Interview

... mit den Autoren

1. Warum ein Studienbuch zu diesem Thema?
Obwohl Freundschaften intuitiv einleuchtend wichtige Beziehungen im Leben von Menschen darstellen, wurden sie wissenschaftlich bisher wenig gewürdigt.... >>>
... mit den Autoren

1. Warum ein Studienbuch zu diesem Thema?
Obwohl Freundschaften intuitiv einleuchtend wichtige Beziehungen im Leben von Menschen darstellen, wurden sie wissenschaftlich bisher wenig gewürdigt. Insbesondere die Sozialwissenschaften kommen meist erst auf die Freundschaften zu sprechen, wenn die traditionellen Beziehungen ausfallen: Ehen, die zerbrechen, Paare, die sich trennen, Familien, die auseinander fallen, machen auf einmal Freundschaften interessant. Dabei sind Freundschaften viel mehr als nur Kompensation. Das Buch dient daher als erste Orientierung und Einführung in das Feld der Freundschaften und ihre Beforschung.

2. Welche Bedeutung kommt diesem Thema innerhalb des Fachgebiets und der wissenschaftlichen Ausbildung zu?
Freundschaft als eigenständiges Forschungsfeld ist bisher in der Soziologie eher marginalisiert, es wird wahlweise subsumiert unter den Oberbegriff der ›Familie‹ oder je nach Forschungsaspekt anderen Fachgebieten zugeordnet, wie der Jugend- oder Geschlechtersoziologie. Dies wollen wir mit diesem Buch ändern.

3. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
Freundschaften als soziologisch relevante Beziehungen ernst zu nehmen und darüber hinaus auch für alle anderen Fachrichtungen und Interessent*innen erstmals in ihren verschiedenen Dimensionen zu beleuchten. Darüber hinaus bietet das Buch Anschlüsse an heute für Freundschaften relevante gesellschaftliche Veränderungen: Politik, heutige Arbeitswelten, neue Medien, der Umgang mit Sexualitäten und eine zunehmende soziale Exklusion.

4. Ihr Tipp zur weiterführenden Lektüre?
Im Buch werden sehr unterschiedliche Leseangebote gemacht, die es sich jeweils lohnt, zu vertiefen. Von antiker Philosophie bei Aristoteles über Shmuel Eisenstadt, sozialanthropologischen Debatten oder der kritischen Theorie von Siegfried Kracauer, um nur einige wenige zu nennen. <<<


Janosch Schobin / Vincenz Leuschner / Sabine Flick / Erika Alleweldt / Eric Anton Heuser / Agnes Brandt

Freundschaft heute

Eine Einführung in die Freundschaftssoziologie
(mit Gastbeiträgen von Andrea Knecht, Christian Kühner und Kai Marquardsen)

Welche Beziehungen führen Menschen, die aufgrund steigender Scheidungs- und sinkender Geburtenraten weder Kinder noch Verwandte haben? Auf wen greift man zurück, wenn im Alter die Familie als Absicherung ausfällt? Welcher Form sozialer Beziehungen entsprechen Online-Kontakte in Sozialen Netzwerken oder Beziehungen am Arbeitsplatz in der modernen Arbeitswelt? Freundschaft scheint die naheliegende Antwort auf diese Fragen zu sein.
Der Band liefert erstmalig eine Einführung in die Freundschaftssoziologie. Die Beiträge bieten einen Überblick über soziologisches Basiswissen zu Freundschaft und Einblicke in die Vielfalt von Freundschaftsphänomenen. Nicht zuletzt wird dabei die Frage beantwortet: Wie stellt sich Freundschaft heute dar?
Mit Gastbeiträgen von Andrea Knecht, Christian Kühner und Kai Marquardsen.


 
Autorenbild Schobin, Janosch;Leuschner, Vincenz;Flick, Sabine;Alleweldt, Erika;Heuser, Eric Anton;Brandt, Agnes

Janosch Schobin (Dr. rer. pol.) leitet die Nachwuchsgruppe »Gamifizierung als soziologisches Problem« an der Universität Kassel.
Vincenz Leuschner (Prof. Dr.) ist Professor für Soziale Arbeit und empirische Sozialforschung an der Hochschule für Angewandte Pädagogik Berlin.
Sabine Flick (Dr. phil.), geb. 1978, ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Soziologie der Goethe Universität Frankfurt sowie Wissenschaftlerin am Institut für Sozialforschung.
Erika Alleweldt (Dr. phil.) ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrbereich Allgemeine Soziologie der Humboldt-Universität Berlin.
Eric Anton Heuser (Dr. phil.) ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Sozial- und Kulturanthropologie der Freien Universität Berlin.
Agnes Brandt (Dr. phil.) ist wissenschaftliche Referentin im Bereich der Europäischen Umwelt- und Gesundheitspolitik in Brüssel.

Homepage:
Sabine Flick: www.ifs.uni-frankfurt.de
Erika Alleweldt: HU Berlin
Eric Anton Heuser: FU Berlin

»Die methodisch wie inhaltlich heterogenen Beiträge [bieten] einen interessanten Überblick über die ganze Vielfalt eines bislang noch sehr disparaten Themenfeldes. Für die Entwicklung einer deutschsprachigen Soziologie der Freundschaft legt ›Freundschaft heute‹ einen wichtigen Grundstein.«
Leonie Linek, Soziopolis, 16.05.2017
»Der Sammelband bildet ein weites Spektrum von soziologischen Perspektiven auf das Phänomen der Freundschaft ab und ist als Einführungswerk sehr zu empfehlen.«
Marie Mohrmann, der Freitag, 02.03.2017
O-Ton: »Freundschaft heute – ein Interview mit dem Soziologen Janosch Schobin über die Neuentdeckung des Themas für die Wissenschaft« am 12.9.2016 bei der Hessisch/Niedersächsischen Allgemeinen.
(http://ow.ly/iFs6304s9Ud)
Besprochen in:^
GMK-Newsletter, 4(2017)
Soziologische Revue, 40/3 (2017), Walther Müller-Jentsch

Soziologie, Kulturwissenschaften, Philosophie, Psychologie, Politologie, Ethnologie, Anthropologie

Print 19,99 €

09/2016, 232 Seiten, kart.
ISBN 978-3-8376-3550-8

Artikel-Nr.: 3550

-3550-8: Schobin et al., Freundschaft heute

Eine Einführung in die Freundschaftssoziologie
(mit Gastbeiträgen von Andrea Knecht, Christian Kühner und Kai Marquardsen)

 

Lieferzeit in der Regel 3-5 Werktage

 
 
 

E-Book 17,99 €

PDF-Download, 3,30 MB
10/2016, 232 Seiten
ISBN 978-3-8394-3550-2

Preise inkl. gesetzlicher MwSt.*

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