Elektronik als Schöpfungswerkzeug

Die Kunsttechniken des Stephan von Huene (1932-2000)

Der deutsch-amerikanische Künstler Stephan von Huene (1932-2000) gehört zu den Medienkünstlern der ersten Generation, die sich der Elektronik als Schöpfungswerkzeug bedienten. Sein Œuvre entfaltet sich im Spannungsfeld zwischen Figuration, Akustik, Kinesik und Kommunikationstheorie. Jesús Muñoz Morcillo liefert die erste Monografie, die sich dem Werk von Huenes systematisch widmet und dieses – mit Blick u.a. auf John Cage und La Monte Young – kunsthistorisch einordnet. Die hermeneutische Analyse der letzten großen Arbeit von Huenes (Sirenen Low, 1999) liefert die Grundlage für drei umfangreiche Deutungskreise, die sich jeweils den figurativen, akustischen und systemischen Aspekten seines Werkes zuwenden.

Inhalt

  1. Frontmatter

    Seiten 1 - 4
  2. Inhalt

    Seiten 5 - 8
  3. Breviarium

    Seiten 9 - 12
  4. Genese eines holistischen Künstlers

    Seiten 15 - 48
  5. Methoden zur Analyse von Ton-Instrument- Music-Composition-Composer Kunstwerken

    Seiten 49 - 60
  6. Sirenen High, Sirenen Low - eine hermeneutische Einleitung

    Seiten 63 - 92
  7. Eingangsfragen

    Seiten 93 - 112
  8. Inpressive Kunst

    Seiten 115 - 152
  9. Von Lautschriften, Klang und Phonetik

    Seiten 155 - 158
  10. Erfundene Laute und zergliederte Rhetorik in den frühen Zeichnungen

    Seiten 159 - 176
  11. Klang der Materie: die grundlegenden Töne von Totem Tones, Monotone und Glass Pipes

    Seiten 177 - 190
  12. Melodie der Klangfarben: Henry Lanz' Theorien im Labor Zauberflöte

    Seiten 191 - 200
  13. Die synthetische Stimme von Erweiterter Schwitters

    Seiten 201 - 208
  14. Primitivismus und animierte Materie

    Seiten 211 - 226
  15. Power-Transfer: ethnographischer Ursprung der Energie

    Seiten 227 - 244
  16. Der Klang der Kybernetik: Systemtheorie im Dienste der Kunst

    Seiten 245 - 262
  17. Merz-Übertragung: die ewige Performanz und das Ephemere

    Seiten 263 - 270
  18. Kunsttechniken zum Anstimmen der Welt

    Seiten 273 - 290
  19. Fachübergreifende Überlieferung: Rezeption und Einfluss von Stephan von Huene

    Seiten 293 - 314
  20. Tabellarische Biographie und Ausstellungen

    Seiten 315 - 322
  21. Interview mit Petra Kipphoff von Huene über Sirenen Low

    Seiten 323 - 330
  22. Interview mit Jörg Neugebauer, Ingenieur und technischer Berater von Stephan von Huene

    Seiten 331 - 334
  23. Die Bibliothek des Künstlers

    Seiten 335 - 356
  24. Literaturverzeichnis

    Seiten 357 - 370
  25. Danksagung

    Seiten 371 - 372
  26. Backmatter

    Seiten 373 - 376
Mehr
44,99 € *

2016-08-10, 376 Seiten
ISBN: 978-3-8376-3626-0

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Jesús Muñoz Morcillo

Jesús Muñoz Morcillo, Staatliche Hochschule für Gestaltung Karlsruhe, Deutschland

... mit Jesús Muñoz Morcillo

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Stephan von Huene war ein Medienkünstler der ersten Stunde, als es den Begriff nicht einmal gab. Die Auseinandersetzung mit seinem Oevre zeigt, dass er dem Kunstgeschehen seinerzeit gewachsen war. Konzeptuell ist er immer noch hochaktuell: Wer ihn versteht, der kann heutige ästhetische Diskurse problemlos nachvollziehen. Es ist, ehrlich gesagt, fast eine ›Schande‹, dass es so lange gedauert hat, bis die erste Monographie über ihn erschienen ist.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Mein Buch leistet einen Beitrag zum ganzheitlichen Verständnis von Stephan von Huenes Oeuvre vor dem Hintergrund seiner Zeit. Es wird u.a. die These aufgestellt, dass sein Universalismus ihn zu einem Außenseiter werden ließ. Die Weichen für eine kritische Rezeption sind jetzt gestellt. Außerdem ist meine ›material-ikonologische‹ Analyse der Klangskulptur ›Sirenen Low‹ ein Plädoyer für eine empirische Wende in der Kunstwissenschaft.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Ich bin der Meinung, dass die Rezeption von komplexen, schwer zu vermarktenden Künstlern per se langsam abläuft. Dieser Umstand verschlechtert sich, wenn die Identifizierung und Verbreitung von neuen ›vermarktbaren‹ Diskursen priorisiert werden. Die Lust am Kunstobjekt wird meiner Meinung nach oft vernachlässigt. In meinem Buch erprobe ich eine hermeneutische Methode, welche die Relevanz des Details fördert und das Kunstwerk ins Zentrum des Diskurses stellt.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Ich würde mit jedem darüber reden, der Interesse dafür hat. Es werden sich sicherlich Gespräche mit neuen und erfahrenen von Huene-Forschenden ergeben, wie z.B. Yannis Hadjinicolaou, Johannes von Müller, Alexis Ruccius, Petra Oelschlägel, Marvin Altner, Martin Warnke, Achatz von Müller oder Horst Bredekamp. In den USA würde ich u.a. Joan La Barbara für ihr ausführliches Radio-Interview mit Stephan von Huene danken. Und nicht zuletzt würde ich sehr gerne mit Kunststudierenden darüber reden.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Mein Buch ist ein Reiseführer für aufmerksame Geister: Im scheinbar Trivialen wartet oft das Wunder der unermesslichen Anmut auf seine Entdeckung.

Autor_in(nen)
Jesús Muñoz Morcillo
Buchtitel
Elektronik als Schöpfungswerkzeug Die Kunsttechniken des Stephan von Huene (1932-2000)
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
376
Ausstattung
kart., zahlr. Abb.
ISBN
978-3-8376-3626-0
DOI
Warengruppe
1582
BIC-Code
ACX AFKV
BISAC-Code
ART015110 ART015020 ART057000
THEMA-Code
AGA AFKV
Erscheinungsdatum
2016-08-10
Auflage
1
Themen
Bild, Klang, Kunst
Adressaten
Kunstwissenschaft, Medientheorie, Philosophie, Medienkunst
Schlagworte
Stephan Von Huene, Klangkunst, Primitivismus, Kybernetik, Dada, Medienkunst, Figuration, Akustik, Kinesik, Kommunikationstheorie, Kunst, Bild, Klang, Kunstgeschichte des 20. Jahrhunderts, Amerikanische Kunst, Kunstwissenschaft

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