Interview

... mit Karl Katschthaler und Andrea Horváth

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?
Das Thema der Grenzgänger/-innen zwischen Kulturen und Geschlechtern ist in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur... >>>
... mit Karl Katschthaler und Andrea Horváth

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?
Das Thema der Grenzgänger/-innen zwischen Kulturen und Geschlechtern ist in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur unübersehbar aktuell und muss es damit auch für die Literaturwissenschaft sein. Darüber hinaus kann diese Perspektive auch fruchtbar gemacht werden für die Beschäftigung mit der Literatur der Vergangenheit. In der Musikwissenschaft ist eine über die Frauenmusikforschung hinausgehende Geschlechterforschung im Vergleich relativ neu und kann von den Erfahrungen in anderen Disziplinen profitieren.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
Eine besondere Stärke des Bandes besteht in seiner perspektivischen Vielfalt. Nicht nur zwei Disziplinen, die germanistische Literaturwissenschaft und die Musikwissenschaft sind vertreten, sondern zudem kommen die Beiträger/-innen auch aus zwei verschieden geprägten Wissenschaftskulturen, der deutschsprachigen und der ungarischen. Die unterschiedlichen Herangehensweisen zeigen die Diversität der Geschlechterforschung, treten aber auch in Dialog miteinander und eröffnen so neue Perspektiven.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?
Geschlechterkonstruktionen und die Subversion traditioneller Geschlechterrollen sowie das Ziel einer geschlechtergerechten Gesellschaft sind vieldiskutierte Fragen weit über die Grenzen der Wissenschaft und einzelner ihrer Disziplinen hinaus. Die Beiträge in unserem Band verknüpfen diese Themen mit Fragen der Migration, des Postkolonialismus, des kulturellen Gedächtnisses und der Performativität des Geschlechts in Literatur und Musik.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?
Mit Studierenden mehrerer Disziplinen: der Literatur- und der Musikwissenschaft, der Geschlechterforschung und der Queer Studies sowie mit Forscher/-innen dieser Fachbereiche. Besonders interessant wäre es, das Buch mit interdisziplinär tätigen Expert/-innen zu diskutieren, die etwa am Bereich der Intermedialität interessiert sind.

5. Ihr Buch in einem Satz:
Die Beschäftigung mit Grenzgänger/-innen zwischen Kulturen, Genres und Geschlechterkonstruktionen eröffnet neue Perspektiven für Literatur- und Musikwissenschaft. <<<


Andrea Horváth / Karl Katschthaler (Hg.)

Konstruktion – Verkörperung – Performativität

Genderkritische Perspektiven auf Grenzgänger_innen in Literatur und Musik

Welche Rolle spielen Genderkonstruktionen bei Grenzgänger_innen der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur, welche bei weiblichen Reisenden und Autorinnen des 19. Jahrhunderts? Was verbindet die Oper des 18. Jahrhunderts mit den Kompositionen des zeitgenössischen Black Metal?
In diesem Band werden zentrale Konzepte der Kulturwissenschaft wie »Konstruktion«, »Verkörperung« und »Performativität« mit Fragen der Gender Studies verknüpft. Die Beiträge nähern sich der Frage der Körperlichkeit von Genderperformanzen in
literaturwissenschaftlicher sowie musikwissenschaftlicher Perspektive und thematisieren dabei unter anderem Migration, die Frage des unbestimmten Geschlechts, die Dekonstruktion der Frau/Mann-Dichotomie sowie das Geschlecht des kulturellen Gedächtnisses.


 
Autorenbild Horváth, Andrea;Katschthaler, Karl;(Hg.)

Andrea Horváth (Dr. phil.), geb. 1977, studierte Germanistik, Romanistik und Niederlandistik an der Universität Debrecen (Ungarn) und promovierte 2006 über Barbara Frischmuth. Sie war Gastwissenschaftlerin an der Katholischen Universität Leuven (Belgien), der Universität Münster und der Universität Oradje (Rumänien). Sie ist Assistenzprofessorin und stellvertretende Leiterin am Institut für Germanistik der Universität Debrecen. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Gender Studies und postkoloniale Literaturtheorien.
Karl Katschthaler (Assoz.-Prof., PhD, habil.) lehrt deutschsprachige Literatur- und Kulturgeschichte an der Universität Debrecen, Ungarn, und forscht mit dem Schwerpunkt Intermedialität von Literatur und Musik.

Homepage:
Andrea Horváth: Uni Debrecen
Karl Katschthaler: Uni Debrecen

Literaturwissenschaft, Musikwissenschaft, Gender Studies, Kulturwissenschaften

Print 32,99 €

12/2015, 240 Seiten, kart.
ISBN 978-3-8376-3367-2

Artikel-Nr.: 3367

-3367-2: Horváth/Katschthaler (Hg.), Konstruktion – Verk.

Genderkritische Perspektiven auf Grenzgänger_innen in Literatur und Musik

 

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12/2015, 240 Seiten
ISBN 978-3-8394-3367-6

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