Interview

... mit Annika Wehrle

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?
Wir leben in einer Zeit der Übergänge und Zwischenformen, was sich in Passagenräumen des 21. Jahrhunderts und den dort auf- und ausgeführten... >>>
... mit Annika Wehrle

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?
Wir leben in einer Zeit der Übergänge und Zwischenformen, was sich in Passagenräumen des 21. Jahrhunderts und den dort auf- und ausgeführten Praktiken besonders deutlich zeigt. In Bahnhöfen, Shopping Malls, Verkehrsmitteln wie auch virtuellen Räumen kristallisieren sich die Veränderungen heutiger Zeit. In dem Buch werden in Momentaufnahmen performativer Praxis gesellschaftliche Tendenzen aufgespürt und nach Lenkungs- und Machtstrukturen in Zeiten scheinbarer Entgrenzung gefragt.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
Durch theaterwissenschaftliche Ansätze öffnet sich eine neue Perspektive auf Bewegungsräume und Interaktionsformen unserer Zeit. Zudem erfährt die Analyse zeitgenössischer Theaterereignisse eine Perspektiverweiterung durch die Rückkopplung mit Prozessen wie Mobilität, Medialität, Globalisierung und Öffentlichkeit. Der Begriff des Passagenraums bietet einen weiten Reflexionsraum, ohne konkrete, materielle Aspekte auszublenden und dient so auch als Brücke zwischen Theorie und Praxis.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?
Die aktuellen kultur- und sozialwissenschaftlichen Diskurse sowie künstlerischen Auseinandersetzungen sind von einem starken Interesse an urbanen Bewegungsräumen geprägt. Auch performative Ereignisse in Passagenräumen sind aus der Theaterlandschaft der Gegenwart nicht mehr wegzudenken. Ich wünsche mir, dass die Gedanken zu Passagenräumen der interdisziplinären Debatte und den künstlerischen Schaffensprozessen dienen, um daran weiterführende Gespräche und Ideen zu entfachen.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?
Mit zufälligen Passanten und gekonnten Müßiggängern.

5. Ihr Buch in einem Satz:
Ein Buch mit zahlreichen Passagen über Passagen und der Frage nach beständigen Flüchtigkeiten und zeitweiligen Beständigkeiten. <<<


Annika Wehrle

Passagenräume

Grenzverläufe alltäglicher und performativer Praxis im Theater der Gegenwart

Passagenräume des Alltags wie Bahnhöfe, Shopping Malls und Verkehrsmittel sind urbane Knotenpunkte des frühen 21. Jahrhunderts. In ihnen verdichten sich temporäre, kulturelle und gesellschaftliche Prozesse.
Doch von welchen Spielregeln sind unsere täglichen Wege bestimmt? Und welche Spuren hinterlässt Theater in diesen flüchtigen Räumen des Durchgangs?
Annika Wehrle öffnet den Blick für zeitgenössische Übergänge und vollzieht einen Grenzgang ästhetischer und sozio-kultureller Perspektiven. Durch das Brennglas performativer Formen werden funktionale Durchgänge zu Spiel- und Aushandlungsräumen für Fragen der Globalisierung, Medialisierung, Mobilität und Öffentlichkeit.


 
Autorenbild Wehrle, Annika

Annika Wehrle (Dr. phil.), geb. 1982, ist wissenschaftliche Mitarbeiterin des Bereichs Theaterwissenschaft der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Neben Lehre und Forschung koordinierte sie dort von 2011 bis 2013 das Internationale Promotionsprogramm IPP Performance and Media Studies.

Theaterwissenschaft, Performance Studies, Kulturwissenschaft, Soziologie, Geographie, Stadtgeographie, Kulturanthropologie, Philosophie, Sportsoziologie sowie die interessierte Öffentlichkeit

Print 39,99 €

10/2015, 388 Seiten, kart.
ISBN 978-3-8376-3198-2

Artikel-Nr.: 3198

-3198-2: Wehrle, Passagenräume

Grenzverläufe alltäglicher und performativer Praxis im Theater der Gegenwart

 

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E-Book 39,99 €

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11/2015, 388 Seiten
ISBN 978-3-8394-3198-6

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