dem Schwerpunkt Digitale Medien an der Technischen Universität München.
Jörg Strübing (Prof. Dr. rer. pol.), geb. 1959, lehrt Methoden der qualitativen Sozialforschung sowie Wissenschafts- und Techniksoziologie an der Eberhard Karls Universität in Tübingen.

Homepage:
Stefanie Duttweiler: Uni Frankfurt
Robert Gugutzer: Uni Frankfurt
Jan-Hendrik Passoth: TU München
Jörg Strübing: Uni Tübingen

»Wie gestaltet sich die ›methodische Lebensführung«‹ also heute? Der Band liefert dazu interessante und hilfreiche Hinweise.«
Wolfgang Hippe, Kulturpolitische Mitteilungen, 158/3 (2017)
»Mit angenehm wenig Hysterie [...] findet der Versuch statt, sich dem Thema aus den unterschiedlichen Forschungsbereichen, wie zum Beispiel Medizin, Fitness, Gamification, Marketing u.v.m. anzunähern.
Die einzelnen Artikel bieten interessante Blickwinkel und zeigen spannende Forschungsfelder rund um das Thema ›Self-Tracking‹ auf.«
Julia Bast/Aline Braun, http://www.surveillance-studies.org, 20.06.2017
Besprochen in:
http://bundeswirtschaftsportal.de, 26.09.2016
http://www.frauenberatenfrauen.at, Bettina Zehetner
UniReport, 6 (2016)
Gen-ethischer Informationsdienst, 2 (2017), Isabelle Bartram

Soziologie, Politikwissenschaft, Erziehungswissenschaft, Medienwissenschaft, Sportwissenschaft, Wissenschafts- und Technikforschung sowie die interessierte Öffentlichkeit

Print 29,99 €

08/2016, 352 Seiten, kart.
ISBN 978-3-8376-3136-4

Artikel-Nr.: 3136

-3136-4: Duttweiler et al. (Hg.), Leben nach Zahlen

Self-Tracking als Optimierungsprojekt?

 

Lieferzeit in der Regel 3-5 Werktage

 
 
 

E-Book 26,99 €

PDF-Download, 3,00 MB
09/2016, 352 Seiten
ISBN 978-3-8394-3136-8

Preise inkl. gesetzlicher MwSt.*

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