Soldatenkörper unter Beschuss

(Trans-)Nationale Narrationen und Geschlechterkonstruktionen im US-amerikanischen Kriegsfilm

Kriegsfilme wie Saving Private Ryan, We Were Soldiers und Black Hawk Down führen uns versehrte Soldatenkörper vor Augen. Patricia Mühr nimmt diese Körper in den Fokus und fragt, wie die Mobilisierung von Affekten zu einer transnationalen, gegenderten Erzählung wird. Aus einer intermedialen Perspektive argumentiert sie, dass Bilder und Erinnerungen von Krieg die Leseweise von Kriegsfilmen mitsteuern. An Bildern, die im Kontext von 9/11 entstanden, zeigt die Studie, wie Hollywood wiederum Erzählmuster produziert, die von Berichterstattungen über Kriege und Katastrophen variantenreich transformiert werden. Den im Film und in den Printmedien produzierten Bildern der Angst steht zudem ein mit Vorstellungen von Weiblichkeit verknüpftes Heilungsangebot zur Seite.

39,99 € *

2017-10-12, 446 Seiten
ISBN: 978-3-8376-3614-7

Sofort versandfertig,
Lieferzeit 3-5 Werktage innerhalb Deutschlands

Preise inkl. Mehrwertsteuer. Versandkostenfreie Lieferung innerhalb Deutschlands, für Ausnahmen siehe Details.

Mengenrabatt

Weiterempfehlen

Patricia Mühr

Patricia Mühr, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, Deutschland

... mit Patricia Mühr

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Geschlechtervorstellungen strukturieren Kriegsfilme und auch Kriege. Betrachtende solcher auf die radikale Sichtbarkeit von körperliche Gewalt setzenden Spielfilme, reagieren nicht selten körperlich auf diese Szenarien. Aktuelle visuelle (dominante) Strategien berühren Fragen nach möglichen und unmöglichen Identifizierungen. Wie die Betrachtenden sich damit zu Narrationen und Repräsentationen von Kriegen positionieren ist entscheidend für die Wahrnehmung von Kriegen, die immer intermedial vermittelt werden. Die Lektüren machen in diesem Sinne ein Angebot sich im Wissen um hegemoniale Ordnungen auf Kriegsfilme einzulassen, deren Sogwirkung zu erkennen, deren Widersprüche aufzuspüren und dessen Verwobenheiten mit den tagtäglichen Sichtbarkeiten und Unsichtbarkeiten von Krieg auseinanderzusetzen.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Die Wahl dessen, was ich neu zu rahmen versucht habe, ist intermedial angelegt. Durch die Zusammenstellung des Materials und die methodologische Herangehensweise an dieses versucht das Buch die Fabrikation von dominanten, gegenderten Fiktionen von Krieg und daran anknüpfend von Rettungs- Heilungsszenarien sichtbar zu machen.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Kriegsfilme werden hierzulande oftmals nicht mit einem Fokus auf Geschlechterkonstruktionen untersucht und recht selten aus einer intermedialen Perspektive. So kann man in meiner Studie sowohl dichte Filmanalysen lesen, die mit Filmen und Bildern zusammengebracht wurden, die während des Schreibens zirkulierten, als auch Lektüren von Denkmälern, Skulpturen und Bildern, die mit Kriegsfilmen zusammengedacht wurden.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit Elizabeth Bennet während eines langen Spaziergangs durch uferlose Landschaften. Wenn er noch leben würde, sicherlich mit Maurice Halbwachs über meine Herangehensweise und darüber, wie neue Technologien unsere Wahrnehmungsweisen verändern und ob der Begriff des kollektiven Gedächtnisses vor diesem Hintergrund noch funktioniert. Gerne mit Historiker_innen und Bildwissenschaftler_innen, die insbesondere die nordamerikanische Geschichte aus transkultureller Perspektive beforschen. Und immer gerne mit Student_innen, die sich für visuelle Repräsentationen, für Sichtbares und Unsichtbares von Kriegen und Erzählungen von Kriegen interessieren.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Ein dickes Buch darüber, wie trickreich und komplex Kriegsfilme die Betrachtenden zu Kompliz_innen von Kriegen und ihren Fiktionen machen.

O-Ton: »Projektionen westlicher Gesellschaften« –
Patricia Mühr im Interview bei L.I.S.A. – Wissenschaftsportal der Gerda Henkel Stiftung am 09.01.2018.
http://bit.ly/2mgzPHb
»Die Analysen von Patricia Mühr sind sehr präzise und konkret, das Spektrum der Filme geht weit über die genannten Titel hinaus, man kann das Buch durchaus der Basisliteratur zum Thema Kriegsfilm hinzufügen.«
Hans Helmut Prinzler, www.hhprinzler.de, 05.01.2018
Autor_in(nen)
Patricia Mühr
Buchtitel
Soldatenkörper unter Beschuss (Trans-)Nationale Narrationen und Geschlechterkonstruktionen im US-amerikanischen Kriegsfilm
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
446
Ausstattung
kart., zahlr. farb. Abb.
ISBN
978-3-8376-3614-7
Warengruppe
1744
BIC-Code
JFD APFA JFSJ ABA
BISAC-Code
PER004030 SOC032000 ART009000 SOC052000
THEMA-Code
JBCT ATF JBSF ABA
Erscheinungsdatum
2017-10-12
Auflage
1
Themen
Geschlecht, Bild, Film, Amerika
Adressaten
Medienwissenschaft, Filmwissenschaft, Kulturwissenschaft, Kunstwissenschaft, Vergleichende Bildwissenschaften
Schlagworte
Kriegsfilm, Saving Private Ryan, Gender, Nation, Familie, 9/11, Körper, Affekte, Bild, Erinnerung, Krieg, Kunst, Narration, We Were Soldiers, Black Hawk Down, Apocalypse Now, Film, Amerika, Gender Studies, Bildwissenschaft, Medienwissenschaft

Unsere Website verwendet Cookies, um bestimmte Funktionen bereitzustellen.

Datenschutzerklärung