Open Access Plattform: http://www.movements-journal.org

Interview

... mit den Autoren

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?
Rassismus geht uns alle an, ob mit eigenen Rassismuserfahrungen oder ohne. Rassistisches Wissen strukturiert unsere Institutionen, aber auch alltägliche... >>>
... mit den Autoren

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?
Rassismus geht uns alle an, ob mit eigenen Rassismuserfahrungen oder ohne. Rassistisches Wissen strukturiert unsere Institutionen, aber auch alltägliche Handlungsmuster. Dabei verändern Rassismen ihre Gestalt und Artikulation. Neue Forschungen weisen auf eine derartige Transformation hin, in Reaktion auf die zunehmende Selbstbeschreibung auch der deutschen Gesellschaft als postmigrantische Einwanderungsgesellschaft. Zum anderen sind wir in Deutschland wieder mit einem zunehmenden, offenen und gewaltbereiten Rassismus konfrontiert, der vor Morden und Brandstiftungen nicht halt macht.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?
Angesichts der Tatsache der postmigrantischen Gesellschaft auch in Deutschland beschäftigt sich die movements-Ausgabe mit rassistischen Alltagspraktiken in und von Institutionen. Die Beiträge zeigen, wie und wo rassistische Praktiken und Diskurse im Gewand des Diversitätsmanagements oder kultureller Differenzbehauptungen weiterhin tief die Gesellschaft strukturieren. Dabei gehen sie aber auch den Möglichkeiten des Entziehens, des nicht-rassistisch Handelns nach und versuchen Kämpfe in den Blick zu nehmen.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?
Rassismusforschung ist hierzulande immer noch eine Marginalie – und dies obwohl die existierenden kultur- und sozialwissenschaftlichen Studien zeigen, wie strukturierend Rassismus Gesellschaft durchzieht. Die internationale Debatte verweist auf relevante Neuausrichtungen rassistischer Artikulationen und Formationen im Sinne eines postliberalen Rassismus der sozusagen reflexiv wird und post-racial Zustände behauptet. Hier setzte die Ausgabe an und lenkt den Blick auf die Entwicklungen in Deutschland.

4. Ihr Buch in einem Satz:
Rassismus in der postmigrantischen Gesellschaft benennen, begreifen, hinterfragen. <<<


Kijan Espahangizi / Sabine Hess / Juliane Karakayali / Bernd Kasparek / Simona Pagano / Mathias Rodatz / Vassilis S. Tsianos (Hg.)

movements. Journal für kritische Migrations- und Grenzregimeforschung

Jg. 2, Heft 1/2016: Rassismus in der postmigrantischen Gesellschaft

Das Journal movements versammelt wissenschaftliche, aktivistische und künstlerische Auseinandersetzungen mit Migrations- und Grenzregimen. Es fördert den Austausch zwischen wissenschaftlichen Analysen und den Bewegungen der Migration – und ist damit ein Ort für die politische Debatte über unsere Gesellschaften in Bewegung.
Diese Ausgabe thematisiert aktuelle rassistische Formationen und Praktiken in Deutschland und darüber hinaus. Die Autor_innen widmen sich verschiedenen Institutionen und gesellschaftlichen Konstellationen und analysieren die komplexen Mechanismen, in denen Rassismus (re-)produziert wird.
Die Zeitschrift erscheint bei transcript als Printversion sowie unter www.movements-journal.org im Open Access.


 

Kijan Espahangizi ist promovierter Historiker und Geschäftsführer des Zentrums »Geschichte des Wissens« an der ETH und der Universität Zürich.
Sabine Hess ist Professorin für Kulturanthropologie/Europäische Ethnologie an der Universität Göttingen.
Juliane Karakayali (Prof. Dr.) ist Soziologin und lehrt und forscht insbesondere zu Rassismus und Migration an der Evangelischen Hochschule Berlin.
Bernd Kasparek, Mathematiker und Kulturanthropologe, ist Vorstandsmitglied der Forschungsassoziation bordermonitoring.eu e.V.
Simona Pagano, Kulturanthropologin, ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Max-Planck-Institut zur Erforschung multireligiöser und multiethnischer Gesellschaften in Göttingen.
Mathias Rodatz ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Humangeographie Frankfurt a.M. Er arbeitet zu Ordnungen (post-)migrantischer Gesellschaften und zu Geographien der Ungleichheit, mit einem besonderen Interesse für Stadt und Staatlichkeit.
Vassilis S. Tsianos ist Vertretungsprofessor an der Fachhochschule Kiel.

Homepage:
Kijan Espahangizi: www.movements-journal.org
Kijan Espahangizi: Uni Zürich
Sabine Hess: www.movements-journal.org
Juliane Karakayali: www.movements-journal.org
Bernd Kasparek: www.movements-journal.org
Bernd Kasparek: www.bordermonitoring.eu
Simona Pagano: movements-journal.org
Mathias Rodatz: movements-journal.org
Mathias Rodatz: Uni Frankfurt
Vassilis S. Tsianos: www.movements-journal.org
Vassilis S. Tsianos: FH Kiel
Vassilis S. Tsianos: Academia.edu

»Obwohl rassistisches Denken und Handeln anscheinend in der deutschen Gesellschaft zunimmt, geben die wissenschaftlichen Expertisen Hoffnung, dass sich durchsetzt, was mit den demokratischen, lokalen und globalen Werten Menschenwürde, Empathie und Solidarität Menschsein ausmacht.«
Jos Schnurer, www.socialnet.de, 12.10.2016
Besprochen in:
BZgA-InfoDienst Migration, 1 (2017)

Geographie, Kulturanthropologie/Europäische Ethnologie, Kulturwissenschaft, Politikwissenschaft, Soziologie sowie die interessierte Öffentlichkeit

Print 24,99 €

09/2016, 272 Seiten, kart.
ISBN 978-3-8376-3570-6

Artikel-Nr.: 3570

-3570-6: movements (Jg. 2, 1/2016)

Jg. 2, Heft 1/2016: Rassismus in der postmigrantischen Gesellschaft

 

Lieferzeit in der Regel 3-5 Werktage

 
 
 

Weitere Titel

movements. Journal for Critical Migration and Border Regime Studies Ilker Ataç, Gerda Heck, Sabine...
movements. Journal for Critical Migration and Border Regime Studies
Den NSU-Komplex analysieren Juliane Karakayali, Çagri...
Den NSU-Komplex analysieren
The Art of Being Many geheimagentur, Martin Jörg...
The Art of Being Many

Weitere Titel zum Thema

Migration, Raum, Politik, Flucht