Die neuen Bürgerproteste in Deutschland

Organisatoren – Erwartungen – Demokratiebilder

Der »Wutbürger«, 2010 zum Wort des Jahres gekürt, hat die Krise demokratischer Repräsentation in Deutschland auf einen Begriff gebracht: Immer mehr Bürger äußern Misstrauen gegenüber der etablierten Politik.

Bei einer Betrachtung dieser Krise und ihrer Ursachen sind die Vorstellungen der Bürger von einer guten und gerechten Organisation von Politik, Wirtschaft und Staat zentral. Die Studie beschäftigt sich mit den Protagonisten der neuen Bürgerproteste – jenen Akteuren also, die ihren Glauben an die Funktionsfähigkeit unserer Demokratie eingebüßt haben: Wer sind sie, was fordern sie und welche Demokratie schwebt ihnen vor?

32,99 € *

2015-12-15, 304 Seiten
ISBN: 978-3-8376-3341-2

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Felix Butzlaff

Felix Butzlaff, Wirtschaftsuniversität Wien, Wien, Österreich

... mit Felix Butzlaff

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Die Wahlbeteiligung in Deutschland und den westlichen Gesellschaften geht zurück, gleichzeitig gibt es die Wahrnehmung vermehrter Proteste – siehe etwa zu Stuttgart 21. Einige ziehen sich also zurück, während andere ihre Interessen selbst und unabhängig vertreten. Was dies für unsere Demokratie bedeutet, welche Stärken eine aktiven Zivilgesellschaft verkörpert aber auch welche möglichen Gefahren – das halte ich für eine zentrale Debatte, die wir in den kommenden Jahren zu führen haben.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Die parlamentarische Demokratie, wie wir sie in Deutschland seit 1949 kennen gelernt haben, lebte in ihrer enormen Stabilität auch von Voraussetzungen, die sie selbst nicht schaffen konnte – die Verankerung der Menschen in sozialmoralischen Milieus. Im Zuge von Bildungsexpansion und Individualisierung ist eine direkte Wirkungserwartung vieler Menschen gewachsen. Die Akzeptanz demokratischer Kompromisse und Koalitionen hat es hier schwer. Was dies für Probleme für die gesellschaftliche Interessensaushandlung mit sich bringt, darüber handelt mein Buch.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Mehrere Zweige der Sozialwissenschaften haben Facetten dieses Themenkomplexes auf der Agenda. Gleichwohl bleiben viele Fachbereiche in ihrer Perspektive beengt: Die Politikwissenschaft schaut auf Organisationsreformen der Parteien, die Stadtforschung auf soziale Bewegungen in modernen Großstädten, die Soziologie auf die Wirkungen von Individualisierung, auf Modernisierungsgewinner und -verlierer. Ich möchte dafür werben, diese Zugänge zusammen zu führen.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Analog zur vorhergehenden Frage liegt für mich der Wert einer Diskussion der Entwicklung von Demokratie-Erwartungen und Krisenwahrnehmungen in einer Perspektive, die sich nicht auf eine einzige Forschungsbrille versteift. Es sollte dabei um eine Integration von Sichtweisen gehen, und um die Frage, was wir in Sachen Wandlung von Demokratie aus der historischen Sozialwissenschaft lernen können: eine Diskussion mit klugen Politikwissenschaftlern, Soziologen, Historikern, Architekten, Journalisten und Schriftstellern also.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Immer mehr Menschen bringen politischen Parteien immer weniger Vertrauen entgegen und äußern direkt und ungefiltert ihre politischen Anliegen – wer sind sie und was treibt sie an?

»Eine uneingeschränkt zu empfehlende Lektüre für alle, die sich mit der gegenwärtigen Protestwelle in Deutschland auseinandersetzen.«
Jan Rohgalf, Neue Politische Literatur, 61 (2016)
»Eine bereichernde Diskussionsgrundlage nicht nur für all jene Akteure, um die es geht, sondern auch für DozentInnen und Studierende vor allem der Soziologie und Politikwissenschaften, die sich mit dem Phänomen der Bürgerproteste vertraut machen möchten. Wer aktuelle Turbulenzen politischer und ökonomischer Entwicklungen und daraus Provokationen für manifestes Wahl- bis Protestverhalten einschätzen möchte, ist mit der Lektüre gut beraten.«
Arnold Schmieder, www.socialnet.de, 12.04.2016
Besprochen in:
IDA NRW, 1 (2016)
Zivilgesellschaft Info, 1 (2016)
Portal für Politikwissenschaft, 19.05.2016, Jessica Burmester
GRIBS-Kommunalbrief, 1 (2017), Gerd Rudel
Autor_in(nen)
Felix Butzlaff
Buchtitel
Die neuen Bürgerproteste in Deutschland Organisatoren – Erwartungen – Demokratiebilder
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
304
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-8376-3341-2
DOI
10.14361/9783839433416
Warengruppe
1731
BIC-Code
JPW JHB JPHV
BISAC-Code
POL003000 POL010000 SOC026000 POL007000
THEMA-Code
JPW JHB JPHV
Erscheinungsdatum
2015-12-15
Auflage
1
Themen
Politik, Zivilgesellschaft
Adressaten
Politikwissenschaften, Demokratieforschung, Parteienforschung, Politische Theorie, Soziologie, Kulturwissenschaften sowie die interessierte Öffentlichkeit
Schlagworte
Protest, Demokratie, Repräsentation, Partizipation, Politische Kulturforschung, Krise der Volksparteien, Wutbürger, Zivilgesellschaft, Politik, Politische Soziologie, Soziale Bewegungen, Politikwissenschaft

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