Orientalismus und demokratische Öffentlichkeit

Antimuslimischer Rassismus aus Sicht postkolonialer und neuerer kritischer Theorie

Seit Jahren wird in politischer Öffentlichkeit und Wissenschaft heftig darüber gestritten, welches Sprechen über den Islam als legitimer Teil demokratischer Debatten zu betrachten ist und welches nicht. Diese Konflikte nimmt Floris Biskamp als Ausgangspunkt für eine theoretische Diskussion von Aushandlungen kultureller Differenz in der demokratischen Öffentlichkeit. Er legt dar, unter welchen Verkürzungen die gängigen Konzepte von Islamophobie, Islamfeindschaft und antimuslimischem Rassismus leiden. Um diese zu überwinden, entwickelt er vor dem Hintergrund von neuerer kritischer Theorie und postkolonialer Theorie ein Konzept von Rassismus als systematisch verzerrtem Kommunikationsverhältnis.

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2016-08-24, 444 Seiten
ISBN: 978-3-8376-3590-4

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Floris Biskamp

Floris Biskamp, Universität Kassel, Deutschland

... mit Florian Biskamp

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Kaum eine Debatte wird in der Öffentlichkeit leidenschaftlicher geführt als die sogenannten Islamdebatten. Einer der entscheidenden Streitpunkte ist die Frage, wo die Grenze zwischen einem in der demokratischen Öffentlichkeit legitimen Sprechen über den Islam einerseits und antimuslimischem Rassismus andererseits verläuft. In meinem Buch reflektiere ich eben diese Frage vor dem Hintergrund von neuerer kritischer Theorie und Postcolonial Studies.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Das Buch eröffnet sowohl auf der Theorie- als auch auf der Sachebene neue Perspektiven. Auf der Theorieebene zeichnet es sich dadurch aus, dass es mit neuerer kritischer Theorie (Habermas, Benhabib) und Postcolonial Studies (Said, Bhabha, Spivak) zwei Perspektiven zusammenführt, die sonst nur getrennt voneinander betrachtet werden. Auf der Sachebene ermöglicht dies einen Blick, der sowohl demokratische Kritik als auch Rassismus erfassen kann.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Innerhalb der Forschungsdebatte dient die Arbeit insbesondere der theoretischen und methodologischen Reflexion. Die Grenzziehung zwischen demokratischer Kritik und antimuslimischem Rassismus bzw. zwischen Islamkritik und Islamophobie wird in der empirischen Forschung zumeist behandelt, als sei sie trivial. Mein Buch zeigt zunächst auf, dass sich die Grenzziehung sehr viel komplizierter gestaltet, und legt dann dar, wie sie vollzogen werden kann.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Das Buch ist ein Diskussionsangebot an alle theoretisch interessierten Leser_innen, die ebenfalls sehen, dass sich die Islamdebatten in einem Dilemma bewegen; an alle, die sehen, dass es einerseits reale Probleme in islamischen Kontexten gibt, die einer öffentlichen Thematisierung bedürfen, die aber auch anerkennen, dass diese öffentlichen Debatten immer wieder in die Stigmatisierung und Marginalisierung einer Minderheit umschlagen.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Wo verläuft die Grenze zwischen dem in einer demokratischen Öffentlichkeit legitimen Sprechen über Religion und antimuslimischem Rassismus?

O-Ton: »Vieles ist absurd« – Floris Biskamp im Gespräch mit Houssam Hamade beim Freitag am 18.8.2017.
http://bit.ly/2ymDmIq
Besprochen in:
IDA-NRW, 22/3 (2016)
Konkret, 11 (2016), Christian Hammermann
Autor_in(nen)
Floris Biskamp
Buchtitel
Orientalismus und demokratische Öffentlichkeit Antimuslimischer Rassismus aus Sicht postkolonialer und neuerer kritischer Theorie
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
444
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-8376-3590-4
DOI
10.14361/9783839435908
Warengruppe
1510
BIC-Code
HBTR JPA JFSL
BISAC-Code
POL045000 POL010000 SOC031000
THEMA-Code
NHTR JPA JBSL1
Erscheinungsdatum
2016-08-24
Auflage
1
Themen
Postkolonialismus, Islam, Politik, Rassismus
Adressaten
Soziologie, Politikwissenschaft, Philosophie sowie die interessierte Öffentlichkeit
Schlagworte
Antimuslimischer Rassismus, Rassismus, Rassismustheorie, Islamophobie, Islam, Kritische Theorie, Postcolonial Studies, Orientalismus, Edward Said, Homi Bhabha, Gayatri Spivak, Jürgen Habermas, Seyla Benhabib, Postkolonialismus, Politik, Politische Theorie, Kulturwissenschaft

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