Interview

... mit Florian Freitag

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?
Die Debatte um kulturelle Entlehnungen und transkulturelle Dynamiken wird aktuell häufig unter dem Stichwort der ›kulturellen Aneignung‹... >>>
... mit Florian Freitag

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?
Die Debatte um kulturelle Entlehnungen und transkulturelle Dynamiken wird aktuell häufig unter dem Stichwort der ›kulturellen Aneignung‹ (cultural appropriation) geführt. Längst nicht alle Fälle, in denen Menschen ihnen fremde Sprachen und Codes verwenden, lassen sich jedoch unter diesem Begriff subsumieren. Unser Band möchte mit ›Crossing‹ ein Konzept vorstellen, das eine komplexere und differenziertere Diskussion ermöglichen soll.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
Das ursprünglich linguistische Konzept des ›Crossing‹ ist bislang kaum von anderen Disziplinen rezipiert worden. Fälle von Crossing hat es jedoch zu allen Zeiten sowie in den verschiedensten Kulturen und Lebensbereichen gegeben, von der Antike bis zur Gegenwart, vom antiken Griechenland bis in die USA, von Literatur und Gesetzestexten bis hin zu Kleidung, Musik und Sport. Crossing ist eine nahezu universale Kulturtechnik. Unser Band zeigt dies nachdrücklich.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?
Dies ist stark von der Disziplin abhängig. In der Soziolinguistik etwa ist der Begriff des Crossing fest etabliert. Unsere Beiträger_innen aus der Alten Geschichte, der Klassischen Philologie, der Amerikanistik, der Musikwissenschaft, der Sportsoziologie und der Rechtswissenschaft haben jedoch allesamt Neuland betreten.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?
Mit allen, die sich für kulturelle Phänomene und Artefakte interessieren, bei denen Grenzen jedweder Art überschritten werden.

5. Ihr Buch in einem Satz:
Menschen nutzen in den verschiedensten Situationen und Lebensbereichen ihnen fremde Sprachen und Codes – und ›Crossing‹ erklärt, warum sie dies tun. <<<


Antje Dresen / Florian Freitag (Hg.)

Crossing

Über Inszenierungen kultureller Differenzen und Identitäten

Ungleichheiten werden häufig inszeniert, um Differenzen zu schaffen, Territorien abzustecken oder Identitäten zu konstruieren. Dabei werden mitunter »fremde« Codes wie Dialekte, Bilder, Textgattungen, Habitus, Bewegungsformen und Kleidung genutzt. Solche Abgrenzungsprozesse finden sich in verschiedenen Epochen und Kulturen, in Literatur, Musik, Sport und Recht und können in Anlehnung an den Soziolinguisten Ben Rampton als »Crossing« bezeichnet werden.
Wer jedoch eignet sich fremde Codes wann, wie und warum kommunikativ und symbolisch an? In welchen Kontexten kommt es zu Crossing-Phänomenen?
Der Band versammelt acht Beiträge aus unterschiedlichen Fachrichtungen, in denen Crossing beobachtet, gedeutet und in seinen Folgen erklärt wird.


 
Autorenbild Dresen, Antje;Freitag, Florian;(Hg.)

Antje Dresen (Jun.-Prof. Dr. phil., Dipl.-Soz.) lehrt und forscht als Soziologin am Institut für Sportwissenschaft der Johannes Gutenberg-Universität Mainz.
Florian Freitag (Dr. phil.) ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fachbereich Translations-, Sprach- und Kulturwissenschaft der Johannes Gutenberg-Universität Mainz.

Homepage:
Antje Dresen: www.socum.uni-mainz.de
Florian Freitag: Uni Mainz
Florian Freitag: www.northamericanstudies.uni-mainz.de

Besprochen in:

www.socialnet.de, 24.02.2017, Jos Schnurer

Angewandte Sprachwissenschaft, Alte Geschichte, Klassische Philologie, Amerikanistik, Romanistik, Sportwissenschaft, Musikwissenschaft, Rechtswissenschaft

Print 29,99 €

01/2017, 230 Seiten, kart.
ISBN 978-3-8376-3538-6

Artikel-Nr.: 3538

-3538-6: Dresen/Freitag (Hg.), Crossing

Über Inszenierungen kultureller Differenzen und Identitäten

 

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E-Book 26,99 €

PDF-Download, 2,30 MB
02/2017, 230 Seiten
ISBN 978-3-8394-3538-0

Preise inkl. gesetzlicher MwSt.*

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