Die Gefühle der Schwangeren

Eine Geschichte somatischer Emotionalität (1780–2010)

Stimmungsschwankungen, Wutausbrüche oder Mutterliebe gelten als typische Emotionen der Schwangerschaft. Sie werden oft auf Hormone zurückgeführt. Zugleich ist ein umgekehrtes Wirkmodell von Körper und Gefühl verbreitet, nämlich die Vorstellung, dass Emotionen wie Stress ihrerseits die embryonale Entwicklung beeinflussen. Auf welche Weise entwickelte sich solches Gefühlswissen? Wann wurden Schwangerschaftshormone zur ultimativen Erklärung?

Lisa Malich beschäftigt sich in ihrer historischen Analyse mit der Verknüpfung von Emotionskonzepten und Körpermodellen in der Schwangerschaft. Anhand von Ratgeberliteratur und wissenschaftlichen Texten aus dem späten 18. Jahrhundert bis heute zeigt sie, wie Medikalisierungsprozesse und Geschlechterordnungen die Sicht auf Gefühle von Schwangeren prägen.

34,99 € *

2017-01-31, 448 Seiten
ISBN: 978-3-8376-3596-6

Sofort versandfertig,
Lieferzeit 3-5 Werktage innerhalb Deutschlands

Preise inkl. Mehrwertsteuer. Versandkostenfreie Lieferung innerhalb Deutschlands, für Ausnahmen siehe Details.

Mengenrabatt

Weiterempfehlen

Lisa Malich

Lisa Malich, Universität Lübeck, Deutschland

... mit Lisa Malich

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Viele schwangere Frauen sehen sich heute mit Annahmen dazu konfrontiert, wie es ihnen geht und wie sie sich zu fühlen haben. Ein beliebtes Thema sind z.B. hormonelle Stimmungsschwankungen. Ich untersuche, woher solche Vorstellungen kommen.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Mein Buch beschäftigt sich mit einem Zeitraum von mehr als zwei Jahrhunderten. Es stellt das Gefühlswissen von Schwangerschaft in einen sozialen Kontext, der von zeitgenössischen Körperkonzepten, Frauenrollen sowie medizinischen Techniken geprägt ist.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Bislang gab es keine systematische historische Analyse zu Emotionsvorstellungen in der Schwangerschaft. Das Buch soll diese Forschungslücke schließen.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit Forschenden aus den Bereichen der Geschichtswissenschaften und Geschlechterforschung ebenso wie mit Mediziner_innen, Psycholog_innen, Hebammen und Müttern.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Gefühlsvorstellungen zu Schwangerschaft sind historisch variabel und werden von kulturellen Faktoren mit beeinflusst.

»[Die] Verantwortungszuschreibung und die im Gefühlshaushalt immer mehr Raum einnehmende Angst prägen den Aufstieg des Risikomodells, das sich heute in voller Blüte befindet. Dessen Entstehung und Vorgängermodelle zu verstehen kann helfen, Schwangerschaft anders denken zu können. Dazu leistet das Buch einen wertvollen Beitrag.«
Kirsten Achtelik, Gen-ethisches Netzwerk e.V., 244/2 (2018)
»[Lisa Malich] accomplishes to analyse the 230 years in such a manner that the reader feels having been comprehensively informed about this particular topic. In conclusion, this study can be recommended to anyone interested in the history of emotions.«
Pierre Pfütsch, Oxford University Press, 06.11.2017
Besprochen in:
Dr. med. Mabuse, 3/4 (2017)
www.socialnet.de, 15.09.2017, Dorothea Tegethoff
Deutsche Hebammen Zeitschrift, 69/9 (2017), Petra Otto
Ariadne, 73-74 (2018), Almut Jaeger
Autor_in(nen)
Lisa Malich
Buchtitel
Die Gefühle der Schwangeren Eine Geschichte somatischer Emotionalität (1780–2010)
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
448
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-8376-3596-6
DOI
Warengruppe
1559
BIC-Code
HBTB JFSJ MBX
BISAC-Code
HIS054000 SOC032000 MED051000
THEMA-Code
NHTB JBSF MBX
Erscheinungsdatum
2017-01-31
Auflage
1
Themen
Medizin, Geschlecht, Körper, Kulturgeschichte
Adressaten
Geschlechterforschung, Geschichtswissenschaften, Kulturwissenschaften, Wissenschafts- und Technikforschung, Medizingeschichte
Schlagworte
Schwangerschaft, Mutterschaft, Wissensgeschichte, Gender, Gefühle, Körper, Medizin, Ratgeberliteratur, Hormone, Körpermodelle, Medikalisierung, Geschlechterordnung, Kulturgeschichte, Geschlechtergeschichte, Gender Studies, Medizingeschichte, Emotionsgeschichte, Geschichtswissenschaft

Unsere Website verwendet Cookies, um bestimmte Funktionen bereitzustellen.

Datenschutzerklärung