Autoreninterview

... mit Jörn Eiben

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?
Es gibt schon viele Bücher, die sich mit der Geschichte des Fußballs oder des Deutschen Kaiserreichs beschäftigen. Es gibt aber noch kein Buch,... >>>
... mit Jörn Eiben

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?
Es gibt schon viele Bücher, die sich mit der Geschichte des Fußballs oder des Deutschen Kaiserreichs beschäftigen. Es gibt aber noch kein Buch, dass den Fußball zum Ausgangspunkt nimmt, um sowohl etwas über das Kaiserreich als auch den Status des Fußballers zu dieser Zeit zu erfahren. Wer also wissen möchte, wie Menschen seinerzeit zugleich über Fußball und die Gesellschaft nachdachten und schrieben, der wird hier fündig.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
Die neue Perspektive besteht in der Frage nach den Akzeptabilitätsbedingungen einer Praktik. Diese Frage bildet den Ausgangspunkt der Studie. Erst indem danach gefragt wird, wie über die Akzeptabilität des Fußballs diskutiert wurde, können die diskursanalytischen Überlegungen, die methodisch leitend sind, mit subjekt- und praktikentheoretischen Positionen, die sich aus dem Material ergaben, vermittelt werden.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?
Wer sich für diskursanalytische oder subjekttheoretische Fragen interessiert, wird hier ebenso fündig, wie jene, die sich mit dem Körper, Männlichkeiten, Gesundheit, Nation oder Militär beschäftigen oder beschäftigen wollen. Insofern bietet das Buch nicht allein Perspektiven auf den Fußball, sondern auch analytische Anreize für nach wie vor zentrale geschichtswissenschaftliche Problemstellungen.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?
In meinem Buch stelle ich eine Karikatur aus dem Jahre 1903 vor. Sie zeigt, wie sich der Zeichner den ›Footballanthropos Communis im 21. Jahrhundert‹ vorstellte. Wenn ich mir hier einen Gesprächspartner wünschen darf, dann würde ich gern die Meinung des Karikaturisten zum ›Fußballmenschen des 21. Jahrhunderts‹ hören. Im Anschluss daran hätte ich vermutlich auch Interesse an seiner Meinung zu meinem Buch.

5. Ihr Buch in einem Satz:
Der Fußball und das Kaiserreich: eine intensive Beziehung. <<<


Jörn Eiben

Das Subjekt des Fußballs

Eine Geschichte bewegter Körper im Kaiserreich

Fußball ist im Deutschland der Gegenwart ein schwer vermeidbares Thema. Jörn Eiben zeigt, dass dies vor über 100 Jahren noch anders war. Er lotet die Bedingungen aus, unter denen im Deutschen Kaiserreich über den Fußball gesprochen wurde. In diesem Zusammenhang waren sowohl Debatten über sein Für und Wider als auch Beobachtungen konkreter Fußballspiele zentral. In beiden Fällen bildeten die Bereiche Gesundheit, Männlichkeit, Militärtauglichkeit und nationale Gemeinschaft wesentliche Bezugspunkte. Anhand des Fußballs wurden also Themen verhandelt, die im Kaiserreich ohnehin prominent diskutiert wurden. Die Studie richtet ihren Blick somit nicht nur auf den Fußball im Deutschen Kaiserreich, sondern zugleich auf das Kaiserreich selbst.


 
Autorenbild Eiben, Jörn

Jörn Eiben (Dr. phil.), geb. 1982, ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Helmut Schmidt Universität Hamburg. Zuvor lehrte und forschte er an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg. Er war Stipendiat der Hans-Böckler-Stiftung und Kollegiat des DFG-Graduiertenkollegs »Selbst-Bildungen«. Seine Forschungsschwerpunkte sind die Geschichte des Körpers, Wissenschaftsgeschichte, Geschlechtertheorien, Diskursanalyse sowie methodische Fragen zum Umgang mit Bildern als historischen Quellen.

Besprochen in:

H-Soz-u-Kult, 05.07.2016, Nils Havemann
DOSB-Presse, 24 (2016)
Fachbuchjournal, 4 (2016), Dittmar Dahlmann

Geschichtswissenschaft, Soziologie, Sportwissenschaft, Gender Studies

Print 34,99 €

12/2015, 322 Seiten, kart.
ISBN 978-3-8376-3237-8

Artikel-Nr.: 3237

-3237-8: Eiben, Das Subjekt des Fußballs

Eine Geschichte bewegter Körper im Kaiserreich

 

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E-Book 34,99 €

PDF-Download, 3,20 MB
12/2015, 322 Seiten
ISBN 978-3-8394-3237-2

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