Interview

... mit Carolin Wiedemann

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?
Weil Logiken von Kontrolle und Kommodifizierung sich weiter verbreiten und sich gleichzeitig die Frage danach, was ihnen gegenüber widerständig ist,... >>>
... mit Carolin Wiedemann

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?
Weil Logiken von Kontrolle und Kommodifizierung sich weiter verbreiten und sich gleichzeitig die Frage danach, was ihnen gegenüber widerständig ist, fortwährend ungeklärt aufdrängt.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
Es experimentiert mit dem Affekt-Begriff, um Formen der Subversion jenseits eines Konzepts subjektiver Handlungsfähigkeit zu entwerfen und damit zusammenhängende Arten der Assoziierung und Kollektivierung zu bestimmen. Dafür verbinde ich Ideen aus der poststrukturalistischen und -operaistischen und der neo-materialistischen Theorie und diskutiere sie am Fallbeispiel Anonymous.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?
Die Entwicklungen unter dem Schlagwort ›Informatisierung‹ konkretisieren sich unter Berücksichtigung des Dispositivs, das in der Beziehung zwischen der Kybernetik und der biopolitischen Gouvernementalität zum Ausdruck kommt. Vor diesem Hintergrund lässt sich eine theoretisch-methodologische Perspektive entwickeln, die gegenwärtige Momente der Subversion, des Werdens und Kollektiv-Werdens – seien sie noch so ephemer und umkämpft – adressieren kann, an denen heterogene Mediator_innen, menschliche und nicht-menschliche Akteur_innen, mitwirken.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?
Mit allen, die Lust darauf haben.

5. Ihr Buch in einem Satz:
Das Netz ist nicht nur Medium der Kontrollgesellschaften, sondern auch die Maschine ihrer Kämpfe. <<<


Carolin Wiedemann

Kritische Kollektivität im Netz

Anonymous, Facebook und die Kraft der Affizierung in der Kontrollgesellschaft

Gilles Deleuze hatte es schon 1991 prophezeit: Jedem Gesellschaftstyp seine Maschinen, den Kontrollgesellschaften die Computer. Deren kybernetische Logiken haben sich mit neuen, biopolitischen Formen des Kapitalismus verbunden. Herausgekommen ist dabei Facebook, jene Plattform, auf der die User_innen sich permanent selbst vermessen und vergleichen.
Doch wodurch kann das Dispositiv von Kommodifizierung und Kontrolle unterlaufen werden? Was kann als subversiv gelten, wenn die Unterwerfung freiwillig ist und die Theorie kein intentionales Subjekt mehr kennt? Carolin Wiedemann zeigt, inwiefern ein Internet-Phänomen wie »Anonymous« Aufschluss geben kann und welche neuen Möglichkeiten für Kritik und Kollektivität sich hieraus ergeben.


 
Autorenbild Wiedemann, Carolin

Carolin Wiedemann, geb. 1983, lebt in Berlin, wo sie als freie Journalistin für das Feuilleton der FAZ, Missy Magazine und analyse&kritik arbeitet. Sie ist Redakteurin von »Spheres. Journal for Digital Cultures« am Digital Cultures Research Lab der Universität Lüneburg.

Homepage:
Carolin Wiedemann: carolinwiedemann.com

O-Ton:»Das panoptische Schema breitet sich aus« – Carolin Wiedemann am 30.05. im Interview bei L.I.S.A. – Das Wissenschaftsportal der Gerda Henkel Stiftung.
(http://ow.ly/tGYX30c9l1N)
Besprochen in:
iX, 6 (2017), Jürgen Diercks
www.literaturkritik.de, 11.06.2017, Christophe Fricker
www.e-motion-artspace.net, 166/4 (2017)

Soziologie, Medienwissenschaft, Philosophie

Print 29,99 €

12/2016, 280 Seiten, kart.
ISBN 978-3-8376-3403-7

Artikel-Nr.: 3403

-3403-7: Wiedemann, Kritische Kollektivität im Netz

Anonymous, Facebook und die Kraft der Affizierung in der Kontrollgesellschaft

 

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E-Book 26,99 €

PDF-Download, 2,60 MB
12/2016, 280 Seiten
ISBN 978-3-8394-3403-1

Preise inkl. gesetzlicher MwSt.*

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